Mobotix

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Mobotix AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005218309
Gründung 1999
Sitz Winnweiler-Langmeil, Rheinland-Pfalz
DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Thomas Lausten, Klaus Kiener, Hartmut Sprave
Mitarbeiterzahl 302[1]
Umsatz 69,9 Mio. EUR[1]
Website www.mobotix.com
Stand: 30. September 2019

Mobotix (Eigenschreibweise: MOBOTIX) ist ein Hersteller von digitalen und netzwerkbasierten Videoüberwachungsanlagen. Der Firmensitz befindet sich in Langmeil nahe Kaiserslautern.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in über 70 Ländern, verfügt über rund 350 Mitarbeiter[2] und erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 eine Gesamtleistung von 71,0 Millionen Euro.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobotix wurde im Juni 1999 durch Ralf Hinkel, Sabine Hinkel und Klaus Borchers als Aktiengesellschaft gegründet und ging am 10. Oktober 2007 an die Börse. Die Aktie war bis Dezember 2013 im Prime Standard notiert.[3]

Ende 2009 verlegte das Unternehmen seinen Firmenstandort in den neu gebauten Firmensitz in Langmeil, einem Ortsteil von Winnweiler. Der Produktionsstandort verblieb bis Juli 2011 in Kaiserslautern und ist seitdem auch in Langmeil angesiedelt.

2013 verzeichnete Mobotix einen starken Gewinneinbruch und veröffentlichte eine Gewinnwarnung.[4]

Im März 2016 übernahm die japanische Konica Minolta einen Großteil der Anteile (ca. 65 %).[5] Der Kaufpreis soll etwa 110 Millionen Euro betragen haben.[6]

Der Umsatz in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 beläuft sich zum 30. Juni 2020 auf rund 55,3 Mio. EUR. Das ist eine Steigerung von 7,2 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Während die geplanten verminderten Materialverkäufe und Auftragsentwicklung die Umsatzsteigerung etwas reduzierten, zog der Umsatz für kundenbezogene Hard- und Softwarelösungen merklich an. Er alleine erhöhte sich auf 53,3 Mio. Euro, was einer Steigerung von 15,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobotix verlagert Funktionen (z. B. die Speicherung der Einzelbilder oder Videos), die bei klassischen Videoüberwachungsanlagen zentral vorhanden sind, direkt in die Kameras (Edge-Technologie).

Die in Deutschland hergestellten Kameras sind ausschließlich Netzwerkkameras.

Das 2005 eingeführte Video Management System (VMS) wird u. a. in Gefängnissen, Flughäfen und Fußballstadien genutzt.

Mobotix bietet Kameras mit einem Fischaugenobjektiv an. Solche Kameras ermöglichen eine nahezu lückenlose Raumüberwachung. Nur der Raum hinter der Kamera und der Raum der Kamera selbst bleiben unabgebildet.

Seit 2011 wird mit der IP-Video-Türstation ein Produkt für die Zutrittskontrolle mit Video-Türsprechstellen angeboten. Die Nachfrage nach diesem Produkt blieb (nach dem Mobotix Geschäftsbericht 2011/2012) hinter den Erwartungen zurück.

Mit der 6-MP-Moonlight-Technik, mit der alle Kameras seit 2015 ausgestattet seien, sollen sich trotz schwieriger Lichtverhältnisse Videos ohne Bewegungsunschärfe herstellen lassen.

Marktposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hält weltweit Platz fünf an Marktanteilen im Segment Videoüberwachung. In der Region EMEA („Europe, Middle East, Africa“) verzeichnet das Unternehmen einen Marktanteil von 16,3 Prozent und belegt damit den zweiten Platz.[7]

Im Segment der Megapixel-Überwachungskameras galt Mobotix Anfang 2013 als Weltmarktführer.[8]

Unternehmensleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt des Börsengangs wurde das Unternehmen vom Gründer Ralf Hinkel geleitet.

Im Zuge der Übernahme der Aktienmehrheit durch Konica Minolta, Inc. wurden Yuji Ichimura und Kunihiro Koshizuka als neue Mitglieder des Aufsichtsrats bestellt.[9] Im Juni 2016 schied Ralf Hinkel aus dem Aufsichtsrat aus.[10] Der Aufsichtsrat von MOBOTIX besteht seit Juli 2020 aus Toshiya Eguchi (Aufsichtsratsvorsitzender), Olaf Jonas und Tsuyoshi Yamazato.

Der Vorstand besteht seit dem 1. Juni 2018 aus dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Lausten (CEO) sowie den weiteren Mitgliedern Hartmut Sprave (CTO) und Klaus Kiener (CFO).[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss per 30. September 2019, bundesanzeiger.de, abgerufen am 21. Juli 2020
  2. Winnweiler: Pfälzer Mobotix stoppt Stellenabbau. (rheinpfalz.de [abgerufen am 19. Februar 2018]).
  3. Nachricht. Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität, 29. Mai 2013, abgerufen am 7. April 2015.
  4. Mitteilung. In: dgap.de, 22. Mai 2014, abgerufen am 17. Juni 2014.
  5. Konica Minolta Inc. erwirbt Aktienpaket. In: mobotix.com. 29. März 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.
  6. Japanische Konica steigt bei Pfälzer Mobotix ein. In: Handelsblatt.com, 29. März 2016, abgerufen am 29. April 2016
  7. News. In: mobotix.com, abgerufen am 1. August 2016
  8. Mobotix – eine Nischenfirma wächst um das Siebzigfache. In: Wirtschaftswoche, 21. Januar 2013, abgerufen am 17. Juni 2014.
  9. Kunihiro Koshizuka von Konica Minolta als neues Mitglied im Aufsichtsrat. In: mobotix.com. 19. Mai 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.
  10. Ausscheiden von Herrn Dr. Ralf Hinkel aus dem Aufsichtsrat. In: mobotix.com. 1. Juni 2016, abgerufen am 2. Juni 2016.
  11. MOBOTIX AG Winnweiler-Langmeil Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018. Abgerufen am 24. Juni 2019.