Menschenhandel

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Früher war Deutschland ein Herkunftsort der Opfer. Heute ist es vorwiegend ein Zielort.

Menschenhandel beschreibt unterschiedliche Ausprägung einer planmäßigen Art der Ausbeutung von Menschen. Menschenhandel umfasst die Ausbeutung der Arbeitskraft, sexuelle Ausbeutungen, Ausnutzungen von Zwangslagen, einer auslandsspezifischen Hilflosigkeit oder von Personen unter 21 Jahren, den Einsatz von Gewalt, Drohungen oder einer List durch Einzeltäter, Organisationen oder Staaten. Daher ist auch die Zwangsprostitution eine Fallgruppe des Menschenhandels.

Der Begriff Menschenhandel benennt - anders als der Kinderhandel - vor allem eine Vielzahl unterschiedlicher Ausbeutungserscheinungen, seltener den eigentlichen Handel.

Nicht als Menschenhandel gilt der Menschenschmuggel, bei dem es lediglich um den Transport bzw. das Über-die-Grenze-Bringen von Menschen geht.

In Deutschland ist der Menschenhandel nach § 232 und § 233 des StGB strafbar. In Österreich wird die Straftat Grenzüberschreitender Prostitutionshandel genannt.

Das Außenministerium der Vereinigten Staaten schätzte 2005, dass jährlich 600.000 bis 800.000 Männer, Frauen und Kinder über internationale Grenzen gehandelt werden, etwa 80 % davon Frauen und Mädchen[1].

Arten des Menschenhandels[Bearbeiten]

Arten des Menschenhandels kann man unterscheiden: nach den Zielen, die er verfolgt und nach den dazu eingesetzten Mitteln.

Ziel(e) des Menschenhandels ist/sind vor allem die Erzielung von Geldeinnahmen, der die Ausbeutung der Arbeitskraft zumeist vorgelagert ist und/oder die sexuelle Ausbeutung.

Mittel des Menschenhandels sind:

Tatmittel[Bearbeiten]

Die Tatmittel unterscheiden sich dadurch wesensmäßig,

  • ob das Opfer ohne Willensbeugung und im Bilde aller Umstände sich wegen seiner misslichen Lage (Zwangslage, auslandsspezifische Hilflosigkeit) oder Unerfahrenheit (unter 21 Jahren) auf die Ausbeutung einlässt
  • oder ob das Opfer entweder körperlich (Gewalt) oder psychisch (Drohung) gezwungen wird
  • oder sich im Irrtum über die Umstände (List) befindet.

Während die Ausnutzung einer misslichen Lage des Opfers mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft wird, ist die Anwendung von Nötigungsmitteln oder List ein Verbrechen, welches mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft wird.

Tatziele[Bearbeiten]

Ziel(e) des Täters ist/sind vor allem die Erzielung von Geldeinnahmen, der die Ausbeutung der Arbeitskraft vorgelagert sein kann und/oder die sexuelle Ausbeutung (bzw. das Geld, das ihm dadurch zukommt); daneben kann er noch weitere Ziele verfolgen (siehe z.B. Sadismus).

Erzielung von Geldeinnahmen[Bearbeiten]

Jüngstes europäisches Beispiel für staatlich redigierten, massiv betriebenen Menschenhandel war die DDR im Umgang mit politischen Häftlingen in den Jahren 1964-1989. So "verkaufte" sie in diesem Zeitraum insgesamt 33.753 politische Häftlinge an die Bundesrepublik Deutschland, die dafür der DDR insgesamt 3,4 Milliarden Deutsche Mark zahlte.[3] Das erwies sich in mehrfacher Hinsicht für die DDR als vorteilhaft: Einerseits wurden missliebige Personen dauerhaft außer Landes geschafft, dabei wurden sogar volkswirtschaftlich bedeutsame Deviseneinnahmen erzielt, außerdem ließ sich der seit der vertraglichen Bindung durch die Verpflichtungen zur KSZE erhebliche innenpolitische Reformdruck mindern. Historiker halten das mit dem Soldatenhandel unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel während des Absolutismus vergleichbar.[4]

Ausbeutung der Arbeitskraft[Bearbeiten]

Eine Ausbeutung liegt vor, wenn der Täter das Opfer in Leibeigenschaft, Sklaverei oder Schuldknechtschaft hält oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Beschäftigung bringt, deren Bedingungen im Vergleich zu anderen, eine vergleichbare Tätigkeit ausübende Arbeitnehmer in einem auffälligen Missverhältnis stehen.

Die Ausbeutung der Arbeitskraft darf nicht verwechselt werden mit normaler Arbeitsmigration und Schwarzarbeit. Menschenhandel liegt meist dann vor, wenn ein ausländischer Arbeitnehmer unter Umgehung der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen gezielt ausgebeutet wird. Hierzu zählen zum Beispiel die Vermittlung von Hausangestellten an Privathaushalte, die nicht arbeitsrechtlich überprüft werden und wo teilweise an Sklaverei grenzende Arbeitsbedingungen herrschen. Hierbei werden gerade weibliche Angestellte häufig auch sexuell ausgebeutet.

Weiterhin werden die Arbeitskräfte oftmals auf Plantagen und in Fabriken eingesetzt. Diese Form des Menschenhandels ist besonders in Latein- und Südamerika sowie in Süd-Ost-Asien verbreitet.

In diesem Bereich bekannt gewordene Fälle sprechen von Freiheitsentzug, keiner Bezahlung, Essensentzug zur Bestrafung, psychischer Misshandlung, fehlender Freizeit, Isolation, Körperverletzung, sexueller Gewalt.

Sexuelle Ausbeutung[Bearbeiten]

Als sexuelle Ausbeutung gelten die Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder die Vornahme ausbeuterischer sexueller Handlungen, gleichgültig, ob das Opfer die sexuelle Handlung an einem anderen oder an sich vor einem anderen vornimmt. Die Prostitution muss keinen ausbeuterischen Charakter aufweisen. Sexuelle Handlungen sind Handlungen außerhalb der Prostitution, wie z.B. in Peepshows, Stripshows oder die Mitwirkung als Darsteller in pornographischen Filmwerken oder im Heiratshandel. Voraussetzung ist, anders als bei der Prostitution, dass diese Handlungen nach den besonderen Umständen wirtschaftlich ausbeuterisch sind. Opfer sexueller Ausbeutung sind hauptsächlich Frauen und Kinder.

Beutet der Täter das Opfer sexuell unter Anwendung von Gewalt, Drohung oder einer List aus, liegt ein Fall der Zwangsprostitution vor.

Schwerer Menschenhandel[Bearbeiten]

Nutzt der Täter die Zwangslage, die auslandsspezifische Hilfslosigkeit des Opfers oder sein Alter unter 21 Jahren aus, wird diese Begehungsweise des Menschenhandels der durch Zwang oder List erwirkten Ausbeutung als gleich schwer erachtet, wenn das Opfer ein Kind unter 14 Jahren, das Opfer in Lebensgefahr schwebte oder schwere körperliche Misshandlung erlitt oder der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelte.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff des Menschenhandels unterliegt Einwendungen, da er anders als der Kinderhandel nicht den Handel mit Menschen umfasst, sondern organisierte Formen der Ausbeutung bestraft.

In den letzten Jahren wurde der Begriff mehr und mehr ausgeweitet und umfasst heute alle Handlungen, durch die Menschen jeglichen Geschlechts oder Alters in ein Ausbeutungsverhältnis oder zur Prostitution gebracht werden, wobei ihr Selbstbestimmungsrecht verletzt oder ihre missliche Lage ausgenutzt wird. Insbesondere der Menschenhandel mit dem Ziel der Prostitution wird häufig auch Frauenhandel genannt.

Begleitstraftaten[Bearbeiten]

Gegen die Opfer werden in diesem Kontext schwerste Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen die persönliche Freiheit und gegen die körperliche Unversehrtheit begangen. Als Nebenstraftaten sind meist Steuerhinterziehungen und Verstöße gegen das Arbeits-, Ausländer-, und Sozialversicherungsrecht vorhanden.

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Ursachen[Bearbeiten]

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Bei den Ursachen des kriminellen Menschenhandels wird zwischen Pull- und Push-Faktoren unterschieden. Zu den Push-Faktoren werden insbesondere Armut, Arbeitslosigkeit, schlechte oder nicht vorhandene Schulbildung und geschlechtsspezifische Diskriminierung der Opfer in den Herkunftsländern gezählt. Als Pull-Faktoren in den Zielländern gelten eine hohe Nachfrage nach billigen „Sexarbeiterinnen“ und „exotischen“ Frauen sowie nach ungelernten Arbeitskräften.

Hauptartikel: Push-Pull-Modell der Migration

Ausmaß und Entwicklung[Bearbeiten]

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Krimineller Menschenhandel wird weltweit betrieben. Die „Beschaffungsmärkte“ liegen in der Dritten Welt, in Entwicklungsländern und seit dem Fall der Mauer im ehemaligen Ostblock. Zielländer sind alle Länder der so genannten Ersten Welt. Mit der zunehmenden Globalisierung steigt auch das Geschäft mit Menschen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass jährlich gegen 500.000 Frauen und Kinder aus Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa gehandelt werden. Andere Schätzungen sprechen von 120.000 bis 200.000. Bei diesen Zahlen ist aber ungesichert, ob und inwieweit zwischen freiwilliger Sexarbeitsmigration und Zwang unterschieden wird.

Deutschland[Bearbeiten]

Deutschland ist eines der Länder an der Spitze in Westeuropa, was Drehscheibe und Empfang von Menschenhandel anbelangt.[5] Der Menschenhandel nimmt in Deutschland zu. [6] Viele Sklaven kamen illegal nach Deutschland. [7] Unter den Prostituierten in Deutschland sind viele Sklavinnen. [8]

Kritik an der Darstellung des Menschenhandels[Bearbeiten]

Teilweise wird die Ansicht vertreten, dass Menschenhandel nur ein unzutreffender Begriff sei, der eigentlich Migrationskontrolle meine.[9] Diese Ansicht wird damit begründet, dass es eine Debatte um sogenannte Zwangsprostitution vor dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht in größerem Umfang gegeben habe. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts sei unter dem Stichwort Mädchenhandel nur der angebliche Verkauf europäischer Frauen in arabische Harems thematisiert worden. Dies sei aber im Bereich von Gerüchten geblieben.[10] Ein Teil der Kampagnen um 1900 habe auch antisemitische Züge gehabt, was sich z. B. in Darstellungen des Menschenhändlers als Krake mit Hakennase gezeigt habe.

Teilweise wird bestritten, dass es überhaupt Zwangsprostitution im nennenswerten Umfang gebe. Diese Kritiker führen an, dass seit Beginn der 1990er Jahre die Migration von Prostituierten aus Schwellen- in Industrieländer fälschlich als von Kriminellen erzwungener Menschenhandel dargestellt werde. Auf diese Weise erhalte rigide Migrationspolitik einen moralischen Anstrich.[11]

Es wird ferner vorgebracht, heute werde Menschenhandel in Verbindung mit so genannter Zwangsprostitution vor allem von staatlich finanzierten, privaten „Opferschutzverbänden“, die häufig Gegner der Prostitution insgesamt sind, als dringliches Thema dargestellt. Diese Kritik leitet sich aus einer neueren Entwicklung innerhalb der Justiz ab. Viele der "Opferschutzorganisationen" - wie zum Beispiel Solwodi oder Frauenrecht ist Menschenrecht - übernehmen inzwischen die Zeugenbetreuung von Prostituierten für die Polizei. Da diese weitgehend undokumentiert bleibe, ergäben sich daraus schwerwiegende rechtsstaatliche Bedenken im Strafprozess. Sich illegal in der EU befindende Prostituierte ständen dabei häufig zwischen der Wahl, ausgewiesen zu werden und sich selbst nach dem Aufenthaltsgesetz strafbar gemacht zu haben, oder sich als sogenannte Opferzeugen der Polizei zur Verfügung zu stellen. Dies sei eine Motivation für Falschaussagen.[12]

Es wird weiter eingewandt, dass dadurch die Debatte um Menschenhandel mehr mediale Effekthascherei sei, als die Realität abbilde. Als Beispiel wird die Kampagne anlässlich der Fußball-WM 2006 in Deutschland genannt. Trotz flächendeckender Razzien, umfangreicher Werbebemühungen und der Behauptung der Vorsitzenden des Ausschusses für Frauen und Gleichstellung des Deutschen Städtetages, Ulrike Hauffe, es kämen bis zu 40.000 zusätzliche Zwangsprostituierte nach Deutschland, sei es am Ende lediglich zu fünf Ermittlungsverfahren gekommen. Dies zeige zumindest eine gehörige Diskrepanz zwischen medialer Wahrnehmung und Realität.[13]

Polizeilich registrierte Zahlen in Deutschland[Bearbeiten]

Über das in Deutschland von der Polizei registrierte Ausmaß des Menschenhandels geben die Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) des Bundeskriminalamtes (BKA) und die Lagebilder Menschenhandel des BKA Auskunft.

In Deutschland wurden bis 1992 um die 200 Menschenhandelsfälle pro Jahr in der PKS registriert. Danach stiegen die Zahlen stark an: Von 171 Fällen (1992) über 517 (1993), 767 (1994), 919 (1995) auf den Höchststand von 1094 Fällen im Jahr 1996. Seit 1994 erfasst die Polizei jährlich zwischen 678 (1999) und 1094 Fälle (1996).

Für den starken Anstieg der Zahlen nach 1992 kommen verschiedene Gründe in Betracht:

  • Der Straftatbestand Menschenhandel wurde 1992 durch das 26. Strafrechtsänderungsgesetz erweitert.
  • Das Ausmaß der Taten könnte durch die Öffnung der Grenzen zwischen West- und Osteuropa gestiegen sein.
  • In der Folge könnte die polizeiliche Ermittlungstätigkeit auf diesem Gebiet intensiviert worden sein.
  • Einen wenn auch geringen Einfluss auf die Statistik dürfte zudem die Tatsache gehabt haben, dass ab 1993 erstmals auch Straftaten aus den neuen Ländern (ehemals DDR) registriert wurden. Die dortigen Fallzahlen sind bis heute gering.

Ein Faktor war der Kosovokrieg 1989 und 99. Auch schon in den Jahren davor gab es Spannungen auf dem Balkan, was viele Menschen dazu veranlasste, ihr Heil in Westeuropa zu suchen. Während des Krieges ließen einige westeuropäische Staaten, allen voran die Bundesrepublik, Kriegsflüchtlinge legal ihr Land - sie brauchten also keine Schlepper mehr, um nach Deutschland zu gelangen.

Seit 1997 sinkt die Anzahl der Menschenhandelsfälle in der Bundesrepublik leicht. Während 1996, 1997, 1998 und 2000 dennoch jeweils über 1000 Menschenhandels-Fälle gezählt wurden, waren es sowohl 1994 als auch 1999, 2001, 2002, 2003 und 2004 „nur“ rund 800. 2005 sank die Zahl der in der PKS registrierten Straftaten (Fälle) im Zusammenhang mit dem Delikt Menschenhandel nochmals leicht ab, auf 700 Fälle. Zu starken Rückgängen der Fallzahlen kam es bundesweit in den Jahren 1999, 2001 und 2005.

Die Zahl der im Lagebild Menschenhandel des BKA registrierten Opfer war zwischen 1995 (1521) und 1999 (801) rückläufig, stieg in den Jahren 2001 (1000) und 2003 auf bis zu 1200 Opfer an und geht seitdem stark zurück (2005: 642). Der Anstieg 2003 dürfte u.a. darauf zurückgehen, dass ab diesem Jahr auch Verfahren zum Nachteil deutscher Opfer erfasst wurden.

Die Zahl der registrierten Menschenhandelsfälle und -opfer wie auch der durchgeführten Verfahren der Polizei in den einzelnen Bundesländern fällt sehr unterschiedlich aus. Auch innerhalb eines Bundeslandes schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr. Als Grund hierfür nennt eine Studie des BKA[14] die wechselnde Kontroll- und Ermittlungsintensität der Polizei, die von den vorhandenen Ressourcen und der kriminalpolitischen Schwerpunktsetzung abhänge.

Rechtliche Grundlagen auf internationaler Ebene[Bearbeiten]

Menschenrechte[Bearbeiten]

In der Regel sind am Menschenhandel nur nichtstaatliche Akteure beteiligt. In den internationalen Regelwerken über die Menschenrechte sind eine ganze Reihe von Vorschriften enthalten, die das Thema Menschenhandel berühren. Darin enthalten ist auch eine Schutzpflicht der Staaten, den Menschenhandel zu bekämpfen und die Opfer zu schützen.

UNO: Zusatzprotokoll Menschenhandel[Bearbeiten]

Im Zusatzprotokoll zum Übereinkommen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität ("ZP Menschenhandel") wird die Vorbeugung, Unterdrückung und Bestrafung des Handels mit Menschen behandelt. Als krimineller Menschenhandel werden der Handel mit Menschen zum Zweck der Prostitution sowie andere Formen sexueller Ausbeutung wie Herstellung pornographischen Materials genannt. Dazu kommen die Ausbeutung der Arbeitskraft (definiert als: Verletzung arbeitsrechtlicher Normen betreffend die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung und die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz) und die Entnahme menschlicher Organe. Bedingung, damit krimineller Menschenhandel vorliegt, ist eine repetitive und kontinuierliche Verletzung der Grundrechte der betroffenen Person(en). Aus diesem Grund fallen die internationale Heiratsvermittlung und die Adoptionsvermittlung nicht unter diese Gesetzgebung.

Das ZP Menschenhandel umfasst den Menschen als Ware und umfasst insbesondere die Tätigkeit als Vermittler (Handel). Die illegale Migration hingegen wird unter Menschenschmuggel geahndet und stellt in diesem Sinne keinen Menschenhandel dar. Die vom ZP Menschenhandel explizit genannten Tathandlungen sind die Anwerbung, Beförderung, Beherbegung und Empfang von Personen. Tatmittel sind Androhung oder Anwendung von Gewalt, diverse Formen der Nötigung (z. B. Entführung), arglistige Täuschung, Betrug, Missbrauch von Macht, Einfluss oder Druckmitteln, Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses und/oder Bestechung des Gewaltinhabers.

Europarat[Bearbeiten]

  • Europäische Menschenrechtskonvention
  • Konvention des Europarates gegen Menschenhandel vom 16. Mai 2005, SEV Nr. 197, in Kraft getreten am 1. Februar 2008, vgl. [1].
  • Empfehlung R (2000) 11 des Ministerkomitees des Europarates über die Bekämpfung des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung.

Europäische Union[Bearbeiten]

  • Rat der Europäischen Union, Rahmenbeschluss des Rates zur Bekämpfung des Menschenhandels, 19. Juli 2002, (2002/629/JI), veröffentlicht in: Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 203/1 vom 1. August 2002
  • Rat der Europäischen Union, EU-Plan über bewährte Vorgehensweisen, Normen und Verfahren zur Bekämpfung und Verhütung des Menschenhandels (2005/C311/01), veröffentlicht in: Amtsblatt der EU vom 9. Dezember 2005.
  • Europäisches Parlament, Bekämpfung des Menschenhandels, Empfehlung des EP an den Rat zur Bekämpfung des Menschenhandels – ein integriertes Vorgehen und Vorschläge für einen Aktionsplan (2006/2078 (INI)) vom 16. November 2006.
  • Vorschlag vom 21. Dezember 2000 für einen Rahmenbeschluss des Rates zur Bekämpfung des Menschenhandels, KOM(2000) 854 endg./2, ABl. C 62 E vom 27. Februar 2001, 321, ([2]);
  • Verabschiedung des Rahmenbeschlusses durch den Rat der EU Justiz und die Innenminister am 27./28. September 2001, nachdem die Divergenzen über die Fixierung einer einheitlichen Mindesthöchststrafe (8 Jahre bei erschwerten Umständen) ausgeräumt wurden, und soll bis 2003 in Kraft getreten sein.

Index zur Messung von staatlichen Maßnahmen gegen Menschenhandel[Bearbeiten]

Der „3P Index zur Messung staatlicher Maßnahmen gegen den Menschenhandel“ misst die Effektivität von staatlichen Maßnahmen gegen Menschenhandel. Der Index basiert auf der Auswertung von Anforderungen an politische Maßnahmen, die von den Vereinten Nation im Rahmen des Protokolls zum Vorbeugen, Abschaffen und Bestrafen von Menschenhandel beschrieben wurden. Dem Menschenhandel von Frauen und Kindern wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Die staatlichen Maßnahmen werden anhand einer Fünf-Punkte-Skala gemessen, mit fünf Punkten als bester Bewertung und einem Punkt als schlechtester Bewertung. Diese Skala wird auf drei Maßnahmenbereiche angewendet, so dass die Regierung eines Landes mit 15 Punkten am besten bewertet ist und die Regierung eines Landes mit nur drei Punkten am schlechtesten. Die drei Maßnahmenbereiche sind Strafverfolgung, Prävention und Opferschutz. Alle drei Bereiche fließen ungewichtet in den Index ein. Der Index ist für den Zeitraum von 2000 bis 2009 und für bis zu 177 Länder auf einer jährlichen Basis verfügbar. Der Index zeigt, dass sich die staatlichen Maßnahmen gegen den Menschenhandel in den letzten zehn Jahren insgesamt verbessert haben: Bei der Strafverfolgung und der Prävention hat eine Verbesserung stattgefunden, der Opferschutz hat sich in den letzten Jahren leicht verschlechtert.

Im Jahr der letzten Auswertung, 2009, haben sieben Länder die bestmögliche Bewertung von 15 Punkten erhalten und damit die beste Bewertung in allen drei Maßnahmebereichen: Deutschland, Australien, die Niederlande, Italien, Belgien, Schweden und die USA. Die Gruppe der zweitbestplatzierten Länder mit jeweils 14 Punkten umfasst Frankreich, Norwegen, Südkorea, Kroatien, Kanada, Österreich, Slowenien und Nigeria. Die mit jeweils nur drei Punkten am schlechtesten platzierten Länder im Jahr 2009 waren Nordkorea und Somalia.

Auf der Website des Indexes, sind weiterführende Informationen zu finden: Human Trafficking Research and Measurement.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bundeskriminalamt (Hrsg.): Menschenhandel. Bundeslagebild 2012. Wiesbaden 2013, PDF-Version.
  • Europäische Kommission (Hrsg.): Trafficking in human beings. Amt für Amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, Luxemburg 2013, ISBN 978-92-79-22842-1 (englisch), PDF-Version.
  • Internationale Organisation für Migration (Hrsg.): Counter Trafficking and Assistance to Vulnerable Migrants: Annual Report of Activities 2011. Genf 2012 (englisch), PDF-Version.
  • Heike Rabe: Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte vom 25. Februar 2013, S. 15–22 PDF-Version.
  • Christian Pfuhl (2012): Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Grundlagen. Peter Lang Verlag Frankfurt a. M.
  • Lea Ackermann, Inge Bell, Barbara Koelges: Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen. Das große Geschäft mit der Ware Frau. Kösel, München 2005, ISBN 3-466-30691-4
  • Philipp Thiée (Hrsg.): Menschen Handel - wie der Sexmarkt strafrechtlich reguliert wird. Vereinigung Berliner Strafverteidiger, Berlin 2008, ISBN 978-3-9812213-0-5.

Rechtsdokumente[Bearbeiten]

Vereinte Nationen
Europarat
Europäische Union
Deutschland
Österreich
Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Menschenhandel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. U.S. Department of State: Office to Monitor and Combat Trafficking in Persons
  2. Zeit Online: Wirklich freiwillig ist niemand Prostituierte
  3. Heinrich August Winkler, Der lange Weg nach Westen, Deutsche Geschichte vom "Dritten Reich" bis zur Wiedervereinigung, Bd. II, C. H. Beck, München 2010, Paperback, 7. Auflage, S. 364
  4. Heinrich August Winkler, Der lange Weg nach Westen, Deutsche Geschichte vom "Dritten Reich" bis zur Wiedervereinigung, a. a. O.
  5. Thomas Schirrmacher: Menschenhandel: Die Rückkehr der Sklaverei. SCM Hänssler, Holzgerlingen 2011, ISBN 978-3-7751-5335-5, S. 20
  6. http://swrmediathek.de/player.htm?show=d7390ee0-a5e9-11e2-9c17-0026b975f2e6
  7. http://www.zeit.de/online/2009/29/menschenhandel-sklaven
  8. Thomas Schirrmacher: Menschenhandel: Die Rückkehr der Sklaverei. SCM Hänssler, Holzgerlingen 2011, ISBN 978-3-7751-5335-5, S. 65
  9. Regina Römhild, Migranten als Avantgarde?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 2007, S. 618; Aram Ziai, Das neue Migrationsregime, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 2007, S. 610.
  10. Mädchenhandel, in: Stier-Schlomo/Elster (Hg.), Handwörterbuch der Rechtswissenschaft, Band IV., S. 1 ff..
  11. Philipp Thiée (Hg.), Menschen Handel - wie der Sexmarkt strafrechtlich reguliert wird, Berlin 2008;Juanita Henning: Kolumbianische Prostituierte in Frankfurt. Ein Beitrag zur Kritik gängiger Ansichten über Frauenhandel und Prostitution. Lambertus-Verlag, Freiburg/B. 1997.
  12. Jochen Thielmann, Die Grenze des Opferschutzes. in: Der Strafverteidiger, 2006 S. 41
  13. Philipp Thiée (Hg.), Menschen Handel - wie der Sexmarkt strafrechtlich reguliert wird, Berlin 2008.
  14. BKA (Hrsg.): Straftatbestand Menschenhandel, München, 2006
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