Marietta Piekenbrock

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Marietta Piekenbrock (2013)

Marietta Piekenbrock (* 1964 in Westfalen) ist eine deutsche Kuratorin, Dramaturgin, Autorin und Kulturmanagerin. In ihren Projekten verankert sie Theater, Tanz, Performance, Musik, Bildende Kunst und Architektur in institutionellen Kontexten und im urbanen Raum.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marietta Piekenbrock studierte 1984 bis 1991 Theaterwissenschaften, Philosophie, Kunstgeschichte und Vergleichende Literaturwissenschaften in Aix-en-Provence, München und Paris. Ihre Magisterarbeit Marguerite Duras: Quel’qu’un qui parle, c’est une image beschreibt die französische Autorin und Regisseurin als Impulsgeberin für eine avancierte Ästhetik des Performativen. Während des Studiums arbeitete sie als Regieassistentin, Dramaturgin und Lektorin für das Bayerische Staatsschauspiel München.

In den folgenden Jahren verantwortete sie in Zusammenarbeit mit Theatern, Museen, Galerien, Archiven und Verlagen Übersetzungen, Ausstellungen, Installationen und Künstlerbücher. Sie war Mitautorin des Theaterlexikon. Personen. Von 2000 an arbeitete sie als freie Journalistin für verschiedene Tageszeitungen (Münchner Merkur, Frankfurter Rundschau) und Zeitschriften, ab 2003 als Theaterkritikerin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Von 2004 an arbeitete sie für die Ruhrtriennale als Programm- und Produktionsdramaturgin. 2007 wechselte sie in das Leitungsteam der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas als Programmleitung für Musik, Theater, Tanz und Performance. Sie war beteiligt an der 2. Biennale Tanzausbildung und an dem Henze-Projekt, eine zwölfmonatige Retrospektive, in deren Verlauf Gisela!, Henzes letzte Oper uraufgeführt wurde. Weitere Projekte waren der Day of Song in der Veltins-Arena und die Aufführung von Gustav Mahlers Sinfonie der Tausend in der Kraftzentrale Duisburg. Heiner Goebbels engagierte sie 2011 als Leitende Dramaturgin für die Ruhrtriennale 2012–2014.[1] Mit der preisgekrönten Reihe no education setzte sie einen Diskurs an über das Verhältnis von „Kunst, Kind und Bildung“.

Von 2013 bis 2016 übernahm sie einen Lehrauftrag an der Universität Witten/Herdecke an der Fakultät für Kulturreflexion. 2015 berief sie Chris Dercon als Programmdirektorin an die Volksbühne Berlin. Wegen Querelen zwischen Dercon und der Berliner Kulturverwaltung endete 2018 dessen Vertrag, und mit Beginn der Interimsintendanz endete auch Piekenbrocks Tätigkeit an der Volksbühne.

Marietta Piekenbrock lebt in Berlin. Sie ist verheiratet mit dem Kunsthistoriker Mario von Lüttichau. Das Paar hat fünf erwachsene Kinder.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Therese Giehse 1898–1998. Ausstellungkatalog, München 1998, ISBN 3-9806164-0-1.
  • mit Christine Dössel: Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Hrsg. von C. B. Sucher. München 1999, ISBN 3-423-03322-3.
  • Theaterjahr Deutschland Österreich Schweiz. 36. Theatertreffen Berlin 1999. Hrsg. von Berliner Festspiele, Deutsches Theatermuseum München, 3sat, Mainz, Goethe-Institut, München 1999, ISBN 3-7913-2137-4.
  • Dichterhandschrift. Ausstellungskatalog. Hrsg. von E. Tworek und M. Piekenbrock. Literaturarchiv Monacensia. München 2004, ISBN 3-936738-08-4.
  • Was das Leben so spielt. Das Münchner Viertel Hasenbergl steht für die sozialen Verlierer der Stadt – die Münchner Kammerspiele atmen große Kultur. In: Madame, November 2004. Nachgedruckt in: Münchner Kammerspiele: Bunnyhill – Eine Staatsgründung. München 2005
  • Odyssee Europa. Sechs Schauspiele und eine Irrfahrt durch die Zwischenwelt. In: Theater, Theater. Aktuelle Stücke 2010. Hrsg. von RUHR.2010, U.B. Carstensen und S. von Lieven. Frankfurt a. M. 2010, ISBN 978-3-596-18540-5.
  • Stadt der Künste: Permanent Temporär. In: RUHR.2010. Die unmögliche Kulturhauptstadt. Chronik einer Metropole im Werden. Hrsg. von RUHR.2010. Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0363-0.
  • Made in Belgium. Jan Lauwers deconstruction 07. In: Das SPIELART Festival, hrsg. von Spielmotor München e.V. und Theater der Zeit. Berlin 2013.
  • Streitfälle der Vermessung Kultureller Bildung: No Education! Impulsbeitrag zur Frage: Kulturelle Bildung ohne Vermittler? kubi-online.de, Juni 2014.
  • walk in, work it, move on, hands up, come together! Choreografen bringen in Museen die Verhältnisse zum Tanzen. Zwischen Partizipation, Party und choreografischem Protokoll. In: Neue Realitäten. Jahrbuch des Bundesverband Freie Darstellende Künste 2014/2015, Berlin 2015, ISBN 978-3-8376-3512-6.
  • Wir sind unsere Modelle oder Fortschritt hängt von den Unvernünftigen ab. In: wirsindunseremodelle.de, Februar 2015.
  • Wie die Gegenwart unsere Geschichte zum Lehrstück verfremdet. In: Wohin mit dem ganzen Idealismus. Theater Neumarkt Zürich 1966 – 2066. Hrsg. von Theater der Zeit, Berlin 2016.
  • Tanz öffnet einen mentalen Raum. Über A Dancer’s Day und 10000 Gesten. Im Gespräch mit Boris Charmatz. In: Volksbühne Berlin, Programmheft September 2017.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aandreas Wink: Ruhrtriennale. Stefanie Carp im Interview abgerufen am 6. Februar 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marietta Piekenbrock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien