Bistum Dresden-Meißen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum von 968 bis 1539 existierenden Bistum siehe Bistum Meißen.
Bistum Dresden-Meißen
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte Bistum Dresden-Meißen
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Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Berlin
Metropolitanbistum Erzbistum Berlin
Diözesanbischof Heinrich Timmerevers (ernannt)
Diözesanadministrator Andreas Kutschke
Emeritierter Diözesanbischof Joachim Reinelt
Fläche 16.934 km²
Dekanate 9 (31. Dezember 2015[1])
Pfarreien 97 (31. Dezember 2015[2])
Einwohner 4.100.000 (31. Dezember 2015[1])
Katholiken 142.046 (31. Dezember 2015[2])
Anteil 3,5 %
Diözesanpriester 97 (31. Dezember 2015[1])
Ordenspriester 35 (31. Dezember 2015[1])
Ständige Diakone 9 (31. Dezember 2015[1])
Katholiken je Priester 1.076
Ordensbrüder 58 (31. Dezember 2015[1])
Ordensschwestern 134 (31. Dezember 2015[1])
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Obersorbisch
Kathedrale Kathedrale Sanctissimæ Trinitatis (Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit)
Konkathedrale Dom St. Petri (Bautzen)
Website www.bistum-dresden-meissen.de
Kirchenprovinz
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz Berlin
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Das Bistum Dresden-Meißen (lateinisch Dioecesis Dresdensis-Misnensis), bis 1979 Bistum Meißen, ist ein Bistum der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Dresden. Die Diözese wurde 1921 wiedererrichtet. Kathedrale ist die unter Kurfürst Friedrich August II. 1739–1751 errichtete ehemalige Katholische Hofkirche Ss. Trinitatis in Dresden, Konkathedrale der Dom St. Petri in Bautzen. Der Schutzpatron des Bistums ist der heilige Benno von Meißen. Weitere Diözesanpatrone sind der hl. Donatus von Arezzo und die hl. Afra von Augsburg.

Bistumsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Bistums erstreckt sich nahezu über den gesamten Freistaat Sachsen (ausgenommen die ehemals preußischen Teile der Oberlausitz und der Südosten der vormaligen preußischen Provinz Sachsen). Zusätzlich gehören zum Bistum Teile des Freistaats Thüringen und zwar die Gebiete der ehemaligen Thüringer Kleinstaaten:

Bistumsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bistum Dresden-Meißen ist ein Suffraganbistum von Berlin und gliedert sich in acht Dekanate:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Geschichte des Bistums vor der Reformation siehe: Bistum Meißen

Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet. Im Zuge der Reformation hörte das katholische Bistum 1581 in seinem kursächsischen Kerngebiet mit Meißen auf zu existieren. Allein im meißnischen Diözesangebiet in Ober- und Niederlausitz bedrängte der dortige Landesherr Katholiken und Kirche nicht, da die Lausitzen zu der Zeit noch königlich-böhmisches Lehen der katholischen Kaiser waren.

Der letzte Bischof des Altbistums Meißen, Johann IX. von Haugwitz, hatte für das lausitzische Diözesangebiet Johann Leisentrit als Diözesanadministrator mit Sitz in Bautzen eingesetzt. Dessen Bemühen ein nur das lausitzische Gebiet des Altbistums Meißen umfassendes Bistum Bautzen zu gründen, schlug fehl.

Apostolische Präfektur Meißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1567 verselbständigte der Heilige Stuhl das lausitzische Diözesangebiet als Apostolische Präfektur Meißen mit Johann Leisentrit als Präfekt.[3] Dabei stellt eine Apostolische Präfektur kirchenrechtlich ein Bistum auf Probe dar.

Nach ihrer Lage bzw. ihrem Sitz wurde die Präfektur auch Apostolische Präfektur der Lausitzen oder Apostolische Präfektur Bautzen genannt. Der kaiserliche Landesherr wehrte in den Lausitzen nur wenig die Ausbreitung der Reformation, die durch die jeweils regionalen Landstände mit ganz unterschiedlichem Erfolg gefördert wurde. Als die Lausitzen 1635 ans lutherische Kursachsen fielen, sicherte dieses im Übergabevertrag (Traditionsrezess) zu, die religiösen Verhältnisse nicht zu ändern. Zudem verpflichtete der Westfälische Friede 1648 alle Vertragsstaaten, auch Kursachsen, in neu erworbenen Gebieten den Bekenntnisstand, der im Referenzjahr 1624 bestanden hatte, nicht mehr anzutasten.[4]

Nach der preußischen Annexion der Niederlausitz und der östlichen, nunmehr schlesischen, Oberlausitz schlug der Heilige Stuhl das dortige Präfekturgebiet - mit damals nur noch zwei Pfarreien in Neuzelle und Wittichenau – 1821 dem Fürstbistum Breslau zu. Seither bürgerte sich für das Restgebiet die Bezeichnung Apostolische Präfektur der (Sächsischen) Oberlausitz ein.

Neues Bistum Meißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Juni 1921 erhob Papst Benedikt XV. mit der Apostolischen Konstitution Sollicitudo omnium ecclesiarum die Apostolische Präfektur Meißen zum neuen Bistum Meißen, wobei der Sitz der Präfektur in Bautzen als Bischofssitz beibehalten wurde.[3] Das in Dresden ansässige Apostolische Vikariat in den Sächsischen Erblanden, das neben dem übrigen Sachsen noch Sachsen-Altenburg und Reuß ältere und jüngere Linie umfasste, wurde gleichzeitig aufgehoben und sein Gebiet dem neuen Bistum Meißen eingegliedert.[3]

1923 fand die erste Bistumssynode im Kloster St. Marienstern statt; dabei wurden vor allem Beschlüsse über die Organisation der Pfarreien und der Diözesanverwaltung gefasst. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte das kleine Diaspora-Bistum sehr unter den Attacken der besonders kirchenfeindlichen sächsischen NS-Führung zu leiden, wenngleich nur wenige Katholiken sich aktiv am Widerstand beteiligten. Drei Priester der Diözese starben im KZ.

Nach 1945 hat sich die Zahl der im Bistum Meißen lebenden Katholiken durch die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im Osten und Süden außerhalb Sachsens mehr als verdoppelt. Infolgedessen wurden zahlreiche neue Pfarreien und Seelsorgestellen eingerichtet. Vier katholische Pfarreien im Diözesangebiet östlich der Neiße, deren Pfarrkinder meist durch Polen vertrieben worden waren, gingen verloren. Am 24. Januar 1948 übertrug Bischof Petrus Legge die Jurisdiktion für das polnisch annektierte Diözesangebiet dem Apostolischen Administrator für das ebenfalls nunmehr polnische Erzdiözesangebiet Breslaus, Karol Milik, der schon seit April 1946 darauf gedrängt hatte.[5] Im Zuge der Neuumschreibung der Bistumsgrenzen 1972 wurde das in Polen gelegene meißnische Diözesangebiet mit der Administratur des polnischen Diözesangebietes Breslaus Teil des gleichzeitig um die Apostolische Administratur Görlitz verkleinerten Erzbistums Breslau.

1969 berief Bischof Otto Spülbeck die zweite Diözesansynode ein, für die er bei Papst Paul VI. eine päpstliche Dispens erwirkt hatte, mit der erstmals die Teilnahme von Laien an einer Bistumssynode ermöglicht wurde. Die Kirchenversammlung fasste verschiedene Beschlüsse zur Umsetzung der Intentionen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf der Bistumsebene. In der Berliner Bischofskonferenz stießen diese fortschrittlichen Intentionen auf den Widerstand vieler Bischöfe. Trotzdem führte, als Spülbeck 1970 plötzlich verstarb, sein Nachfolger Gerhard Schaffran die Synode zu Ende.[6]

Sitz- und Namensänderung – Bistum Dresden-Meißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. November 1979 wurde die Bezeichnung des Bistums auf Dresden-Meißen geändert und Bischof Gerhard Schaffran verlegte im folgenden Jahr am 25. März 1980 den Bischofssitz nach Dresden.

Seit seiner Wiedererrichtung 1921 war das Bistum exemt, d. h. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, bis es 1994 durch Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Certiori christifidelium der neu geschaffenen Kirchenprovinz Berlin zugeordnet wurde.[7]

Nach Artikel 14 des Reichskonkordats von 1933, das bis heute in Geltung steht, richtet sich die Besetzung des Bischofsstuhles nach den Regelungen des Badischen Konkordats von 1932.

Kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathedrale Ss. Trinitatis in Dresden
Konkathedrale St. Petri, Bautzen
Ordinariatsgebäude Dresden 1980
St. Benno-Gymnasium Dresden

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studentengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • KSG Chemnitz
  • KSG Dresden Thomas von Aquin
  • Studentengemeinde Freiberg
  • KSG Leipzig
  • Studentengemeinde Mittweida
  • Studentengemeinde Zwickau

Wallfahrtsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungs- und Tagungshäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzielle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Jahresbericht für 2014, den das Bistum am 9. Dezember 2015 vorlegte, hatte das Bistum 2014 Einnahmen in Höhe von 30,5 Millionen Euro aus der Kirchensteuer; hinzu kamen Unterstützungszahlungen der finanzstärkeren Bistümer der alten Bundesländer in Höhe von 17,8 Millionen Euro und Staatsleistungen 2014 in Höhe von 757.728 Euro, von denen 470.629 Euro vom Freistaat Sachsen und 288.104 Euro vom Freistaat Thüringen erbracht wurden. Hinzu kamen Refinanzierungsleistungen des Freistaats Sachsen für den Betrieb der Bischöflichen Schulen in Höhe von 13,5 Millionen Euro, ferner Umsatzerlöse der Bildungshäuser in Höhe von 1,2 Millionen und Spendeneinnahmen, Zuschüsse und sonstige betriebliche Erträge; die Gesamteinnahmen des Bistums betrugen im Jahr 2014 vor Finanzergebnis 74,2 Millionen Euro. Dem standen Gesamtaufwendungen in Höhe von 71,1 Millionen Euro gegenüber, darunter Personalkosten in Höhe von 31,2 Millionen Euro. Das Bistum zahlte Zuschüsse an Pfarreien, Schulen, Kindertagesstätten und an die Caritas in Höhe von 16,9 Millionen Euro. Das Immobilienvermögen bes Bistums beläuft sich auf 53,6 Millionen Euro und besteht aus bebauten und unbebauten sowie im Erbbaurecht vergebenen Grundstücken; die 17 bebauten Grundstücke werden überwiegend von den Schulen und Bildungshäusern genutzt.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Friedrich Fischer: Die Wiedererrichtung des Bistums Meissen 1921 und ihre Vorgeschichte. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 34), Leipzig 1992.
  • Dieter Grande & Daniel Fickenscher (Hrsg.): Eine Kirche – zwei Völker. Deutsche, sorbische und lateinische Quellentexte und Beiträge zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen. Von der Wiedererrichtung 1921 bis 1929, Bautzen/Leipzig 2003. ISBN 3-7420-1926-0
  • Birgit Mitzscherlich: Diktatur und Diaspora. Das Bistum Meißen 1932–1951. Paderborn 2005. ISBN 3-506-71799-5
  • Konrad Zdarsa (Hrsg.): Eine Kirche – zwei Völker. Bd. 2: 1930 bis 1945. Deutsche und sorbische Quellentexte zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen, Bautzen und Leipzig 2008. ISBN 978-3-7420-2086-4.
  • Dieter Grande & Peter-Paul Straube (Hrsg.): Die Synode des Bistums Meißen 1969 bis 1971. Die Antwort einer Ortskirche auf das Zweite Vatikanische Konzil. Leipzig 2005. ISBN 3-7462-1806-3
  • Dieter Grande: Die Verhandlungen zum Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Sachsen vom 2. Juli 1996 aus der Sicht der katholischen Kirche, in: Reiner Tillmanns (Hrsg.): Staatskirchenverträge im Freistaat Sachsen (= Leipziger juristische Studien. Öffentlich-rechtliche Abt. 8), Leipzig 2001, S. 151–162. ISBN 3-935693-27-3.
  • Heinrich Meier: Die Ordensgemeinschaften im Gebiet des 1921 wiedererrichteten Bistums Meißen. (= Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, Bd. 33), Leipzig 1990.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bistum Dresden-Meißen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bistum Dresden-Meißen: Zahlen und Fakten. 31.12.2015, abgerufen am 22. Juli 2016.
  2. a b Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2015, Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz vom 15. Juli 2016
  3. a b c Eintrag zu Diözese Dresden-Meißen auf catholic-hierarchy.org, gesehen am 18. Juli 2016 (englisch)
  4. Georges Hellinghausen, Kampf um die Apostolischen Vikare des Nordens J. Th. Laurent und C. A. Lüpke: der Hl. Stuhl und die protestantischen Staaten Norddeutschlands und Dänemark um 1840, Rom: Editrice Pontificia Università Gregoriana, 1987, (=Miscellanea historiae Pontificiae; Bd. 53), pp. 15seq. ISBN 88-7652-568-8.
  5. Jerzy Pietrzak, Działalność kard. Augusta Hlonda jako wysłannika papieskiego na Ziemiach Odzyskanych w 1945 r. (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive), Abschnitt 'Objęcie Rządów'.
  6. Fritz Rebbelmund: Die Synode des Bistums Meißen 1969–71. Ein kirchenpolitisches und spirituelles Ereignis. Datei auf den Webseiten des Aktionskreises Halle
  7. Ioannes Paulus II: Const. Apost. Certiori christifidelium, AAS 87 (1995), n. 3, S. 217 f.
  8. bistum-dresden-meißen.de: Jahresbericht 2014, 9. Dezember 2015, abgerufen am 16. Dezember 2015.