Melchior Wathelet (Senior)

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Melchior Wathelet oder Melchior Wathelet (Senior) (* 6. März 1949 in Petit-Rechain) ist ein belgischer cdH-Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er hat Abschlüsse in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Universität Lüttich) und einen Master of Laws (Harvard University).

Er war 1992 durch Anwendung des Lejeune-Gesetzes von 1881 verantwortlich für die vorzeitige Freilassung von Michelle Martin, der Frau des belgischen Kindermörders und Kinderschänders Marc Dutroux. Michelle Martin wurde zu einer 30 jährigen Haftstrafe verurteilt, wurde jedoch bereits nach 16 Jahren unter Anwendung der Lejeune Gesetze wieder aus ihrer Haft entlassen.

Vom 19. September 1995 bis zum 6. Oktober 2003 war er Richter am Europäischen Gerichtshof.[1]

2012 wurde er Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof.

Übersicht der politischen Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977–1995: Mitglied der Abgeordnetenkammer (teilweise verhindert)
  • 1980–1995: Mitglied des Rates der Wallonischen Region
  • 1980–1981: Staatssekretär für die Wallonische Region in der Regierung Martens IV
  • 1981: Staatssekretär für die wallonische regionale Wirtschaft und für den Wohnungsbau in der Regierung M. Eyskens
  • 1982–1985: Minister der Wallonischen Region für neue Technologien, kleine und mittlere Unternehmen, Raumordnung und Wälder
  • 1985–1988: Ministerpräsident der Wallonischen Region
  • 1988–1991: Vizepremierminister, Minister für Justiz und den Mittelstand in den Regierungen Martens VIII und Martens IX
  • 1992–1995: Vizepremierminister, Minister für Justiz und Wirtschaftsangelegenheiten in der Regierung Dehaene I
  • 1995: Vizepremierminister, Minister für Landesverteidigung in der Regierung Dehaene II
  • 1995: Bürgermeister von Verviers (teilweise verhindert)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Protokollarische Reihenfolge. Europäischer Gerichtshof, 9. Oktober 2014; abgerufen am 24. November 2014.