Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei.

Mebis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
mebis – Landesmedienzentrum Bayern
Basisdaten

Entwickler Bayerisches Kultusministerium
Erscheinungsjahr 2014[1]
Betriebssystem Webbrowser
Programmiersprache PHP
Kategorie LMS
deutschsprachig ja
www.mebis.bayern.de

Mebis (Abkürzung für Medien, Bildung, Service;[2] Eigenschreibweise mebis) ist ein Internetportal des bayerischen Kultusministeriums. Es hat 2014 die Pilotphase verlassen und steht neben den staatlichen bayerischen Schulen seit 2017 auch allen kommunalen und privaten Schulen in Bayern zur Verfügung. 2020 wurde mebis von über einer Million Menschen genutzt.[3][4]

Teilangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infoportal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mebis-Infoportal enthält Beiträge zu mediendidaktischen und medienerzieherischen Themen sowie Hilfestellungen zu allen Teilangeboten von mebis („mebis Support“).[5][6]

Mediathek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zugangsgeschützten mebis Mediathek sind ca. 60.000 digitale Bildungsmedien zu finden. Dazu gehören Video- und Audioinhalte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten sowie kommunaler Medienzentren.[7]

Prüfungsarchiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mebis Prüfungsarchiv stellt zentrale bayerische Abschlussprüfungen und Vergleichsarbeiten aller Schularten zu Übungszwecken zur Verfügung.[8]

Lernplattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mebis Lernplattform ist ein datenschutzkonformes Lernmanagementsystem auf der Basis von moodle. Es stellt das Kernstück des Portals dar, auf dem Lehrkräfte Aufgaben und Materialien bereitstellen. Außerdem ist eine Chatfunktion enthalten. Zur Erstellung der Aufgaben steht den Lehrkräften unter anderem die Möglichkeit zur Verfügung, interaktive Inhalte mit H5P zu erstellen.[9]

teachSHARE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Kurs-Tauschbörse teachSHARE haben bayerische Lehrkräfte die Möglichkeit, eigene Kursräume auch anderen Lehrkräften als Vorlage zur Verfügung zu stellen.[10]

Tafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mebis-Tafel ist eine browserbasierte Software zum Erstellen von Notizen und Tafelbildern. Lehrkräfte können Tafelbilder speichern und mit Lernern teilen. Um die Tafelbilder interaktiv nutzbar zu machen, können Inhalte aus anderen mebis-Teilangeboten oder von anderen Webseiten eingebunden werden.[11]

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Server-Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Ereignisse um die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus stellten viele bayerische Schulen große Teile ihres Unterrichts auf mebis um. Die Plattform wurde kurzfristig mit zusätzlichen Server-Kapazitäten ausgestattet.[12] Trotz dieser Bemühungen stand die Plattform bereits seit den ersten Schulschließungen im Frühjahr aufgrund von Problemen und Ausfällen immer wieder in der Kritik.[13]

In einem Schreiben an Bayerns Schulen riet Kultusminister Michael Piazolo im Januar 2021 von der Nutzung der Lernplattform ab, um „Spitzenlasten zu vermeiden“. Um weitere Mebis-Ausfälle zu vermeiden, sollten sich die Schulen zeitlich versetzt einloggen dürfen.[14][15]

Hackerangriff 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem Betreiber wurde die Plattform in den Morgenstunden des 16. März 2020 Ziel eines Hackerangriffs. Es wäre DDoS-Attacke ausgeführt worden, die zum Ausfall der Website führte.[16]

Sicherheitslücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am frühen Morgen des 21. August 2020, veröffentlichte das 0x90.space e.V. Hackerspace aus Nürnberg offene Sicherheitslücken in Mebis.[17] Dies geschah, weil die Betreiber der Lernplattform seit 21. Mai 2020 über die Schwachstellen informiert waren, aber die 90-tägige Responsible-Disclosure-Frist vom 19. August 2020 verstreichen ließen.[17][18][19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst: Über mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  2. bildungsserver.de: mebis – Landesmedienzentrum Bayern. Abgerufen am 29. März 2020.
  3. "mebis:Lernen im virtuellen Raum" – Bayerischer Philologenverband – Das Gymnasium in Bayern, 4 – 2020
  4. Über mebis | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  5. Über mebis | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  6. mebis Support | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  7. Mediathek Kurzeinführung | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  8. Prüfungsarchiv Kurzeinführung | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  9. Lernplattform – Überblick | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  10. über teachSHARE | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  11. Tafel – Schnellüberblick | mebis. Abgerufen am 18. August 2020.
  12. mebis in Zeiten von Corona - mebis | Infoportal. Abgerufen am 18. August 2020.
  13. Grüne kritisieren Mebis-Ausfall im Wechselunterricht. In: Zeit.de. 9. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  14. SPD-Fraktion sieht Piazolos Mebis-Schreiben als "Bankrotterklärung". In: sueddeutsche.de. 6. Januar 2021, abgerufen am 22. September 2022.
  15. Barbara Gillmann: Digitaler Unterricht: In Deutschland funktioniert keine Lernplattform problemlos. In: handelsblatt.com. 8. Januar 2021, abgerufen am 22. September 2022.
  16. mebis_bayern: #Servicetweet Seit den frühen Morgenstunden sind die mebis-Server einer #DDoS_Attacke ausgesetzt. In: Twitter. 16. Juni 2020, abgerufen am 1. April 2020.
  17. a b 0x90.space e.V.: Technische Analyse der MEBIS-Schwachstellen. In: 0x90.space. 20. August 2020, archiviert vom Original; abgerufen am 27. August 2020.
  18. Janina Lionello: Schulplattform Mebis: Nürnberger Hacker finden mehrere Sicherheitslücken. In: nordbayern.de. 21. August 2020, abgerufen am 27. August 2020.
  19. Volker Briegleb: Hacker finden Sicherheitslücken in Lernplattform Mebis. In: heise.de. 21. August 2020, abgerufen am 27. August 2020.