MetallRente

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Das Logo der MetallRente GmbH

MetallRente ist ein Versorgungswerk für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie und angeschlossene Branchen. Es wurde 2001 von den Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie, IG Metall und Gesamtmetall, zur Bereitstellung von tarifvertragskonformen Produkten für die betriebliche Altersversorgung gegründet. Neben solchen bietet sie auch private Erwerbsminderungs-, Berufsunfähigkeits- und Riester-Rentenversicherungsprodukte für die teilnehmenden Branchen an.

Die Leistungen des Versorgungswerkes stehen den Angehörigen von über 36.000 Unternehmen zur Verfügung. MetallRente hat einen Vertragsbestand von über 680.000 Verträgen (Stand Dezember 2016, Anteil der Altersvorsorge-Verträge daran: 620.000) und buchte im Geschäftsjahr 2016 Neubeitragseinnahmen im Bereich Altersvorsorge von rund 65 Mio. Euro. Nach eigenen Angaben ist MetallRente damit das größte branchenübergreifende industrielle Versorgungswerk Deutschlands.[1]

Konsortiallösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risikoträger der Altersvorsorgeverträge des Versorgungswerks MetallRente sind mehrere zu Konsortien zusammengeschlossene Versicherungen, wie Allianz, ERGO, R+V Versicherung und Swiss Life. Die Zusammenarbeit mit mehreren Partnern ermöglicht u. a. eine hohe Verzinsungssicherheit durch Risikodiversifikation.

Rolle und Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Versorgungswerk bietet Unternehmen und deren Beschäftigten kapitalgedeckte Vorsorgelösungen an. Hierzu gehören die betriebliche Altersversorgung (bAV) einschließlich der Absicherung von Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenen, die staatlich geförderte private Riester-Rente sowie die private Absicherung von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit und Hinterbliebenenschutz.

Als Institution der Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie erfüllt MetallRente die Anforderungen der Tarifverträge zur Entgeltumwandlung (EUW) und über Altersvorsorgewirksame Leistungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sowie angeschlossener Branchen durch die Bereitstellung tarifvertragskonformer Vorsorgeprodukte.

MetallRente steht auch Unternehmen offen, die nicht Mitglied im Arbeitgeberverband sind und für Verbände und Unternehmen, die nicht zur Metall- und Elektroindustrie gehören. So haben sich u. a. die Branchen der Holz- und Kunststoffverarbeitung, der Textil- und Bekleidungsindustrie und die Stahlindustrie und Handwerksbetriebe aus diesen Branchen dem Versorgungswerk angeschlossen. MetallRente gehört daher seit Jahren zu den erfolgreichsten und am stärksten wachsenden Versorgungswerken.

Struktur und Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der MetallRente GmbH, die u. a. über die Zusammensetzung der MetallRente-Konsortien sowie der Vorsorgeangebote des Versorgungswerks bestimmt, sind beide Tarifparteien, die Industriegewerkschaft Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zu gleichen Teilen als Gesellschafter beteiligt. Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung, die Geschäftsführung und der Beirat.

Kapitalanlage bei den fondsgebundenen Angeboten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kapitalanlageausschuss, der mit Vertretern von IG Metall und Gesamtmetall besetzt ist, bestimmt die Kapitalanlage beim MetallPensionsfonds und den fondsgebundenen Durchführungswegen MetallDirektversicherung, MetallPensionskasse sowie bei MetallRente.Riester. Unter Federführung der MetallRente GmbH entscheidet dieser Ausschuss über die Kapitalanlagestrategie. Dabei stehen nachhaltige Anlagen und eine breite Risikostreuung im Fokus. Gleichzeitig sollen die Renditechancen, die der Aktienmarkt bietet, effektiv genutzt werden.

Klassische Kapitalanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kapitalanlage im Bereich der klassischen Angebote von MetallRente sind die Versicherungsunternehmen, die an den Konsortien des Versorgungswerkes beteiligt sind ihrer jeweiligen Beteiligungsquote entsprechend verantwortlich. Die MetallRente GmbH und ihr Beirat haben sich dabei weitreichende Kontrollrechte vorbehalten.

Vorsorgeangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MetallRente.bAV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Versorgungswerk MetallRente bietet Unternehmen und Beschäftigten verschiedene Möglichkeiten arbeitnehmer- und/oder arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersversorgung und Bausteine für die Absicherung von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit und Hinterbliebenenschutz. Die Kunden des Versorgungswerks können dabei i. d. R. zwischen Garantie-, Fondsprodukten und MetallRente PROFIL wählen. Bei letzterem stehen zu Rentenbeginn garantiert die eingezahlten Beiträge zur Altersvorsorge zur Verfügung. Zudem werden dem Vertrag jährlich erreichte Erträge gutgeschrieben und erhöhen so das garantierte Kapital. MetallRente bietet seinen Kundenunternehmen und deren Beschäftigten die Möglichkeit, Großkundenkonditionen sowie staatliche Förderung durch Steuervorteile und Sozialversicherungsbeitragsersparnisse zu nutzen. Nach Ausscheiden aus einem Betrieb ist entweder die Mitnahme des MetallRente-Vertrages zu einem neuen Arbeitgeber oder dessen private Fortführung möglich.

MetallRente.Riester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben betrieblicher Altersversorgung bietet das Versorgungswerk zudem die private Riester-Rente an, ebenfalls als klassische bzw. fondsgebundene Rentenversicherung sowie ein PROFIL-Produkt.

MetallRente.BU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die private selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung können Beschäftigte der Branchen nutzen, in denen MetallRente vertreten ist. Es gibt keine Vertragsärzte, Leistungen werden ohne Wartezeit gewährt und eine Wiedereingliederungshilfe von bis zu 12.000 Euro gezahlt. Wählbar ist eine lebenslange Rente bei Pflegebedürftigkeit.

MetallRente.EMI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die private MetallRente Erwerbsminderungsrentenversicherung dient dazu, die gesetzliche Erwerbsminderungsminderungsrente zu ergänzen. Das Bedingungswerk orientiert sich daher eng an der gesetzlichen Rentenversicherung. Geleistet wird bei halber und voller Erwerbsminderung. Es gibt keine Berufsgruppendifferenzierung.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UN-PR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MetallRente GmbH hat die Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortungsbewusstes Investment (United Nations Principles for Responsible Investment - UN-PRI) unterzeichnet. Damit hat sich MetallRente verpflichtet, aktiv für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und ethische Belange der Unternehmensführung einzutreten und die Prinzipien der UN-PRI bei ihren Investmentstrategien zu berücksichtigen. Entwickelt wurden die PRI von den UN-Organisationen UNEP Finance Initiative und der UN Global Compact zusammen mit einer internationalen Gruppe institutioneller Anleger. Sie spiegeln die zunehmende Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (englisch: environmental, social and governance = ESG) bei Investitionsentscheidungen wider.

CDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2010 ist die MetallRente GmbH als Signatory Investor zudem Mitglied der Initiative Carbon Disclosure Project (CDP). Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation. Ihr Ziel ist es, mehr Transparenz hinsichtlich der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen durchzusetzen. Investoren, Unternehmen, politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und die Medien nutzen die CDP-Daten, um sich über klimarelevante Daten und Strategien von Unternehmen zu informieren. Investoren verwenden diese Daten u. a. zur Bewertung langfristiger Chancen und Risiken ihrer Portfolios, zur Festlegung ihrer Investmentstrategie sowie zur Entwicklung von Anlageprodukten und Indizes.

B.A.U.M.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Kürzel B.A.U.M. verbindet der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. seit 1984 erfolgreich und zukunftsorientiert ökonomische, ökologische und soziale Fragen, also die Prinzipien der Nachhaltigkeit, miteinander. B.A.U.M. ist heute mit über 500 Mitgliedern die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa.

ddn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des Demographischen Netzwerks e. V. sind Unternehmen aller Branchen und Größen, aber auch öffentliche Institutionen, Wissenschaftler oder Privatpersonen, die sich mit dem Thema Demographie beschäftigen. Das Demographie Netzwerk e. V. ist ein Netzwerk von Unternehmen für Unternehmen, die sich zusammengetan haben, um sich gemeinsam den Herausforderungen des demographischen Wandels zu stellen. Gegründet wurde ddn im März 2006, auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rentenreformgesetz, welches am 1. Januar 2002 in Kraft trat, wurde am 11. Mai 2001 verabschiedet. Die Metall- und Elektroindustrie einigten sich am 4. September 2001 darauf, dass eine „Altersversorgung Metall und Elektro – eine gemeinsame Einrichtung von Gesamtmetall und IG Metall“ aufgebaut werden sollte. Ebenfalls wurde ein Tarif zur Entgeltumwandlung zwischen Gesamtmetall und IG Metall aufgestellt. Die MetallRente GbR wurde am 29. Oktober 2001 gegründet. Am 18. Dezember wurde ein Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit mit den beteiligten Konsorten zur Bereitstellung von Vorsorgelösungen der betrieblichen Altersversorgung unterzeichnet.

Die Vertriebsaktivitäten wurden am 10. April 2002 abgeschlossen. Swiss Life wurde mit Beginn 2005 Mitglied des Konsortiums und Konsortialführerin bei der MetallRente.BU. Der Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen wurde am 22. April 2006 unterzeichnet. Die private Riester-Rente als klassische und als fondsgebundene Rentenversicherung wurden am 1. Oktober 2006 in das Angebot der Vorsorgelösungen von MetallRente aufgenommen. Am 23. April wurde der Beschluss gefasst, die MetallRente GbR in eine GmbH umzuwandeln. Swiss Life wurde am 1. Juli 2015 Konsortialführerin bei der MetallRente.EMI.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der diplomierte Sachverständige für Versicherungsmathematik und öffentlich bestellte und vereidigte IHK-Sachverständige Peter Schramm kritisiert die MetallRente-Tarife für die betriebliche Altersvorsorge. Diese verteilen die Abschlusskosten nur auf die ersten fünf Jahre statt über die gesamte Laufzeit. Laut Schramm kommt das einer Zillmerung gleich, eine für die Arbeitnehmer sehr ungünstige Regelung. [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Versorgungswerk MetallRente wächst deutlich gegen den Vorsorge-Trend. Pressemitteilung der MetallRente GmbH zum Geschäftsverlauf 2016. MetallRente GmbH, 31. Januar 2017, abgerufen am 20. Februar 2017.
  2. vdi-Nachrichten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]