Medusenfischartige

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Medusenfischartige

Veraltete systematische Gruppe

Das hier behandelte Taxon ist nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik. Näheres hierzu findet sich im Artikeltext.

Hyperoglyphe perciformis

Hyperoglyphe perciformis

Systematik
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Polyphyletisches Taxon:
Unterordnung: Medusenfischartige
Wissenschaftlicher Name
Stromateoidei
Jordan, 1923

Die Medusenfischartigen (Stromateoidei) waren eine der traditionellen Unterordnungen der Barschartigen (Perciformes). Sie leben pelagisch oder an den Küsten warmer und gemäßigter Meere in tieferem Wasser. Medusenfischartige leben von Plankton, Quallen und Rippenquallen.

Die sechs Familien der Medusenfischartigen stehen in einer Klade mit den Ex-Scombroidei und sind nicht näher miteinander verwandt als z. B. mit den Familien der Ex-Scombroidei oder mit Icosteus aenigmaticus. Sie werden deshalb in einer Revision der Knochenfischsystematik von Anfang 2013 zusammen mit diesen und einigen weiteren Familien der Ordnung Scombriformes zugeordnet.[1][2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medusenfischartige werden bis zu 1,2 Meter lang. Ihr Maul ist kurz und abgerundet, das Praemaxillare ist nicht oder nur wenig protraktil (vorstülpbar). Die Zähne sitzen auf dem Vomer, dem Palatium und der Zunge, können aber auch fehlen. Ihre Haut ist porenreich (die Poren führen in ein Hautkanalsystem), die Schuppen sind Rundschuppen (und fallen dann meist leicht aus), seltener Kammschuppen. Auf den Kiemenkorb folgt ein Paar "Rachen-" oder Pharyngealsäcke (Bühler 1930) mit Papillenreihen und Zähnen oder kiemenreusendornähnlichen Bildungen unklarer Funktion (fehlt bei Amarsipus). Das Skelett ist nur wenig verknöchert. Erwachsene Tiere haben keine Schwimmblase. Um die Augen besteht ein Bindegewebsring mit freiem inneren Rand, das sog. Fettlid, das dazu dient, deformierende Wirbel beim schnelleren Schwimmen von der Hornhaut abzuhalten.

Die Jungfische sehen oft ganz anders aus, sind gestreift oder gefleckt und halten sich zum Schutz zwischen den Tentakeln von Quallen und Staatsquallen auf. Sie sind jedoch kaum durch eine Schleimschicht vor den Nesselzellen geschützt. Vor der Geschlechtsreife bilden sie ihre Schwimmblase zurück.

Familien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sechs Familien und 16 Gattungen mit etwa 70 Arten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ricardo Betancur-R., Richard E. Broughton, Edward O. Wiley, Kent Carpenter, J. Andrés López, Chenhong Li, Nancy I. Holcroft, Dahiana Arcila, Millicent Sanciangco, James C Cureton II, Feifei Zhang, Thaddaeus Buser, Matthew A. Campbell, Jesus A Ballesteros, Adela Roa-Varon, Stuart Willis, W. Calvin Borden, Thaine Rowley, Paulette C. Reneau, Daniel J. Hough, Guoqing Lu, Terry Grande, Gloria Arratia, Guillermo Ortí: The Tree of Life and a New Classification of Bony Fishes. PLOS Currents Tree of Life. 2013 Apr 18. Edition 1. doi:10.1371/currents.tol.53ba26640df0ccaee75bb165c8c26288, PDF
  2. Thomas J. Near, A. Dornburg, R.I. Eytan, B.P. Keck, W.L. Smith, K.L. Kuhn, J.A. Moore, S.A. Price, F.T. Burbrink, M. Friedman & P.C. Wainwright. 2013. Phylogeny and tempo of diversification in the superradiation of spiny-rayed fishes. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 101:12738-21743. doi: 10.1073/pnas.1304661110, PDF

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Fiedler: Fische (= Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Bd. 2: Wirbeltiere. Tl. 2). Gustav Fischer, Jena 1991, ISBN 3-334-00338-8.
  • J. S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006 ISBN 0-471-25031-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Medusenfischartige (Stromateoidei) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien