Marie-Auguste von Thurn und Taxis

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Marie-Auguste von Thurn und Taxis

Herzogin Maria Augusta von Württemberg, geborene Prinzessin Maria Augusta von Thurn und Taxis (* 11. August 1706 in Frankfurt am Main; † 1. Februar 1756 in Göppingen) war die Ehefrau des Herzogs Karl Alexander von Württemberg.

Leben[Bearbeiten]

Maria Augusta war die Tochter von Anselm Franz von Thurn und Taxis, sie verbrachte ihre ersten achtzehn Lebensjahre in den zunächst spanischen, seit 1714 österreichischen Niederlanden. Mit ihrer Familie zog sie 1724 nach Frankfurt am Main, wo sich die Verwaltungszentrale der Kaiserlichen Reichspost befand.

Am 1. Mai 1727 heiratete sie den kaiserlichen Generalfeldmarschall und Statthalter des Königreichs Serbien Herzog Karl Alexander von Württemberg.

Sie bekam im Laufe der Jahre drei Söhne und eine Tochter, wurde aber bereits im Alter von dreißig Jahren Witwe und hatte in der Folgezeit mit der Politik der regionalen Eliten zu kämpfen, die schon gegen ihren Gemahl opponiert hatten. Die Vormundschaft ihres Sohnes Carl Eugen, des Thronnachfolgers des Württembergischen Herzogtums, war umstritten. In den Streitigkeiten vertrat sie zunächst einen strikten kaiserlichen Kurs, vollzog aber 1737 einen radikalen Kurswechsel mit einer Orientierung nach Preußen. Auf diese Weise erreichte sie im November 1737 einen Ausgleich mit dem Administrator Herzog Carl Rudolf von Württemberg-Neuenstadt und sicherte sich so ihr finanzielles Auskommen sowie ihren Einfluss auf die Erziehung ihrer Kinder. 1741 gab sie ein nach ihr benanntes württembergisches Dragonerregiment an die preußische Armee ab, das sie bereits seit 1734 führte. 1741 bekam sie den preußischen Schwarzen Adlerorden verliehen, 1745 wurde sie in den brandenburgisch-kulmbachischen Roten Adlerorden aufgenommen, noch im gleichen Jahr auch in den russischen Katharinenorden. Um den Einfluss des Preußen Friedrich des Großen auf ihre Söhne nicht überhandnehmen zu lassen, betrieb sie die vorzeitige Mündigkeitserklärung ihres Sohnes Carl Eugen. Im Jahr 1750 geriet sie aber in einen heftigen Streit mit ihrem nunmehr regierenden Sohn, so dass dieser sie in Verwahrung nehmen ließ und sie ihre letzten Lebensjahre abgeschirmt im Göppinger Schloss verbrachte.

Nachkommen[Bearbeiten]

Die Kinder des Herzogs Karl Alexander von Württemberg und der Herzogin Maria Augusta von Württemberg waren:

Literatur[Bearbeiten]

  • Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013605-4.
  • Karin de La Roi-Frey: Herzogin Maria Augusta von Württemberg (1706–1756), geborene Prinzessin von Thurn und Taxis. In: Mütter berühmter Schwabenköpfe. Stieglitz, Mühlacker 1999, ISBN 3-7987-0349-3, S. 10–37
  • Theodor Schön: Herzogin Maria Augusta von Württemberg, geborene Prinzessin von Thurn und Taxis, in: Diözesanarchiv von Schwaben, 25. Jg. 1907 und Fortsetzungen bis 30. Jg. 1912
  • Jürgen Walter: Carl Eugen von Württemberg - Biographie. Mühlacker 1987/2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marie-Auguste von Thurn und Taxis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien