Michael Maul

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Michael Maul (* 15. Februar 1978[1] in Leipzig) ist ein deutscher Musikwissenschaftler und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maul studierte in den Jahren 1997 bis 2002 in Leipzig Musikwissenschaft, Journalistik und Betriebswirtschaftslehre. An der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau promovierte er 2006 mit seiner Arbeit Barockoper in Leipzig (1693–1720), die 2007 mit dem Gerhart-Baumann-Preis für interdisziplinäre Literaturwissenschaft ausgezeichnet wurde. 2013 habilitierte er sich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einer Arbeit zur Geschichte des Leipziger Thomaskantorats, die 2015 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Auswärtigen Amt mit dem Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke prämiert wurde.

Bachs Kopie von Reinckens An Wasserflüssen Babylon

Seit 2002 ist Maul wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig. Hier widmet er sich der systematischen wissenschaftlichen Erschließung von Archiven in Mitteldeutschland und Osteuropa. Aus diesen Arbeiten ergaben sich diverse Veröffentlichungen und – teils spektakuläre – Entdeckungen: 2001 stieß Maul in Vilnius/Litauen auf die älteste erhaltene deutschsprachige Oper (Johann Sebastiani: Pastorello musicale, Königsberg 1663; hrsg. von Maul 2004, Erstaufführung beim Bachfest Leipzig 2017). Er identifizierte die Arien zu einer bis dahin unbekannten Oper von Georg Philipp Telemann (Germanicus, Leipzig 1704/10; rekonstruierte Fassung hrsg. von Maul erstaufgeführt beim Bachfest Leipzig 2007; szenisch am Opernhaus Osnabrück 2015).

International bekannt wurde Maul 2005 durch die Entdeckung der Arie Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn BWV 1127 von Johann Sebastian Bach in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar; dies war die erste Entdeckung eines unbekannten Bachschen Vokalwerks seit über 70 Jahren. 2006 stieß Maul, ebenfalls in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, auf die zuvor unbekannten frühesten erhaltenen Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs, die sogenannte Weimarer Orgeltabulatur mit Abschriften der Choralfantasien Nun freut euch, lieben Christen g’mein von Dieterich Buxtehude BuxWV 210 und An Wasserflüssen Babylon von Johann Adam Reincken.

Maul ist Privatdozent im Fach Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der Universität Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. 2014/15 war er Visiting Professor am Peabody Institute of the Johns Hopkins University in Baltimore und 2015 Vertretungsprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Maul wirkt regelmäßig als Autor von Radiosendungen für Deutschlandfunk Kultur. Er ist Mitglied im Vorstand der Neuen Bachgesellschaft und im Präsidium von Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM).

Seit 2015 ist Maul Dramaturg des Bachfests Leipzig.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001: Musik und Musikpflege in Leipzig nach dem Dreißigjährigen Krieg (1645–1660). Ungedruckte Magisterarbeit, Leipzig.
  • 2005: Johann Sebastian Bach: Aria Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn. Faksimile (Documenta Musicologica). Bärenreiter Verlag, Kassel, ISBN 978-3-7618-1870-1 und 3-7618-1870-X.
  • 2007: Weimarer Orgeltabulatur: Die Frühesten Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs sowie Abschriften seines Schülers Johann Martin Schubart. Faksimile und Übertragung (Documenta Musicologica). Bärenreiter Verlag, Kassel, ISBN 978-3-7618-1957-9.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Maul in der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe
  2. Im staubigen Rock. In: Süddeutsche Zeitung. 29. Dezember 2012.