Mariä Heimsuchung (Zittau)

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Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, Zittau
Ansicht von Nordosten (um 1910)

Die katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung im sächsischen Zittau ist eine neugotische Hallenkirche. Sie wurde von 1883 bis 1890 nach Plänen des Architekten Hermann Knothe-Seeck erbaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zuwanderung schlesischer und böhmischer Industriearbeiterfamilien ließ um die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder katholisches Leben in Zittau entstehen. Die Pfarrei wurde 1873 errichtet. Zugunsten des Kirchbaus hob das Bautzener Stiftskapitel eine Kanonikerstelle auf. Die Grundsteinlegung der Mariä-Heimsuchung-Kirche erfolgte 1883, die Weihe am 29. September 1890.

Die Kirche überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Anfang der 1970er Jahre wurde der Innenraum nach den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils umgestaltet. Eine mehrjährige aufwendige Sanierung wurde 2006 abgeschlossen.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zittauer Marienkirche ist eine reich gegliederte neugotische Hallenkirche mit Querhaus. Die Seitenschiffe sind gegenüber dem Mittelschiff leicht erniedrigt, was auch am Satteldach erkennbar ist. Chor und Querhausarme schließen polygonal. Die Apsis umgibt ein Chorumgang. Über dem repräsentativen Hauptportal erhebt sich der 72 m hohe Glockenturm mit Spitzhelm und zwei halbhohen Flankentürmen. Den Innenraum überspannen Kreuzrippengewölbe. Die Kirche hat rund 360 Sitzplätze.

Ausstattung[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die originalen Buntglasfenster mit Szenen aus dem Evangelium sind zu großen Teilen erhalten.

Die Orgel wurde 2006 durch die Firma Jehmlich Orgelbau Dresden nach dem Originalzustand vollständig erneuert.

Der prächtige Tabernakel im Hauptaltar ist eine Gabe Papst Leo XIII. und zeigt im Inneren eine goldene Monstranz, die von zwei Engeln angebetet wird.

Die Kanzel stammt von Robert Schulze. Der Kanzelkorb ruht auf schwarzen Marmorsäulen und zeigt in Sandstein gearbeitete Reliefs mit den Symbolen der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

An der Ostwand findet sich eine Marienfigur von Franz Schwarz, die einst den dazugehörigen Seitenaltar schmückte. Die Statue ist aus französischem Kalkstein gefertigt und wird durch eine vergoldete Krone gekrönt, welche der ehemalige Gemeindepfarrer Peter Dluhosch anfertigen ließ als Dank für seine Zeit in der Gemeinde.

Der Madonnenfigur gegenüber befindet sich eine aus Lindenholz geschnitzte Herz-Jesu-Statue, die im 19. Jahrhundert in Tirol angefertigt wurde.

Am östlichen Ende des Nordschiffs befindet sich eine Statue des heiligen Josefs, die ebenfalls aus Kalkstein und von Franz Schwarz angefertigt. Auch sie gehörte einst zu einem Altar, welcher jedoch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgebaut wurde.

An den Wänden finden sich 14 Kreuzwegsstationen. Dabei handelt es sich um Hochreliefbilder aus Lindenholz, die farbig gefasst sind und im Nazarenerstil die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu darstellen.

Im linken Seitenschiff ist an einer Wand eine Skulptur des heiligen Johannes von Nepomuk angebracht, die während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts angefertigt und zu Beginn dieses Jahrhunderts der Gemeinde überlassen worden war.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1975 wurden von Apoldas letztem Glockengießermeister Peter Schilling und dessen Frau Margarete Schilling drei Bronze-Kirchenglocken entworfen, gegossen und geliefert. Die Glocken haben die Schlagtöne c1, es1, f1 und ein Gewicht von 6.022 Kilogramm. Das Geläut wurde 1976 geweiht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katholische Pfarrkirche, Zittau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siegfried Seifert, Michael Dietrich: Die Kirchen der Pfarrei "Mariä Heimsuchung" Zittau. Hrsg.: Katholische Pfarrgemeinde Zittau. 1. Auflage. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2007, ISBN 978-3-89870-386-4, S. 32.

Koordinaten: 50° 54′ 5,9″ N, 14° 48′ 34,2″ O