Mohammed Hassan Achund

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Mohammed Hassan Achund, auch Mohammad Hassan Akhund (Persisch: ملا محمد حسن اخوند; * zwischen 1945 und 1958 in Panjwai)[1] ist der amtierende Premierminister des Islamischen Emirats Afghanistan und seit dem 7. September 2021 im Amt. Er ist ein führendes Mitglied der Taliban.[2]

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achund wurde laut Angaben der Vereinten Nationen in der Zeit des Königreichs Afghanistan in der Provinz Kandahar geboren. Er ist Paschtune und gehört dem Stamm der Kakar an und soll ein Nachfahre des afghanischen Staatsgründers Ahmad Schah Durrani sein.[3] Er studierte in verschiedenen Madrasas in Afghanistan. Anders als viele Taliban-Führer nahm Achund nicht am sowjetisch-afghanischen Krieg teil.[4] Hassan Achund gilt als eines der ältesten Mitglieder der Taliban und war ein enger Mitarbeiter von Mohammed Omar, dem ersten Führer der Bewegung. Während der ersten Taliban-Herrschaft (1996–2001) war er 1998 bis 1999 Außenminister Afghanistans. In dieser Zeit war er auch stellvertretender Premierminister. Als Außenminister war er für die Eröffnung diplomatischer Beziehungen des Regimes mit Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verantwortlich.[5] Nach dem Fall des ersten Taliban-Regimes gehörte er zu den Führern des Taliban-Aufstandes (2001–2021). Hassan Achund war zeitweise Mitglied der Schura von Quetta. Im Jahr 2013 war er Chef der Taliban-Kommissionen und Leiter der Rekrutierungskommission.[3] Achund steht auf der Sanktionsliste der Vereinten Nationen.[6]

Nach der Rückkehr der Taliban an die Macht im August 2021 wurde Achund im September 2021 zum Interimspremierminister ernannt.[7] Erst am 27. November sprach er erstmals zum Volk. Er behauptete, die Taliban hätten ihre Versprechen erfüllt, indem sie ihren Kampf gegen ausländische Kräfte bis zur Einsetzung einer islamischen Regierung und der Stabilisierung des Landes fortgesetzt hätten. Er erklärte ferner, dass es Hungersnöte, Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen bereits vor der Machtübernahme durch die Taliban im Land gegeben habe.[8]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Ernennung wurde als Kompromiss zwischen den Gemäßigten und den Hardlinern unter den Taliban angesehen. Achund gilt laut der BBC mehr als religiöser denn als militärischer Führer. Seine anfängliche Regierung enthält allerdings eine große Anzahl an Hardlinern der Organisation, keine Mitglieder anderer Organisationen, bis auf ein Kabinettsmitglied nur Paschtunen und keine Frauen.[7][9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Security Council 1988 Committee Amends 105 Entries on Its Sanctions List | Meetings Coverage and Press Releases. Abgerufen am 8. September 2021.
  2. DER SPIEGEL: Afghanistan: Mohammad Hassan Akhund wird Chef der Taliban-Regierung. Abgerufen am 8. September 2021.
  3. a b Who is Mohammad Hasan Akhund, the head of new Taliban gov’t? Abgerufen am 8. September 2021 (englisch).
  4. PTI: Explained | Who is Mullah Hasan Akhund? What does the Taliban’s choice of interim prime minister mean for Afghanistan? In: The Hindu. 8. September 2021, ISSN 0971-751X (thehindu.com [abgerufen am 26. Januar 2022]).
  5. Mullah Akhund, a veteran Taliban and a loyal friend. 7. September 2021, abgerufen am 8. September 2021 (englisch).
  6. Security Council 1988 Committee Amends 105 Entries on Its Sanctions List | Meetings Coverage and Press Releases. Abgerufen am 8. September 2021.
  7. a b Hardliners get key posts in new Taliban government. In: BBC News. 7. September 2021 (bbc.com [abgerufen am 8. September 2021]).
  8. Taliban-Premier bricht langes Schweigen. Deutsche Welle, 28. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  9. Former Gitmo Inmates and Wanted Terrorists: Meet the New Taliban Government. In: Vice.com. Abgerufen am 8. September 2021 (englisch).