MetallRente

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MetallRente ist ein Versorgungswerk für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie und angeschlossene Branchen. Die Versorgungseinrichtung wurde 2001 von den Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie, IG Metall und Gesamtmetall, zur Bereitstellung von tarifvertragskonformen Produkten für die betriebliche Altersversorgung gegründet. Daneben bietet sie die Altersversorgung über die Riester-Förderung gemäß § 10a, § 82 EStG und Produkte der berufsbegleitenden Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung sowie Pflegevorsorge an.

Die Leistungen des Versorgungswerkes stehen den Angehörigen von über 36.000 Unternehmen zur Verfügung. MetallRente hat einen Vertragsbestand von über 680.000 Verträgen (Stand Dezember 2016, Anteil der Altersvorsorge-Verträge daran: 620.000) und buchte im Geschäftsjahr 2016 Neubeitragseinnahmen im Bereich Altersvorsorge von rund 65 Mio. Euro. Nach eigenen Angaben ist MetallRente damit das größte branchenübergreifende industrielle Versorgungswerk Deutschlands.[1]

Rolle und Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben kapitalgedeckten Vorsorgelösungen erfüllt MetallRente die Anforderungen der Tarifverträge zur Entgeltumwandlung (EUW) und über Altersvorsorgewirksame Leistungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sowie angeschlossener Branchen durch die Bereitstellung tarifvertragskonformer Vorsorgeprodukte.

Angeschlossen sind zudem Unternehmen und Verbände, die nicht der Metall- und Elektroindustrie angehören, etwa Branchen der Holz- und Kunststoffverarbeitung, der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Stahlindustrie. Auch Handwerksbetriebe finden sich im Versorgungswerk wieder.

Wegen der bestehenden Probleme bei der Entgeltumwandlung wird die Metallrente kontrovers diskutiert. Die IG Metall hebt immer wieder positiv hervor, dass den Beschäftigten maßgeschneiderte Angebote zur Rente erstellt werden könnten.[2] Balodis und Hühne wenden kritisch ein, dass die IG Metall zwar politisch für eine bessere gesetzliche Rente eintritt, durch das Protegieren der Entgeltumwandlung indirekt jedoch zum Nachteil der Beschäftigten, Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung senke.[2]

Struktur und Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Interessen der als Kapitalgesellschaft geführten MetallRente vertreten die beiden Tarifparteien, die Industriegewerkschaft Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, die zu gleichen Teilen als Gesellschafter beteiligt sind. Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung, die Geschäftsführung und der Beirat.

Geschichte der MetallRente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2002 wurde der Entgeltumwandlungsanspruch in das Betriebsrentengesetz eingeführt, § 1a BetrAVG. Gemäß § 17 BetrAVG steht dieser unter dem Vorbehalt der zuständigen Tarifvertragsparteien. Auf Grundlage der Gesetzesreform am 4. September 2001 verständigten sie sich darauf, eine gemeinsame Einrichtung zu gründen und vereinbarten einen Tarifvertrag für die Entgeltumwandlungsmöglichkeit tariflicher Entgelte. Im Dezember 2001 kam zudem ein Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit mit konsortial verbundenen Versicherungsunternehmen zur Bereitstellung von Vorsorgelösungen der betrieblichen Altersversorgung.

Am 22. April 2006 schlossen IG Metall und Gesamtmetall den Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) ab, der die bestehenden tarifvertraglichen Ansprüche auf vermögenswirksame Leistungen in das Altersvorsorgesparen umlenkte.

Heute sind folgende Versicherungsunternehmen Konsortialpartner des Versorgungswerks MetallRente: Allianz, ERGO, R+V Versicherung und Swiss Life. In der betrieblichen Altersversorgung ist die Allianz federführend, bezüglich privater Angebote zur Arbeitskraftabsicherung und der zusätzlichen Pflegeversicherung, die Swiss Life.

Kapitalanlage bei den fondsgebundenen Angeboten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kapitalanlageausschuss, der mit Vertretern von IG Metall und Gesamtmetall besetzt ist, bestimmt die Kapitalanlage beim MetallPensionsfonds und den fondsgebundenen Durchführungswegen MetallDirektversicherung, MetallPensionskasse sowie bei MetallRente.Riester. Unter Federführung der MetallRente GmbH entscheidet dieser Ausschuss über die Kapitalanlagestrategie. Dabei stehen nachhaltige Anlagen und eine breite Risikostreuung im Fokus. Gleichzeitig sollen die Renditechancen, die der Aktienmarkt bietet, effektiv genutzt werden.

Klassische Kapitalanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kapitalanlage im Bereich der klassischen Angebote von MetallRente sind die Versicherungsunternehmen, die an den Konsortien des Versorgungswerkes beteiligt sind ihrer jeweiligen Beteiligungsquote entsprechend verantwortlich. Die MetallRente GmbH und ihr Beirat haben sich dabei weitreichende Kontrollrechte vorbehalten.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UN-PR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MetallRente GmbH hat die Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortungsbewusstes Investment (United Nations Principles for Responsible Investment – UN-PRI) unterzeichnet. Damit hat sich MetallRente verpflichtet, aktiv für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und ethische Belange der Unternehmensführung einzutreten und die Prinzipien der UN-PRI bei ihren Investmentstrategien zu berücksichtigen. Entwickelt wurden die PRI von den UN-Organisationen UNEP Finance Initiative und der UN Global Compact zusammen mit einer internationalen Gruppe institutioneller Anleger. Sie spiegeln die zunehmende Bedeutung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (englisch: environmental, social and governance = ESG) bei Investitionsentscheidungen wider.

CDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2010 ist die MetallRente GmbH als Signatory Investor zudem Mitglied der Initiative Carbon Disclosure Project (CDP). Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine im Jahr 2000 in London gegründete Non-Profit-Organisation. Ihr Ziel ist es, mehr Transparenz hinsichtlich der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen durchzusetzen. Investoren, Unternehmen, politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und die Medien nutzen die CDP-Daten, um sich über klimarelevante Daten und Strategien von Unternehmen zu informieren. Investoren verwenden diese Daten u. a. zur Bewertung langfristiger Chancen und Risiken ihrer Portfolios, zur Festlegung ihrer Investmentstrategie sowie zur Entwicklung von Anlageprodukten und Indizes.

B.A.U.M.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Kürzel B.A.U.M. verbindet der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. seit 1984 erfolgreich und zukunftsorientiert ökonomische, ökologische und soziale Fragen, also die Prinzipien der Nachhaltigkeit, miteinander. B.A.U.M. ist heute mit über 500 Mitgliedern die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa.

ddn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des Demographischen Netzwerks e. V. sind Unternehmen aller Branchen und Größen, aber auch öffentliche Institutionen, Wissenschaftler oder Privatpersonen, die sich mit dem Thema Demographie beschäftigen. Das Demographie Netzwerk e. V. ist ein Netzwerk von Unternehmen für Unternehmen, die sich zusammengetan haben, um sich gemeinsam den Herausforderungen des demographischen Wandels zu stellen. Gegründet wurde ddn im März 2006, auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tobias Wiß: Der Wandel der Alterssicherung in Deutschland: Die Rolle der Sozialpartner, Springer-Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18211-7, Kollektive Versorgungswerke, S. 242 ff. (online)
  • Heribert Karch: Das Versorgungswerk MetallRente – Ziele und Strategien einer sozialpartnerschaftlichen Einrichtung, in: Gotlind Ulshöfer, Gesine Bonnet (Hrsg.): Corporate Social Responsibility auf dem Finanzmarkt: Nachhaltiges Investment – politische Strategien – ethische Grundlagen, 1. Auflage 2009, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, ISBN 978-3-531-16077-1, S. 177 ff. (online)
  • Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann, Jennifer Neubauer: Sozialpolitik und soziale Lage in Deutschland. Band 2: Gesundheit, Familie, Alter und Soziale Dienste. 5., durchgesehene Auflage, Wiesbaden 2008. ISBN 978-3-531-33334-2, S. 459. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Versorgungswerk MetallRente wächst deutlich gegen den Vorsorge-Trend. Pressemitteilung der MetallRente GmbH zum Geschäftsverlauf 2016. MetallRente GmbH, 31. Januar 2017; abgerufen am 20. Februar 2017.
  2. a b Holger Balodis, Dagmar Hühne: Die große Rentenlüge. Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist. Westend Verlag, Frankfurt/Main 2017, S. 164-167.