Marie Moke-Pleyel

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Marie Moke-Pleyel, Lithographie von Josef Kriehuber, 1839

Marie Félicité Denise Moke-Pleyel, geb. Moke (* 14. September 1811 in Paris; † 30. März 1875 in Saint-Josse-ten-Noode bei Brüssel) war eine französisch-belgische Pianistin.

Leben[Bearbeiten]

Der Vater von Marie Moke-Pleyel stammte aus Belgien und war als Professor für Linguistik in Paris tätig. Ihre Mutter war eine Deutsche. Bereits mit vier Jahren begann sie mit dem Klavierspiel und erhielt im weiteren Verlauf Unterricht von bedeutenden Pianisten wie Ignaz Moscheles, Henri Herz und Friedrich Kalkbrenner. Ihr erstes Konzert gab sie bereits mit 12 Jahren.

1830 lernte sie Hector Berlioz in einem Mädchenpensionat kennen, in dem sie als Klavierlehrerin, Berlioz als Gitarrenlehrer tätig war. Diese Liebesbeziehung endete ein Jahr später, während Berlioz als Stipendiat in Rom weilte. 1831 heiratete sie Camille Pleyel, den Sohn des Komponisten und Klavierfabrikanten Ignaz Josef Pleyel. Camille Pleyel war 22 Jahre älter als Marie, ebenso Pianist und ein wohlhabender Klavierfabrikant. Der Ehe entstammen zwei Kinder Henri (1832 – 1853) und Louise (1833 – 1856), die beide früh starben. Bereits 1835 reichte Camille Pleyel wegen Untreue die Scheidung ein.

Sie war 1833 beim Aufenthalt von Frédéric Chopin in Paris seine Gastgeberin. Der Komponist widmete ihr seine Drei Nocturnes op. 9.

Danach begann ihre eigentliche Karriere als Konzertpianistin. In den Jahren 1838 bis 1874 bereiste sie viele europäische Städte, wie St. Petersburg, Leipzig, Dresden, Wien, Brüssel, Paris, Bonn, London. Auf ihren Konzertreisen feierte sie Triumphe und galt als bedeutendste Pianistin ihrer Zeit. 1848 wurde Marie Pleyel von François-Joseph Fétis an das Konservatorium in Brüssel als Professorin für Klavier berufen, ein Amt, das sie bis 1872 innehatte.

Ihr Privatleben war ziemlich bewegt. Sie hatte unzählige Bewunderer und viele Freunde wie Daniel-François-Esprit Auber, Felix Mendelssohn Bartholdy, Frédéric Chopin, Robert Schumann, Ferdinand Hiller, Gérard Labrunie, Alfred de Musset, Alexandre Dumas, Jules Janin, Eugène Delacroix, Adolphe Yvon etc.

Am 30. März 1875 starb sie in Brüssel und wurde auf dem Friedhof von Laeken begraben.

In einer Rezension sagte Schumann von ihr: „Es ist mehr Poesie in ihr als in zehn Thalbergs.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Jacques Eigeldinger: Chopin and Pleyel in Early Music (2001) XXIX(3), 389-398

Weblinks[Bearbeiten]