Marshmallow

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Marshmallows
Rösten von Marshmallows
Über dem Feuer gedrehte Marshmallows
Glas Marshmallow-Creme

Marshmallow ist eine Schaumzuckerware aus Zucker (etwa 75 %), Eischnee, Geliermittel sowie Aroma- und Farbstoffen. Ursprünglich wurden Marshmallows aus den Wurzeln des Echten Eibischs (Althaea officinalis) hergestellt. Ihr Name leitet sich von der englischsprachigen Bezeichnung marshmallow (deutsch: Sumpf-Malve) für diese Pflanze ab. Heute wird aus Kostengründen meist Gelatine als Geliermittel verwendet, es sind aber auch Marshmallows mit koscherem oder pflanzlichem Geliermittel (Agar, Carrageen) erhältlich sowie Produkte, die ganz auf Geliermittel verzichten (z. B. Marshmallow-Fluff). Im deutschsprachigen Raum ist die Süßware häufig unter der Produktbezeichnung Mausespeck oder Mäusespeck erhältlich.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marshmallows sind besonders in den USA beliebt, wo zu Thanksgiving beispielsweise Süßkartoffeln mit Marshmallows dekoriert werden. Häufig werden sie vor dem Verzehr auf einem Grill erwärmt oder (auf Stöcke gespießt) über einem Lagerfeuer gedreht. Ihren Ursprung haben die Marshmallows in den französischen Pâte de guimauve.

Historische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Echte Eibisch ist eine Heilpflanze, die seit langer Zeit in Europa verwendet wird. Die Wurzeln des Eibischs sondern eine klebrige, weiße Substanz ab, die im nördlichen Europa vor der Verwendung von Gummi arabicum und ähnlichen klebenden Substanzen auch als Klebstoff verwendet wurde. Die medizinische Verwendung lässt sich mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen, als kandierte Stücke der Eibischwurzel als Mittel gegen Erkältungen eingesetzt wurden.

Die Franzosen nutzten die Eigenschaften der Eibischwurzel als erste für kulinarische anstatt für medizinische Zwecke. Aus aufgeschlagenem Eiweiß, Zucker und den klebrigen Inhaltsstoffen der Eibischwurzel produzierten sie Pâte de guimauve, den Vorläufer der Marshmallows. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Substanzen des Eibischs durch Gelatine ersetzt. In ursprünglicher Form ist dieser Vorläufer der Marshmallows noch als Eibischteig erhältlich und soll husten- und reizlindernd wirken.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In den 1960er Jahren wurde von dem Psychologen Walter Mischel der Marshmallow-Test angewendet. Es sollte überprüft werden, ob die Kinder zum „Belohnungsaufschub“ fähig sind.[1][2]
  • Marshmallow ist der Namensgeber für die Android-Version 6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tim Richardson: Sweets: a history of temptation. 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marshmallows – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Marshmallow – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Mäusespeck – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Mischel: The Marshmallow Test: Mastering Self-Control, Little Brown, New York 2014, ISBN 0316230855. Deutsch: Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit, Siedler Verlag, München 2015, ISBN 9783641119270.
  2. Tomasz Kurianowicz: Marshmallow-Test: Nimm mich! Rezension in FAZ, 5. November 2014.