Sonora (Bundesstaat)
| Sonora Freier und Souveräner Staat Sonora Estado Libre y Soberano de Sonora | |
|---|---|
Freier und Souveräner Staat Sonora Estado Libre y Soberano de Sonora |
|
| Hauptstadt | Hermosillo |
| Fläche | 182.052 km² (Rang 2) |
| Einwohnerzahl | 2.944.840 (Rang 18) |
| Bevölkerungsdichte | 16,2 Einwohner pro km² (Zensus 2020) |
| Beitritt | 10. Januar 1824 |
| Gouverneur | Francisco Alfonso Durazo Montaño (Morena) (2021–2027) |
| Bundesabgeordnete | Morena = 4 PES = 2 PT = 1 (7 Bundeswahlkreise) |
| Senatoren | Morena = 2 PRI = 1 |
| ISO 3166-2 | MX-SON |
| Postalische Abkürzung | Son. |
| Website | www.sonora.gob.mx |
Sonora [], offiziell Freier und Souveräner Staat Sonora (spanisch Estado Libre y Soberano de Sonora), ist ein Bundesstaat im Nordwesten Mexikos. Sonora ist in 72 Kommunen eingeteilt.[1] Er hat 2,66 Millionen Einwohner auf gut 182.052 km². Die Hauptstadt war zunächst Arizpe und ist heute Hermosillo. Wichtigster Hafen ist Guaymas.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Staat östlich des Golfs von Kalifornien hat Anteil an der Sonora-Wüste, der trockensten Wüste des nordamerikanischen Kontinents, die auch in die benachbarten US-Bundesstaaten Arizona und New Mexico übergreift. Die Mündung des Colorado trennt ihn von der Halbinsel Niederkalifornien.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohnerzahl[2] |
|---|---|
| 1950 | 510.607 |
| 1960 | 783.378 |
| 1970 | 1.098.720 |
| 1980 | 1.513.731 |
| 1990 | 1.823.606 |
| 1995 | 2.085.536 |
| 2000 | 2.216.969 |
| 2005 | 2.394.861 |
| 2010 | 2.662.480 |
| 2015 | 2.850.330 |
| 2020 | 2.944.840 |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die unter spanischer Kolonialverwaltung bestehende Provinz Sonora, Ostimuri, y Sinaloa wurde 1823 in die Bundesstaaten Sonora und Sinaloa geteilt, Hauptstadt war Ures. Bereits 1824 wieder als Estado de Occidente vereint, wurden die beiden Gebiete 1831 wieder geteilt. Hauptstadt Sonoras wurde Hermosillo, 1832 Arizpe. Nach dem verlorenen Krieg gegen die USA (1846–1848) und dem anschließenden Verkauf des angrenzenden Gadsden-Gebietes (1853) wurde das dünnbesiedelte Sonora speziell, aber auch Mexiko allgemein zum Experimentierfeld des Panlatinismus. Um die „Lateinische Rasse“ gegen das Vordringen der Nordamerikaner zu stärken, errichteten französische Siedler 1853/54 in Nordmexiko eine unabhängige Siedlerrepublik, ihr Führer Gaston de Raousset-Boulbon wurde allerdings 1854 bei Guaymas von den Mexikanern besiegt.[3] In den Jahren 1854 (William Walker) und 1857 scheiterten ähnliche, von Kalifornien bzw. Niederkalifornien aus betriebene US-Gegenprojekte. 1879 wurde Hermosillo erneut Hauptstadt des Bundesstaates.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gouverneur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Regierung des Bundesstaates wird von einem direkt vom Volk gewählten Gouverneur (span.: Gobernador) geleitet. Francisco Alfonso Durazo Montaño von der Partei Morena trat diese Aufgabe am 13. September 2021 für die sechsjährige Amtszeit bis 2027 an. Er löste Claudia Artemiza Pavlovich Arellano von der Partei PRI ab, die das Amt von 2015 bis 2021 ausgeübt hatte.[4][5] Alfonso Durazo hatte sich bei der Wahl am 6. Juni 2021 als Kandidat des Wahlbündnisses „Juntos Hacemos Historia“ aus Morena, PT, PVEM und Nueva Alianza Sonora mit einem Stimmenanteil von 51,80 % durchsetzen können. Sein Hauptkonkurrent Ernesto Gándara Camou, der von der Allianz Va por Sonora (gebildet von den Parteien PRI, PAN und PRD) nominiert worden war, hatte 35,38 % erreicht.[6][7]
Die Zentralregierung wirkt stark in die Bundesstaaten hinein. Der Grund dafür sind die vielfältigen Abhängigkeiten der Staaten von der Bundesregierung, da diese den Staaten und Gemeinden einen Teil ihrer Steuereinnahmen zuweist. Daneben haben die Ministerien zudem Vertretungen (Delegaciones) in den Bundesstaaten, Regierungsbezirken und Gemeinden. Über diese werden Bundesmittel vergeben, die insbesondere für Sozialfürsorge und Entwicklungsprogramme eingesetzt werden.
Verwaltungsgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sonora gliedert sich administrativ in 72 Municipios. Die größten Städte des Bundesstaats sind:
| Stadt | Einwohner 2010 |
|---|---|
| Hermosillo | 715.061 |
| Ciudad Obregón | 298.625 |
| Nogales | 212.533 |
| San Luis Río Colorado | 158.089 |
| Navojoa | 113.836 |
| Guaymas | 113.082 |
| Agua Prieta | 77.254 |
| Caborca | 59.922 |
| Puerto Peñasco | 56.756 |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Großteil der Industrie des Bundesstaates ist mit der Landwirtschaft und Fischerei verbunden, insbesondere mit der Lebensmittelverarbeitung und -verpackung. In den 1980er Jahren entstanden im Bundesstaat zahlreiche Industrieanlagen, sogenannte „Maquiladoras“, die sich überwiegend entlang der Grenze und in der Hauptstadt Hermosillo befinden.[8] Dabei handelt es sich um Montagewerke, die überwiegend von US-amerikanischen Unternehmen betrieben werden und bestimmte Zoll- und Steuervergünstigungen genießen. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatten diese Unternehmen einen großen Einfluss auf die Expansion und Modernisierung des Grenzgebiets, einschließlich Sonora. Auch der Dienstleistungssektor profitiert durch den Tourismus von der Nähe zu den USA.
Neben der Viehzucht ist der Bergbau ein weiterer traditioneller Wirtschaftszweig in Sonora, der mit einer bedeutenden Fundstelle in der Nähe der Stadt Álamos begann. Obwohl die Silbervorkommen in diesem Gebiet weitgehend erschöpft sind, spielt Sonora nach wie vor eine wichtige Rolle für Mexikos Position als einer der Bergbauproduzenten der Welt, insbesondere bei Silber, Coelestit und Wismut. Sonora ist auch einer der führenden Produzenten von Gold, Kupfer, Graphit, Molybdän und Wollastonit. In der Sierra Madre Occidental gibt es noch immer Silbervorkommen. Sonora verfügt außerdem über eine der größten Kohlereserven des Landes.[9]
Mit einem Wert von 0,828 erreicht Sonora 2022 den 7. Platz unter den 31 Bundesstaaten Mexikos im Index der menschlichen Entwicklung.[10]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Geronimo (1829–1909), Medizinmann der Chiricahua-Apachen und Kriegshäuptling
- Plutarco Elías Calles (1877–1945), Offizier und Politiker, Präsident von Mexiko (1924–1928)
- Álvaro Obregón (1880–1928), Politiker, Präsident von Mexiko (1920–1924)
- Adolfo de la Huerta (1881–1955), Politiker, Präsident von Mexiko (1920)
- Abelardo L. Rodríguez (1889–1967), Präsident von Mexiko (1932–1934)
- María Félix (1914–2002), Schauspielerin
- Luis Aguilar (1918–1997), Schauspieler und Sänger
- Silvia Pinal (1931–2024), Schauspielerin
- Fernando Valenzuela (1960–2024), Baseballspieler
- Julio César Chávez (* 1962), Boxer
- Sergio Vega (1969–2010), Sänger
- José Luis Castillo (* 1973), Boxer
- Valentín Elizalde (1979–2006), Sänger
- Jesús Corona (* 1993), Fußballspieler
- Christian Nodal (* 1999), Sänger und Songwriter
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]in der Reihenfolge des Erscheinens
- Ignacio Almada: Breve historia de Sonora. El Colegio de México, Mexiko-Stadt 2000, ISBN 968-16-5493-5.
- Delia González de Reufels: Siedler und Filibuster in Sonora. Eine mexikanische Region im Interesse ausländischer Abenteurer und Mächte (1821–1860). Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2003. (= Lateinamerikanische Forschungen. Bd. 31), ISBN 3-412-04103-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gobierno del Estado de Sonora – offizielle Website des Bundesstaates (spanisch)
- Flagge und Geschichte der französischen Siedlerrepublik im mexikanischen Sonora (englisch)
- Greetings from Walker’s Republic of Sonora ( vom 27. September 2012 im Internet Archive) (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Direccion General Forestal y Fauna de Interes Cinegetico del Estado de Sonora. Abgerufen am 27. März 2019.
- ↑ Mexiko: Bundesstaaten und Großstädte - Einwohnerzahlen in Karten und Tabellen. Abgerufen am 28. Juli 2018.
- ↑ Delia González de Reufels: Siedler und Filibuster in Sonora. Eine mexikanische Region im Interesse ausländischer Abenteurer und Mächte (1821–1860). Böhlau, Köln 2003, S. 119–146.
- ↑ Asume Alfonso Durazo la gubernatura de Sonora. In: Opinión Sonora. 13. September 2021, abgerufen am 21. Mai 2026 (spanisch).
- ↑ Entregan constancia de mayoría que certifica a Alfonso Durazo Montaño como gobernador electo de Sonora para el período 2021-2027. In: Magisterio en Línea. 14. Juni 2021, abgerufen am 21. Mai 2026 (spanisch).
- ↑ Alfonso Durazo recibe constancia de mayoría y se convierte en gobernador electo de Sonora. In: El Imparcial. Grupo Healy, 13. Juni 2021, abgerufen am 21. Mai 2026 (spanisch).
- ↑ ¿Quién es Alfonso Durazo Montaño, el gobernador electo de Sonora? In: Milenio. Grupo Milenio, 14. Juni 2021, abgerufen am 21. Mai 2026 (spanisch).
- ↑ Wayback Machine. Archiviert vom am 1. Dezember 2008; abgerufen am 5. Februar 2026.
- ↑ Biodiversity, Ecosystems, And Conservation In Northern Mexico | Oxford Academic. Archiviert vom am 18. Juli 2024; abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 12. August 2018 (englisch).
Koordinaten: 29° 39′ N, 110° 52′ W

