Michael Steiner (Diplomat)

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Michael Steiner (links) mit Zalmay Rassoul (mitte) und Marc Grossman bei einer Pressekonferenz in Kabul im Juni 2011

Michael Steiner (* 28. November 1949 in München) ist ein deutscher Diplomat und war zuletzt, bis zu seiner Pensionierung 2015, Botschafter in Indien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steiner studierte in München und Paris Rechtswissenschaft und trat 1981 in den Auswärtigen Dienst ein. Nach Verwendungen in Zaire (jetzt Demokratische Republik Kongo), New York (an der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen), Prag und Zagreb koordinierte Steiner die deutsche Beteiligung an den Friedensbemühungen im ehemaligen Jugoslawien und ging von 1996 bis 1997 als Erster Stellvertretender Hoher Repräsentant nach Sarajevo. Am 30. September 1989 stand Steiner nach eigenen Angaben hinter Bundesaußenminister Genscher auf dem Balkon des Palais Lobkowitz.[1]

Von 1998 bis 2001 war er der Außen- und Sicherheitspolitische Berater des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder im Range eines Ministerialdirektors im Bundeskanzleramt. Nach der so genannten Kaviar-/Arschloch-Affäre musste er diesen Posten räumen. Von 2002 bis 2003 war Steiner Chef der UN-Übergangsverwaltung im Kosovo.[2] Seit dem Jahr 2003 vertrat er Deutschland bei den Vereinten Nationen in Genf. Im August 2007 folgte ihm Reinhard Schweppe in dieses Amt.[3]

Steiner hätte daraufhin Deutscher Botschafter in Warschau werden sollen, jedoch verhinderte ein Kanzleramts-Veto seine Berufung. Nach Medienberichten galt Michael Steiner dem CDU-geführten Kanzleramt als zu SPD-nah und „raubauzig“.[4] Stattdessen erhielt den Posten Michael H. Gerdts, der zuvor Botschafter der Bundesrepublik in Italien war. Steiner übernahm im Gegenzug dessen Nachfolge in Rom, wo er bis zu seiner Berufung als Afghanistan/Pakistan-Beauftragter im März 2009 als Botschafter amtierte. Seit April 2010 war er Sonderbeauftragter der deutschen Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan.[5] In diesem Amt folgte er Botschafter Bernd Mützelburg, der jedoch nur dem Auswärtigen Amt und nicht der gesamten Bundesregierung verantwortlich war.

Am 10. Februar 2012 gab das Auswärtige Amt Steiner Abberufung als Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan bekannt. Sein Nachfolger wurde Michael Koch.[6]

Steiner wurde anschließend Botschafter in Indien,[7] nachdem der bisherige Botschafter Thomas Matussek bereits am 1. November 2011 Head of Public Affairs der Deutschen Bank und die Botschaft seither von dem dortigen Gesandten Cord Meier-Klodt als Geschäftsträger geleitet wurde. Im Juli 2012 trat Steiner offiziell sein Amt als Botschafter an. Am 30. Juni 2015 wurde er pensioniert.

Er ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.[8]

Michael Steiner ist verheiratet und lebt in München.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dilli, Dilli – Geschichten aus Delhi. (Nicht mehr online verfügbar.) In: ARD-aktuell ARD-Aktuell. 8. Oktober 2014, archiviert vom Original am 20. Juni 2015; abgerufen am 20. Juni 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ardmediathek.de
  2. Ehemalige Leiter der UNMIK (SRSG) Auflistung im Internetauftritt der UNMIK.
  3. Ankunft Botschafter Schweppe (Memento des Originals vom 10. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.genf.diplo.de Internetauftritt der Vertretungen Deutschlands in Genf
  4. Kanzleramt bremst Steinmeier aus Spiegel-Online, 28. April 2007
  5. Auswärtiges Amt, Lebenslauf: Michael Steiner
  6. Koch wird neuer Afghanistan-Beauftragter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Februar 2012, abgerufen am 10. Februar 2012.
  7. Stephan Löwenstein, Majid Sattar: Tandoori Chicken statt Froschschenkel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. Februar 2012, abgerufen am 1. März 2012.
  8. DGVN Präsidium