Matthew Fox (Theologe)

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Matthew Fox (* 21. Dezember 1940 in Madison, Wisconsin) ist ein US-amerikanischer Priester und Theologe. Er ist ein Vertreter der sogenannten „Schöpfungsspiritualität“, einer Bewegung, die sich auf mittelalterliche Mystiker und Theologen wie die hll. Hildegard von Bingen, Thomas von Aquin, Meister Eckhart und Nikolaus von Kues bezieht.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fox wurde auf die Vornamen Timothy James getauft. 1967 empfing er die Priesterweihe und nahm den Namen Matthew (nach dem Evangelisten Matthäus) an. Er erlangte an der katholischen Hochschule Aquinas Institute of Theology (St. Louis, Missouri) den Master-Abschluss sowohl in Philosophie als auch in Theologie. Anschließend promovierte Fox mit summa cum laude zum Doktor der Philosophie am Institut Catholique de Paris (Paris, Frankreich). Wegen umstrittener Lehraussagen verlor Fox durch den damaligen Leiter der päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre, Joseph Kardinal Ratzinger, 1988 die Missio canonica. 1992 wurde er aus dem Orden der Dominikaner entlassen.

1994 ordinierte ihn die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika. Fox wurde von Bischof William Swing in der Diözese Kalifornien ordiniert.

Foxens Bücher, insbesondere Original Blessing (1983) und The Coming of the Cosmic Christ (1988, deutsch Vision vom kosmischen Christus, 1991), stießen die Bewegung der Schöpfungsspiritualität] an. In seiner 1996 erschienenen Autobiografie Confessions: The Making of a Post-Denominational Priest beschreibt Fox sein Leben bei den Dominikanern und die Differenzen mit der römisch-katholischen Kirche über sein Verständnis des frühen Christentums. Fox ist der Autor von 22 weiteren geistlichen Büchern. Mit dem britischen Biologen und Parapsychologen Rupert Sheldrake verfasste Fox zwei Bücher.

Fox lehrte zunächst am Holy Names College in Oakland, Kalifornien, wo er das Institute for Culture and Creation Spirituality („Institut für Kultur und Schöpfungsspiritualität“) leitete. Nach weiteren Kontroversen um seine umstrittenen Thesen gründete Fox 1996 ebenfalls in Oakland eine eigene Universität, die University of Creation Spirituality („Universität der Schöpfungsspiritualität“), die sich Anfang 2005 in Wisdom University (Universität der Weisheit) umbenannte. Die Schule tritt für alternative Formen ökumenischer Gottesdienste und die Verbindung von Liturgie mit Ritualen der amerikanischen Ureinwohner (zum Beispiel Schwitzhütten) oder heidnischen Naturritualen ein.

Fox tritt für die Andachtsform der »kosmischen Messe« (The Cosmic Mass, TCM) ein, die westliche liturgische Elemente, Live- und elektronische Musik, Multimedia-Elemente, sowie asiatische und indigene religiöse Elemente verbindet.

Am Pfingstwochenende 2005 schlug Matthew Fox seine eigenen 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg an, wo Martin Luther mit seinem Thesenanschlag 1517 die Reformation ausgelöst hatte. In seinen Thesen ruft Fox zu einer neuen Reformation des Christentums auf. In seinem die Aktion begleitenden Buch A New Reformation („Eine neue Reformation“) argumentiert Fox, es gebe bereits zwei „Christentümer“ und es sei an der Zeit, die westliche spirituelle Tradition in eine neue Richtung zu führen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

deutsch

  • Vision vom Kosmischen Christus. Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Kreuz, Stuttgart 1991, ISBN 978-3-7831-1073-9, gebunden, 400 Seiten
  • Schöpfungsspiritualität. Heilung und Befreiung für die Erste Welt. Kreuz, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-7831-1231-3, 189 Seiten, broschiert
  • Engel – die kosmische Intelligenz. (gemeinsam mit Rupert Sheldrake), Kösel, München 1999, ISBN 3-466-36691-7, 335 Seiten (Taschenbuch 2005)
  • Die Seele ist ein Feld. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Spiritualität. (gemeinsam mit Rupert Sheldrake) Scherz, 2002, ISBN 978-3-502-61023-6, 223 Seiten
  • Revolution der Arbeit. Damit alle sinnvoll leben und arbeiten. Kösel, München 2002, ISBN 978-3-466-36448-0, gebunden, 398 Seiten
  • Ratzinger und sein Kreuzzug. Ein engagiertes Plädoyer für Schöpfungsspiritualität statt Dogmenmacht. ARUN, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-86663-065-9, gebunden, 308 Seiten

englisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]