Michelin TRX

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Michelin TRX ist ein System von Radialreifen, das 1975 von Michelin eingeführt wurde. Es wurde entwickelt, um die möglichen Vorteile der erstmals 1948 eingeführten Radialreifen konsequent nutzen zu können; was durch ein System aus Reifen und speziell dafür entwickelten Felgen ermöglicht wurde.

Merkmale und Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Entwicklung war es, die Spannung auf der Karkasse gleichmäßig zu verteilen; daher leitet sich auch der Name TRX ab (TR für Tension Répartie, dt. „verteilte Spannung“). Hierfür war eine Abkehr von der bisher verwendeten Tiefbettfelge erforderlich, deren Konstruktion noch aus der Zeit der Diagonalreifen stammt. Die neuentwickelten Felgen weisen als Hauptmerkmal einen niedrigeren Felgenflansch auf. Durch die spezielle Form von Felge und Reifen entstand eine flachere Krümmung der Reifenwand, ohne die S-förmige Krümmung bisheriger Reifenkonstruktionen. Hierdurch wurde auch die sinnvoll nutzbare Reifenflexibilität erhöht. Durch die niedrigere und nach außen gerichtete Kontur des Felgenhorns hat der Reifen unter Luftdruck einen geringeren Halt auf der Felge als bei konventionellen Felgenformen. Um ein Abrutschen des Reifens nach außen zu verhindern, wurden die TRX-Reifen mit einem umlaufenden Wulst auf der Innenseite des Felgensitzes versehen, durch den ein Abgleiten nach außen verhindert wurde.

Vorteile im Fahrverhalten, gegenüber konventionellen Radialreifen, waren unter anderem:

  • Erhöhte Straßenhaftung, durch die gleichmäßigere Druckverteilung auf der Lauffläche.
  • Erhörter Komfort, durch die effizienter genutzte Reifenflexibilität.

Kompatibilität und Abmessungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da auf der TRX-Felge nur Reifen mit Sicherheitswulst sicher sitzen, musste verhindert werden, dass konventionelle Reifen auf eine TRX-Felge montiert werden (und umgekehrt). Deswegen bekam das TRX-System einen Durchmesser, den es bei konventionellen Reifen und Felgen nicht gibt. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich auf das metrische System zurückgegriffen (340, 390 oder 415 mm, etwa 12,4, 15,4 bzw. 16,3 Zoll). Die Reifenbreite wird als Vielfaches von zehn angegeben (z.B. 190 mm) und weicht damit ebenfalls von konventionellen Reifen ab, die z.B. 185 oder 195 mm breit sind.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig verwendet wurden TRX-Räder für verschiedene Varianten des Citroën CX sowie die Baureihen 604, 505 und 504 von Peugeot. Weiterhin wurden sie als Sonderausstattung für das BMW 6er Coupé, den BMW 3er, sowie die 5er und 7er Limousine, den Alfasud Ti Quadrifoglio verde und den Alfa Romeo Sprint, den Ford Granada, den Ferrari 400, den Jaguar XJ und Saab 99 / 900 angeboten. Außerdem gab es von den Firmen BBS und Treser Felgen für u.a. VW, Audi und Mercedes, die ebenfalls für den Einsatz der TRX-Bereifung ausgelegt waren.

Im Rennsport wurde das TRX-System sowohl in der Formel 1 (z.B. Benetton) sowie in der Rallye-Weltmeisterschaft (z.B. Audi quattro, Peugeot 205 Turbo 16) erfolgreich eingesetzt.

Verfügbarkeit heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TRX-Reifen sind nach wie vor verfügbar, allerdings teuer. Sie werden nicht fortlaufend produziert, sondern nur wenige Wochen im Jahr. Daher werden in Liebhaberkreisen gelegentlich gemeinsame Beschaffungsaktionen organisiert. Um Geld zu sparen, montieren viele Oldtimerbesitzer statt TRX-Felgen konventionelle Felgen (und Reifen).

Andere Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch andere Hersteller haben TRX-Reifen produziert. Allerdings durften sie den Begriff „TRX“ nicht verwenden, da er Markenschutz genießt. Erkennbar sind diese Reifen an ihren Abmessungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]