MicroLED

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Eine echte LED-Anzeige. Das Bild zeigt eine Matrix aus roten, grünen und blauen Leuchtdioden.

MicroLED – auch MikroLED, MLED, mLED oder μLED genannt – ist eine Flachbildschirmtechnologie auf Basis von Leuchtdioden (LED). Wie der Name besagt, basieren MikroLEDs auf Anordnungen (Arrays) mikroskopisch kleiner Licht-Ausstrahlender-Dioden (Light Emitting Diodes, abgekürzt LEDs), die die einzelnen Bildelemente (Pixel) bilden.

Vorteile gegenüber anderen Bildschirmtechnologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber den älteren Flüssigkristallanzeigen (Liquid Crystal Displays LCDs) bieten MicroLED-Anzeigen einen deutlich höheren Kontrast und niedrigeren Schwarzwert, wesentlich schnellere Reaktionszeiten, deutlich bessere Farbwiedergabe, höheren Wirkungsgrad bezüglich Lichtstrom pro Leistung und bessere Betrachtungswinkel.

MicroLEDs gelten als Nachfolger der organischen Leuchtdioden OLEDs.[1] MLED-Anzeigen haben zurzeit (2018) vier entscheidende Vorteile gegenüber OLED-Anzeigen: Höhere Lebensdauer, keine Einbrenneffekte, größere Helligkeit bei Neugeräten und eine nicht mit der Zeit deutlich abfallende Helligkeit. Im Gegensatz zu den aus organischen Molekülen bestehenden OLEDs bestehen μLEDs aus Indiumgalliumnitrid InGaN[2][3]. Auf μLEDs basierende anorganische Halbleiter wurden erstmals von einer Forschungsgruppe um Hongxing Jiang und Jingyu Lin von Texas Tech University im Jahr 2000 entwickelt.[4][5][6][7]

Kommerzieller Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MicroLEDs eignen sich wegen ihres geringen Energieverbrauchs sowohl für sehr kleine (wie Smartwatches und Smartphones) als auch für sehr große Anzeigen (wie Riesenfernsehschirme z. B. in Stadien oder beim Public Viewing). Allerdings schreitet die kostengünstige Miniaturisierung nur langsam voran.

Riesenfernsehbildschirme mit LED als selbstleuchtende Pixel gibt es, seitdem LED in den Farben Rot, Grün und Blau in großen Stückzahlen produziert werden. Hochauflösende MLED-Anzeigen, bei denen die Strukturbreiten deutlich kleiner sind, werden erst seit einiger Zeit kommerziell hergestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die nächste Display-Generation, Elektroniknet.de vom 2. November 2016
  2. I. Ozden, M. Diagne, A.V. Nurmikko, J. Han, and T. Takeuchi: A matrix addressable 1024 element blue light emitting InGaN QW diode array. In: Phys. Status Solidi. a 188, 139 (2001). [[DOI: 10.1002/1521-396X(200111)188:1<139::AID-PSSA139>3.0.CO;2-;]]
  3. H. W. Choi, C. W. Jeon, M. D. Dawson: High-resolution 128 × 96 nitride microdisplay. In: IEEE Electron Device Lett. 25 277 (2004). DOI: 10.1109/LED.2004.826541
  4. H. X. Jiang, et al. Micro-size LED and detector arrays for mini-displays, hyperbright light emitting diodes, lighting, and UV detector and imaging sensor applications. US-Patent 6.410.940
  5. GaN microdisk light emitting diodes. In: Appl. Phys. Lett. 76, 631 (2000). DOI: 10.1063/1.125841
  6. InGaN/GaN quantum well interconnected microdisk light emitting diodes. In: Appl. Phys. Lett. 77, 3236 (2000). DOI: 10.1063/1.1326479
  7. III-nitride blue microdisplays. In: Appl. Phys. Lett. 78, 1303 (2001). DOI: 10.1063/1.1351521