Memtest86

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Memtest86

Screenshot von memtest86
Bildschirmfoto von Memtest86 Version 8.3
Basisdaten

Entwickler Chris Brady (bis Version 3), PassMark Software (aktuell)
Aktuelle Version 8.3[1]
(22. November 2019)
Betriebssystem Keines (wird direkt gestartet)
Programmiersprache Assemblersprache, C
Kategorie Systemsoftware
Lizenz GPL (bis 4.x), proprietär (ab 5.0)
deutschsprachig nein
memtest86.com

Memtest86 ist eine Software, mit der man den Arbeitsspeicher eines Computers auf Fehler überprüfen kann. Es wurde von Chris Brady ursprünglich als freie Software geschrieben und stand bis Version 4 unter der GNU General Public License.

Das Programm überprüft Arbeitsspeicher mittels eines Stresstests auf Fehler und zeigt gegebenenfalls die Speicheradresse von fehlerhaften Speicherzellen in einer Liste an. Die Software wird gleich nach dem Systemstart geladen und ausgeführt; ein Betriebssystem ist nicht erforderlich. Ältere Versionen von Memtest86 bzw. die freie Abspaltung MemTest86+ ist im Bootmenü vieler Linux-Distributionen enthalten bzw. kann einfach nachinstalliert werden.

Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefundene Speicherfehler mit Memtes86+ v5.01

Memtest86 schreibt eine Reihe von Testmustern in jede Speicheradresse, liest diese wieder aus und vergleicht sie. Nur wenn das ausgelesene Muster mit dem ursprünglich geschriebenen übereinstimmt, ist die betreffende Speicheradresse fehlerfrei. Dieser Vorgang wird für jede Speicheradresse wiederholt; sind alle fehlerfrei, so ist auch das Speichermodul mit größter Wahrscheinlichkeit fehlerfrei. Ein Memtest-Durchlauf („Pass“) dauert je nach CPU-Geschwindigkeit und Speichergröße mehrere Stunden. Insgesamt werden neun verschiedene Tests durchgeführt.

Aufgrund der Arbeitsweise von Memtest bedeuten gefundene Defekte nicht zwangsläufig einen defekten Arbeitsspeicher. Es kann sich auch um einen Defekt der CPU oder des Mainboards handeln, wobei der Arbeitsspeicher die bei weitem häufigste Fehlerquelle darstellt.

Memtest86 arbeitet ohne Betriebssystem direkt auf der Hardware und kann von USB-Stick, über das Netzwerk mittels Preboot Execution Environment (PXE) oder, so die Laufwerke dafür vorhanden sind, bis zu Version 7 auch von einer CD-ROM gestartet werden.[2] Ältere Versionen bis 4.x konnten auch von einer bootfähigen Diskette gestartet werden. Bis zur Version 4 erfolgte das Booten im Modus legacy-BIOS, spätere Versionen setzen zum Booten das Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) voraus. Dabei muss Secure Boot abgeschaltet sein, da die EFI-Bootdateien von Memtest86 nicht signiert sind.

Zusätzlich zu der "Free" Version von Memtest86 gibt es noch eine kostenpflichtige "Pro" Version.[3][4] Diese enthält neben den Funktionen der kostenlosen Version noch speziellere Funktionen, wie ECC Fehler Injection, also die Möglichkeit, bei ECC Speicher absichtliche Fehler einzubringen, um die Fehlerkorrektur und die Loggingfunktion hierfür zu prüfen, außerdem gibt es hier noch zusätzliche 64bit SIMD Tests und die Reports sind speicherbar. Die Pro-Version erlaubt weiters mittels UEFI-PXE über das Netzwerk zu booten.

Memtest86 in der Version 8.x (Free und Pro-Version) wird von der australischen Firma PassMark weiterentwickelt. Mit Erscheinen der Version 5 wurde die GPL zugunsten einer proprietären Lizenz aufgegeben. Memtest86 ist kompatibel mit allen aktuellen Chipsätzen für sämtliche Intel- und AMD-Mehrkernprozessoren.

Memtest86+[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Memtest86+, geschrieben von Samuel Demeulemeester, ist eine Abspaltung auf Basis der Version 3.0 von Chris Bradys Memtest86. Das Projekt entstand, da das Original von Mai 2002 bis März 2004 nicht aktualisiert worden war. Memtest86+ steht wie seine Vorlage unter der GNU General Public License. Ab Version 4.10 wird Memtest86+ mit Installer für Speicherkarten, USB-Sticks und für das Booten im Netzwerk (PXE) im Modus legacy-BIOS angeboten. Der Funktionsumfang von Memtest86+ ist geringer als der von Memtest86.

Memtest für Grafikkarten/GPUs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit CUDA GPU memtest gibt es ein Speichertestprogramm für den Speicher auf Nvidia-Grafikkarten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Memtest86 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.memtest86.com.
  2. MemTest86 Version History. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  3. PassMark MemTest86 - Memory Diagnostic Tool. In: www.memtest86.com. Abgerufen am 2. Januar 2017.
  4. Purchase MemTest86 online. In: www.memtest86.com. Abgerufen am 2. Januar 2017.