Mertieit-I

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Mertieit-I
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel Pd11(Sb,As)4
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
2.AC.15 (8. Auflage: II/A.05)
2.16.1.1
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol Bitte ergänzen!
Gitterparameter a = 15,04 Å; c = 22,41 Å[1]
Formeleinheiten Z = 18[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5,5
Dichte (g/cm3) 10,2
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe messinggelb
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz opak
Glanz metallisch

Mertieit-I ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd11(Sb,As)4 und bildet kleine, bis zu 0,5 mm große Körner von messinggelber Farbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mineral wurde 1973 von G.A. Desborough, J.J. Finney und B.F. Leonard in seiner Typlokalität Fox Gulch in Goodnews Bay im US-Bundesstaat Alaska gefunden. Es wurde nach dem amerikanischen Geologen John Beaver Mertie Jr. benannt. Das Typmaterial wird am National Museum of Natural History, Washington, D.C. unter Katalognummer 132499 aufbewahrt.[1]

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Mertieit-I zu den Legierungen und legierungsartigen Verbindungen, einer Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet es dabei zusammen mit Arsenopalladinit, Atheneit, Genkinit, Itoigawait, Majakit, Menshikovit, Mertieit-II, Palladoarsenid, Palladobismutoarsenid, Palladodymit, Polkanovit, Rhodarsenid, Stibiopalladinit, Stillwaterit, Ungavait und Vincentit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Isomertieit und Miessiit eine Untergruppe der Verbindungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE).

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik nach Dana bildet es eine eigene Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit verschiedenen Formeln.[2]

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mineral ist dimorph zu Isomertierit.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mertieit-I bildet sich in Edelmetallkonzentraten, wahrscheinlich aus ultramafischen Muttergesteinen. Es ist vergesellschaftet mit Gold, Chromit, Laurit, Mertieit-II und Platin-Iridium-Osmium-Legierungen.

Von dem sehr selten vorkommenden Mineral sind nur wenige Fundorte bekannt. Neben seiner Typlokalität fand man Mertieit-I in Sodankylä in Finnland, Bleida in Marokko, Porsanger in Norwegen sowie im Bushveld-Komplex in Südafrika.

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mertieit-I kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 15,04 Å und c = 22,41 Å sowie 18 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mertieite-I in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (PDF, englisch, 67 kB).
  2. New Dana Classification of Sulfide Minerals

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mertieit-I in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]