Menschenschmuggel

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Dieser Artikel beschreibt die illegale Verbringung von Menschen über nationale Grenzen hinweg. Für den gleichnamigen Spielfilm von 1950 siehe Menschenschmuggel (Film)
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Menschenschmuggel bezeichnet die illegale Verbringung von Menschen über internationale Grenzen. Der Menschenschmuggel umfasst sowohl Aspekte der illegalen Fluchthilfe wie auch Verbringungen im Kontext von Menschenhandel in der Prostitution, modernem Sklavenhandel und ähnlicher Schattenwirtschaft.

Wesen[Bearbeiten]

Der Schmuggel von Menschen steht zumeist im Zusammenhang mit der illegalen Migration. Die Schmuggler erhalten von den geschmuggelten Menschen in Medien kolportierte hohe Summen.

Der Menschenschmuggel stellt einen Wirtschaftsfaktor der internationalen organisierten Kriminalität dar. Seine Mechanismen und Machtstrukturen beschreiben der Kriminologe Andrea Di Nicola und der Journalist Giampaolo Musumeci in ihrem Buch Bekenntnisse eines Menschenhändlers. Das Milliardengeschäft mit den Flüchtlingen.[1] Di Nicola und Musumeci führen an, Menschenschmuggel sei das profitabelste Geschäft nach dem Drogenhandel.[2] Ihr Buch zeigt zudem enge Verquickungen des Schleusergeschäfts mit dem Drogenhandel auf.[3] Werden Schleuser gefasst, bleiben die Schleuserbosse und Mittelsmänner ähnlich wie im Drogenhandel meist unerkannt.[4]

Der Menschenschmuggel ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Menschenhandel. Zwar kann der Menschenschmuggel ein Mittel des Menschenhandels sein. Der Menschenschmuggel bezieht sich aber lediglich auf den Transport von Menschen. Der Menschenhandel dagegen beinhaltet die ausbeuterische Verwendung von Menschen als Ware.

Todesfälle[Bearbeiten]

Die illegale Einwanderung ist gefährlich. Die geschmuggelten Menschen sind regelmäßig einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt. So kam etwa ein versuchter Menschenschmuggel kurz vor dem Ziel nach Großbritannien zu einem tragischen Ende. Am 19. Juni 2000 entdeckten britische Zollbeamte im Fährhafen von Dover in einem Lastkraftwagen hinter Tomatenkisten die Leichen von 58 Menschen. Wie sich später bei polizeilichen Nachforschungen herausstellte, waren 54 Männer und vier Frauen aus der chinesischen Provinz Fujian aufgebrochen, um im Vereinigten Königreich illegal einzuwandern und dort Arbeit zu finden. Ihr langer Weg über Russland, die Ukraine, Tschechien, Deutschland und die Niederlande fand ein jähes Ende, als bei der Überfahrt auf einer Fähre über dem Ärmelkanal die Belüftung des Containers ausfiel und die Gruppe im Laderaum erstickte.[5][6]

Bei einem Bootsunglück vor Lampedusa kamen am 3. Oktober 2013 ca. 390 Menschen ums Leben. In einer Flüchtlingsboot-Havarie im September 2014 ertranken über 480 Menschen. Am 19. April 2015 ereignete sich das vermutlich größte Schiffsunglück im Mittelmer seit 50 Jahren mit geschätzten 800 Toten.[7] In der Nacht vom 26. auf den 27. August 2015 wurden im burgenländischen Parndorf in einem abgestellten Kühlwagen die Leichen von 71 geschmuggelten Menschen entdeckt, die vermutlich darin erstickt waren (Flüchtlingstragödie bei Parndorf). Wenige Stunden nach dem Leichenfund in Österreich, ertranken am Abend des 27. August 2015 bis zu 200 Flüchtlinge vor der Küste Libyens, nachdem das Boot mit 400 Passagieren gekentert war.[8][9] Am Morgen des 2. September 2015 wurde die Leiche des 3-jährigen Kleinkindes Aylan Kurdi am Strand der türkischen Stadt Bodrum angespült, er war ein syrisches Flüchtlingskind, der mit seinem 5 jährigen Bruder Ghalib und seiner Mutter Rehan mit einem Schlauchboot voller Flüchtlinge kenterte und ertrank. [10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Pfau: Schleusungskriminalität – Eine Analyse des Phänomens und der polizeilichen Interventionsstrategien. Tectum-Wissenschaftsverlag, Marburg 2012. ISBN 978-3-8288-3009-7
  • Ernesto Kiza: Tödliche Grenzen - die fatalen Auswirkungen europäischer Zuwandererpolitik. Eine theoretisch-empirische Untersuchung von Todesfällen illegalisierter Migranten im Kontext neuer Migrationsdynamiken und restriktiver Migrationspolitiken. Lit-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-8258-1305-5 (Studien zu Migration und Minderheiten; 18).
  • Matthias Neske: Menschenschmuggel. Deutschland als Transit- und Zielland irregulärer Migration. Lucius & Lucius, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8282-0397-6 (Dissertation, Universität Bamberg 2007).
  • Sophie Westermann: Irreguläre Migration - ist der Nationalstaat überfordert? Staatliches Regieren auf dem Prüfstand. Tectum-Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-8288-9863-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfram Schuette: Buchrezension zu Andrea Di Nicola, Giampaolo Musumeci: „Bekenntnisse eines Menschenhändlers. Das Milliardengeschäft mit den Flüchtlingen“. culturmag.de, 28. März 2015, abgerufen am 20. April 2015.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRalph Gerstenberg: Buch über Menschenhandel: Illegales Spiel mit Träumen und Sehnsüchten. Deutschlandfunk, 2015-0309, abgerufen am 20. April 2015.
  3. Andrea Di Nicola, Giampaolo Musumeci: „Bekenntnisse eines Menschenhändlers. Das Milliardengeschäft mit den Flüchtlingen“. Abschnitt „Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23. März 2015“. perlentaucher.de, abgerufen am 20. April 2015.
  4. Tödliches Milliardengeschäft: Schleuser verraten die Tricks der skrupellosen Bosse. focus.de, 20. April 2015, abgerufen am 20. April 2015.
  5. Deutschlandradio-Kalenderblatt vom 19. Juni 2010: Schreckensfund im LKW, abgefragt am 18. Juni 2011
  6. Die Zeit, Ausgabe 27/2000: Endstation Dover, abgefragt am 18. Juni 2011
  7. Die Zeit, 12. Mai 2015: Mehr als 700 Menschen ertrinken im Mittelmeer, abgefragt am 1. September 2015
  8. tagesschau.de, 28. August 2015: Flüchtlingsschiffe kentern vor libyscher Küste: 200 Flüchtlinge ertrunken , abgefragt am 1. September 2015
  9. Spiegel Online, 28. August 2015: Vor Libyen: Hunderte Tote bei Untergang von Flüchtlingsboot befürchtet, abgefragt am 1. September 2015
  10. "Tagesschau.de", 3. September 2015: "Der Schrei des kleinen Jungen", abgefragt am 3. September 2015