Michael Carreras

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Michael Henry Carreras (* 21. Dezember 1927 in London; † 19. April 1994 ebenda) war ein britischer Filmproduzent, Drehbuchautor, Regisseur und Studio-Manager, spezialisiert auf Horrorstoffe für seine eigene Firma, die Hammer Films.

Leben[Bearbeiten]

Carreras entstammte einer Dynastie von Film-Kaufleuten. Sein Großvater Enrique Carreras (1880–1950) kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Spanien nach England und eröffnete in London-Hammersmith 1913 sein erstes Kino. Es folgte bald eine ganze Kette von Lichtspieltheatern. Enrique Carreras und der Varietékünstler William Hinds, Künstlername Will Hammer, gründeten 1935 eine gemeinsame Filmverleihfirma, die „Exclusive Films Ltd.“, aus der schließlich 1947 die Produktionsfirma 'Hammer Films' hervorgehen sollte – ein Studio, das sich ab Mitte der 50er Jahre einen Namen als Spezialist für Horrorfilme machen sollte.

Michael Carreras folgte 1943 seinem Vater James Carreras (1909–1990) in die Firma, als dieser gerade seinen Kriegsdienst absolvierte. Carreras junior erlernte in der Folgezeit das Filmhandwerk von der Pike auf, unterbrochen nur durch seinen eigenen Militärdienst 1946/47. Ab 1951 zeichnete er als Produzent verantwortlich. Trotz notorischer Finanzschwäche und diverser Produktionspartner blieb „Hammer Films“ ein Familienbetrieb, in dem Carreras, wie auch der Sohn Will Hammers, Anthony Hinds, die verschiedensten Positionen – nicht nur als Produzent sondern später auch als Regisseur bzw. als Drehbuchautor – ausübte. 1961 verließ Carreras zeitweilig die väterliche Firma, gründete mit der kurzlebigen „Capricorn Films“ sein eigenes Unternehmen, kehrte aber bald wieder zur „Hammer Films“ zurück.

Erst im Januar 1971 übernahm Michael Carreras als Managing Director die Leitung der Firma, im August des darauffolgenden Jahres kaufte er seinem Vater James die Firma ab. Bis dahin hatte sich der erfahrene Filmkaufmann vor allem als Produzent und Drehbuchautor hervorgetan, während seine Inszenierungen bisweilen erhebliche Schwächen aufwiesen. Mitte der 70er Jahre stellte die „Hammer Films“ ihren Produktionsbetrieb weitgehend ein.

Im Jahr 1986 wurde Carreras auf dem Fantafestival mit dem Career Award ausgezeichnet.

Michael Carreras starb im April 1994 an Krebs.

Filmografie[Bearbeiten]

Als Produzent oder Herstellungsleiter

  • 1951: The Dark Light
  • 1952: Never Look Back
  • 1952: Mantrap
  • 1953: Spaceways
  • 1953: Face the Music
  • 1953: Blood Orange
  • 1954: The Stranger Came Home (auch Drehbuch)
  • 1954: Robin Hood, der rote Rächer (Men of Sherwood Forest)
  • 1954: Mask of Dust
  • 1954: Spionagenetz Hamburg (Break in the Circle)
  • 1954: Murder by Proxy
  • 1955: Cyril Stapleton and the Show Band (Dokumentarkurzfilm, auch Regie)
  • 1955: The Right Person
  • 1955: Just for You (Dokumentarkurzfilm, auch Regie)
  • 1955: Parade of the Bands (Dokumentarkurzfilm, auch Regie)
  • 1956: Copenhagen (Dokumentarkurzfilm, auch Regie)
  • 1956: Dick Turpin – Highwayman (Kurzfilm)
  • 1956: Feinde aus dem Nichts (Quatermass II)
  • 1956: Frankensteins Fluch
  • 1957: Stahlbajonett (The Steel Bayonet, auch Regie)
  • 1957: Yeti, der Schneemensch (The Abominable Snowman)
  • 1957: Die gelbe Hölle (The Camp on Blood Island)
  • 1957: Dracula
  • 1958: Der Schnorchel (The Snorkel)
  • 1958: Frankensteins Rache
  • 1958: Vor uns die Hölle (Ten Seconds to Hell)
  • 1959: Feinde von gestern (Yesterday’s Enemy)
  • 1959: Den Tod überlistet (The Man Who Could Cheat Death)
  • 1959: Die Rache der Pharaonen
  • 1959: Die Würger von Bombay (The Stranglers of Bombay)
  • 1959: Hetzjagd (Hell is a City)
  • 1960: Schlag 12 in London
  • 1960: Dracula und seine Bräute
  • 1960: Das Schwert des Robin Hood (The Sword of Sherwood Forest)
  • 1960: Ein Toter spielt Klavier (Taste of Fear)
  • 1960: Einmal China und zurück (Visa to Canton, auch Regie)
  • 1960: Terror der Tongs (The Terror of Tongs)
  • 1961: Der Fluch von Siniestro
  • 1962: Bis aufs Blut (Tierra brutal, auch Regie)
  • 1962: Cash on Demand
  • 1962: Die Ausgekochten (Maniac, nur Regie)
  • 1963: Die Rache des Pharao (The Curse of the Mummy’s Tomb, auch Regie und Drehbuch)
  • 1964: Das düstere Haus (Fanatic)
  • 1964: Herrscherin der Wüste
  • 1965: Eine Million Jahre vor unserer Zeit (auch Drehbuch)
  • 1966: Der Sklave der Amazonen (Slave Girls, auch Regie und Drehbuch)
  • 1967: Der Fluch der Mumie (The Mummy's Shroud)
  • 1967: Bestien lauern vor Caracas (The Lost Continent, auch Regie)
  • 1969: Banditen auf dem Mond (Moon Zero Two, nur Drehbuch)
  • 1969: Crescendo – Die Handschrift des Satans (Crescendo)
  • 1970: Sex vor sechs Millionen Jahren (Creatures the World Forgot, nur Regie, Drehbuch)
  • 1970: Ti Lung – der tödliche Schatten des Mr. Shatter (Shatter, auch Regie, UA: 1974)
  • 1971: Das Grab der blutigen Mumie (Regie-Übernahme nach dem Tod von Seth Holt)
  • 1971: Ehe der Morgen graut (Straight On Till Morning)
  • 1972: Ein Begräbnis erster Klasse (That’s Your Funeral)
  • 1972: Nearest and Dearest
  • 1973: Die 7 goldenen Vampire
  • 1974: Der Ghul (The Ghoul, nur Drehbuch)
  • 1978: Tödliche Botschaft (The Lady Vanishes)

Literatur[Bearbeiten]

  • Allen Eyles, Robert Adkinson, Nicholas Fry: The House of Horror. The Story of Hammer Films. Lorrimer Publishing Limited, London 1973, ISBN 978-0-85647-020-2, S. 7–12..

Weblinks[Bearbeiten]