Meronymie

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Meronymie (Lehnwort aus dem Griechischen: meros (d. h. Teil) + -nymie) ist ein Terminus aus der Sprachwissenschaft.

Die Meronymie (auch: Teil-Ganzes-Beziehung) ist eine paradigmatische „hierarchische“ semantische Relation zwischen Lexemen (Wörtern, Begriffen), die darauf beruht, dass ein Lexem etwas bezeichnet, was Teil eines anderen („Ganzen“) ist, das von einem anderen Lexem bezeichnet wird. Ein Lexem steht also im Verhältnis der Meronymie zu einem anderen Lexem (ist Meronym), wenn sein Referent Teil des Referenten des anderen Lexems ist.

Synonym spricht auch von einer partitiven Relation oder von einer Teil-von-Beziehung.

Die Umkehrung dieser Relation bezeichnet man als Holonymie

Statt von Meronymie wird im Deutschen vielfach von der Teil-Ganzes-Beziehung gesprochen. Dabei dürfte es sich genauer um einen Oberbegriff sowohl für die Meronymie als auch für die konverse Holonymie handeln.

Das Lexem (das Wort), das den Gegenstand bezeichnet, das Teil ist, nennt man Meronym, das Lexem des Ganzen Holonym.

Beispiele:

  • Finger ist Meronym von Hand. Hand ist Holonym von Finger.
  • Radkappe > Autorad > Autokarosserie > Auto
  • Türklinke > Tür > Haus (? > Siedlung > Stadtteil > Stadt...)

Die Teil-Ganzes-Beziehung ist von dem Verhältnis der Hyponymie bzw. Hyperonymie, d.h. vom Verhältnis eines Unter- zu einem Oberbegriff zu unterscheiden.

Im Gegensatz zur Hyponymie kann im Fall der Meronymie selten eine Stufe übersprungen werden:

  •  ?Das Haus hat eine Klinke.[1]

Bei der Meronymie-Beziehung stehen Teil-Ganzes-Beziehungen der körperlichen Welt im Vordergrund. In GermaNet ist entsprechend die Teil-Ganzes-Beziehung "nur für Nomina kodiert" und werden Teil-Ganzes-Beziehungen nur bei Konkreta erfasst[2].

Ein weitergehendes Beispiel wäre dann:

In der Informatik wird der Begriff Meronymie als Aggregation bezeichnet und als Modellierungsbegriff von Wissen und Datenbankanwendungen benutzt.

In der Philosophie ist die Meronymie Untersuchungsgegenstand der Mereologie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Glück (Hrsg.), unter Mitarbeit von Friederike Schmöe: Metzler Lexikon Sprache. Dritte, neubearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2005, Artikel: „Meronymie“. ISBN 978-3-476-02056-7.
  • Mereology, Stanford Encyclopedia of Philosophy (2009)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Meronym – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

http://plato.stanford.edu/entries/mereology/

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Stein, Achim: Einführung in die französische Sprachwissenschaft. 3. Aufl. - Metzler, Stuttgart, Weimar 2010, S. 78
  2. Kunze, Claudia: Semantische Relationstypen in GermaNet - In: Langer/Schnorbusch (Hrsg.): Semantik im Lexikon - Tübingen: Narr, 2005, S. 161 (166)