Medergen

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Medergen von Südwesten

Medergen (schweizerdeutsch: Medrige) ist eine auf 2000 m gelegene Alpsiedlung in der Nähe von Arosa im schweizerischen Kanton Graubünden. Es gehörte zur ehemaligen Gemeinde Langwies im Schanfigg und liegt auf einem aussichtsreichen Hochplateau westlich der Strelakette im Schosse der 2706 m hohen Mederger Flue. Seit Anfang 2013 ist Medergen Teil der Gemeinde Arosa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medergen mit Plattenhorn, Weisshorn, Brüggerhorn, Prätsch und Maran (im Uhrzeigersinn)

War Medergen ursprünglich einzig Alpgebiet der damals rätoromanischen Talbevölkerung, wurde es wie das Sapün, das Fondei und Arosa um das Jahr 1300 von aus dem Landwassertal einwandernden deutschsprachigen Walsern besiedelt und zur Dauersiedlung aufgewertet. Urkundlich erwähnt wurde Medergen 1272 im Zusammenhang mit "usufructum alpinum de Sampuin et Medi", 1307 als "alpem dictam Mederi" und 1508 als "uf Medrion"[1]. Der Name leitet sich vom walserischen Meder (mähbare Alpengrasflächen) ab. Die ganzjährige Besiedlung von Medergen dauerte aufgrund der Höhenlage und der entsprechenden schwierigen klimatischen Bedingungen allerdings nicht so lange, wie etwa im Fondei oder Sapün. So besass Medergen denn auch nie eine eigene Schule oder Poststelle.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die typischen Walserhäuser auf Medergen dürfen aus baurechtlichen Gründen weder Strom noch fliessend Wasser haben. Sie werden in der schneefreien Zeit teilweise noch als Maiensässbehausung, meist jedoch zu reinen Urlaubszwecken genutzt. Die Siedlung zählt zusammen mit Sapün Dörfji und Strassberg im Fondei zu den Langwieser Ortsbildern von nationaler Bedeutung (ISOS).

Das einzige Bergrestaurant «Alpenrose» wird nur in der Sommersaison betrieben, von Mitte Juni bis Oktober. Hingegen ist das Naturfreundehaus Medergerfluh, das höchstgelegene Naturfreundehaus der Schweiz, am Rand der Siedlung Medergen ganzjährig zugänglich.[2]

Erschliessung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturfreundehaus Medergerfluh mit Weisshorn (links) und dem Schanfigg (rechts)

Medergen kann über einen von der Schanfiggerstrasse abzweigenden Fahrweg von der Sunnenrüti oder über den Schanfigger Höhenweg/Walserweg Graubünden vom Aroser Stausee und Grünsee aus erreicht werden. Fusspfade führen weiter ins Sapün, über den Tritt und die Latschüelfurgga nach Davos Platz und über die Schwifurgga (eigentlich: Furggaltji) nach Davos Frauenkirch. Im Winter ist Medergen – wie auch die benachbarte Alp Tieja – aufgrund seiner Lage ein beliebtes Skitourenziel.

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Juli 2012 erstmals veranstaltete Gebirgslauf Swiss Irontrail führt seit 2014 unter anderem von Urdenfürggli-Hörnlihütte via Carmenna-Weisshorn nach Arosa und von dort über Medergen-Sapün-Strelapass nach Davos.

Die Episode 10 der 10. Staffel von Bauer, ledig, sucht… mit Gastmoderatorin Christa Rigozzi wurde im Sommer 2014 in Medergen und am Untersee in Arosa gedreht.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irene Schuler: Walserweg Graubünden, In 19 Etappen vom Hinterrhein in den Rätikon, Rotpunktverlag Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-421-8, S. 244 ff.
  • Region Schanfigg-Arosa, in: Terra Grischuna, 59. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 2000, ISSN 1011-5196.
  • Hans Danuser/Walser-Vereinigung Graubünden (Hrsg.): Alte Wege im Schanfigg, Verlag Walser-Vereinigung Graubünden, Splügen 1997, S. 32 ff.
  • Schanfigg-Arosa, in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.
  • Hans Danuser, Ruedi Homberger: Arosa und das Schanfigg, Eigenverlag Danuser/Homberger, Arosa 1988, S. 147 ff.
  • Fritz Maron, Ferdinand Zai: Das alte Eggahaus in Arosa – Ein Heimatmuseum für das Tal Schanfigg, Eigenverlag Verein für Naturschutz und Heimatkunde Arosa, Arosa o. J. (um 1948).
  • E. Rud: Das Schanfigg, Buchdruckerei AG Arosa, Arosa o. J. (um 1920).
  • Dr. C. Fischer: Land und Leute im Tale Schanfigg, Manatschal Ebner & Cie., Chur 1905.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Schorta: Wie der Berg zu seinem Namen kam, Terra Grischuna Verlag, 3. Auflage, Chur 1999, S. 103.
  2. Aroser Zeitung vom 24. Oktober 2014, S. 1 ff.
  3. «Bauer, ledig, sucht …» aus Arosa

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Medergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 48′ 15,4″ N, 9° 44′ 22,1″ O; CH1903: 775607 / 186256