Michel-Jean Sedaine

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Michel-Jean Sedaine

Michel-Jean Sedaine (* 2. Juni 1719 in Paris; † 17. Mai 1797 ebenda) war ein französischer Bühnendichter.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war Jean Sedaine (* ca. 1650), ein Maurermeister und Architekt, maître maçon, architecte. Seine Mutter war Jeanne Petitpas.[2] Michael-Jean hatte einen älteren Bruder und sechs Schwestern. Auch Michel-Jean Sedaine arbeitete als Maurer, bis er die Aufmerksamkeit seines Arbeitgebers erregte, eines Baumeisters, der ihn unter seine Schüler aufnahm und ihm später sogar die Erziehung seines Enkels, des später berühmt gewordenen Malers Jacques-Louis David, übertrug. Nach einigen kleineren dichterischen Versuchen wie etwa Épître à mon habit, die er in zwei Sammlungen (1752 und 1760) herausgab, wandte er sich der Oper zu, in der damals, im Gegensatz zu den strengen Regeln der klassischen Oper des 17. Jahrhunderts, die italienische Musik, das dramatische Singspiel, zur Geltung kam.

Von seinen Texten, zu denen François-André Danican Philidor, Pierre-Alexandre Monsigny und André-Ernest-Modeste Grétry die Musik schrieben, sind am bekanntesten: Le diable à quatre, Le roi et le fermier, Rose et Colas, Aucassin et Nicolette, Richard Cœur de Lion, Aline, reine de Golconde, Guillaume Tell.

Größere Bedeutung haben seine beiden Lustspiele, die sich im Repertoire des Théâtre français erhalten haben und ihm einen Sitz in der Académie française (Sitz 7) eintrugen: Le philosophe sans le savoir (1765) und La gageure imprévue (1768). Seine Œuvres choisies wurden wiederholt herausgegeben.

Darstellung von Michel-Jean Sedaine an einem Schreibtisch sitzend

Mit Denis Diderot teilte er dessen Ansichten zum Drama. Beide verband eine Freundschaft.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theaterstücke
    • L’Impromptu de Thalie ou la Lunette de vérité, Komödie in einem Akt (1752)
    • Anacréon (Sedaine)|Anacréon, Pastorale in einem Akt (1754)
    • Le Diable à quatre ou la Double Métamorphose, Komische Oper in drei Akten, Musik von François-André Danican Philidor, zum ersten Male aufgeführt im Théâtre de la foire Foire Saint-Laurent am 19. August 1756 (online)
    • Blaise le savetier, Komische Oper in einem Akt vermischt mit Musik gemischt mit Arien und der Musik von François-André Danican Philidor, Erstaufführung am Foire Saint-Germain am 9. März 1759 (online)
    • L’Huître et les Plaideurs ou le Tribunal de la chicane, Komische Oper in einem Akt, Musik von François-André Danican Philidor, erste Premiere in Foire Saint-Laurent am 17. September 1759
    • Les Troqueurs dupés, Komödie in einem Akt. Gemischt mit Arien und der Musik von Charles Sodi, zum ersten Male aufgeführt in Foire Saint-Germain am 6. März 1760
    • Le Jardinier et son seigneur, Komische Oper in einem Akt, Musik von François-André Danican Philidor, Erstaufführung in Foire Saint-Germain am 18. Februar 1761
    • Les Bons Compères ou les Bons Amis, Komische Oper in einem Akt, Musik von Jean-Benjamin de Laborde (1734–1794), zum ersten Male aufgeführt in Foire Saint-Germain am 5. März 1761
    • On ne s’avise jamais de tout, Komische Oper in einem Akt, Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, zum ersten Male aufgeführt in Foire Saint-Laurent am 14. September 1761
    • Le Roi et le Fermier, Komische Oper in drei Akten mit Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, zum ersten Male aufgeführt im Théâtre de l’Hôtel de Bourgogne am 22. November 1762
    • L’Ouvrage du cœur, Komische Oper in einem Akt. Erstaufführung im Théâtre de Nicolet in 1763
    • L’Anneau perdu et retrouvé, Komische Operin zwei Akten mit Musik von Louis Claude Armand Chardin (1755–1793) und Jean-Benjamin de Laborde, Premiere im Théâtre de l’Hôtel de Bourgogne am 20. August 1764
    • Rose et Colas, Komische Oper in drei Akten mit Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, Erstaufführung am Théâtre de l’Hôtel de Bourgogne am 8. März 1764 (online)
    • Le Philosophe sans le savoir, Komödie in fünf Akten. Premiere am Théâtre de la rue des Fossés Saint-Germain am 2. Dezember 1765
    • Aline, reine de Golconde, Oper und ballet in drei Akten mit der Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, Premiere im Salle des Machines am 10. April 1766 (online)
    • Philémon et Baucis, Oper in einem Akt mit der Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, Premiere in Bagnoletbei Louis Philippe I. de Bourbon, duc d’Orléans (1766)
    • La Gageure imprévue, Komödie in einem Akt, Erstführung im Théâtre de la rue des Fossés Saint-Germain am 27. Mai 1768
    • Les Sabots, Komische Oper in einem Akt (mit Jacques Cazotte), Musik von Egidio Romualdo Duni (1709–1775), Premiere am Théâtre de l’Hôtel de Bourgogne am 26. Oktober 1768
    • Le Déserteur, Oper in drei Akten, mit der Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, Premiere am Théâtre de l’Hôtel de Bourgogne am 6. März 1769 (beruht auf einem Drama von Louis-Sébastien Mercier, online)
    • Thémire, Pastorale in einem Akt mit Musik von Egidio Romualdo Duni, Premiere in Fontainebleau am 20. Oktober 1770
    • Le Mort marié, Komische Oper in drei Akten mit der Musik von Francescho Bianchi (1752–1810), Erstaufführung in Metz 1771
    • Le Faucon, Komische Oper in einem Akt mit der Musik Pierre-Alexandre Monsigny, Erstaufführung in Fontainebleau am 2. November 1771
    • Le Magnifique, Komödie in drei Akten mit der Musik von André Grétry, Premiere in Versailles am 19. März 1773
    • Ernelinde, princesse de Norvège, Lyrische Tragödie in fünf Akten, mit Musik von François-André Danican Philidor, Premiere in Versailles am 11. Dezember 1773
    • Les Femmes vengées ou les Feintes infidélités, Komische Oper in einem Akt mit der Musik von François-André Philidor, Erstaufführung in Toulouse, Salle du Capitole (1775)
    • Félix ou l’Enfant trouvé, Komödie in drei Akten mit der Musik von Pierre-Alexandre Monsigny, Première in Fontainebleau am 10. November 1777
    • Aucassin et Nicolette ou Les Mœurs du bon vieux temps, Komödie mit einzelnen Arien. Erstaufführung in Versailles am 30. Dezember 1779
    • Les Journalistes, Komödie in fünf Akten. Erstaufführung Sarskoje Selo, in Russland am 28. April 1781
    • Maillard ou Paris sauvé, Tragödie in fünf Akten. Erstaufführung bei Marquise de Montesson im Januar 1782
    • Thalie au nouveau théâtre, Musik von André Grétry, Premiere am Théâtre Italien (Salle Favart) am 28. April 1783
    • Richard Cœur de Lion, Komische Oper in drei Akten. Musik von André Grétry, Erstaufführung Théâtre Italien (Salle Favart) am 21. Oktober 1784
    • Amphitryon, Oper in drei Akten. Musik von André Grétry, Premiere in Versailles am 15. März 1786
    • Le Comte d’Albert, Drama in zwei Akten in Prosa und Versen mit der Musik von André Grétry, Erstaufführung in Fontainebleau am 13. November 1786
    • La Suite du comte d’Albert, Komische Oper in einem Akt, mit Musik von André Grétry, Premiere am Théâtre Italien (Salle Favart) am 8. Februar 1787
    • Raoul Barbe-Bleue, Komische Oper in drei Akten. Musik von André Grétry, Erstaufführung 2. März 1789
    • Raymond V, comte de Toulouse ou l’Épreuve inutile, Komödie in fünf Akten, Premiere an der Comédie-Française am 22. September 1789
    • Guillaume Tell, Oper in drei Akten. Musik von André Grétry, Erstaufführung am Théâtre Italien (Salle Favart) am 9. April 1791
    • Pagamin de Monègue, Komische Oper in einem Akt. Musik von Pierre-Alexandre Monsigny und Bernardo Porta (1758–1829), Premiere am Théâtre des amis de la patrie im März 1792
    • Basile ou À trompeur, trompeur et demi, Komödie in einem Akt, mit Musik von André Grétry, Erstaufführung am Théâtre Italien (Salle Favart) am 17. Oktober 1792
    • Albert ou le Service récompensé, Oper in drei Akten mit der Musik von André Grétry, Erstaufführung am Théâtre Italien (Salle Favart) am 9. Januar 1796
    • L’Amoureux goutteux, Komische Oper in einem Akt, mit der Musik von Stanislas Champein (1753–1830)
    • Alcine, Oper in drei Akten
    • Protogène, Oper in einem Akt
    • La Noce de Nicaise, Zwischenspiel
  • Verschiedenes
    • Épître à mon habit (1751)
    • Poésies fugitives (1752)
    • Le Vaudeville (1758)
    • Recueil de poésies (1760)
    • Bagatelle 1770
    • Discours de réception à l’Académie française (1786)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michel-Jean Sedaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Académie française. Biographie in französischer Sprache
  2. Genealogie der Familie