Pasubio

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Der Pasubio (2232 m s.l.m., Cima Palon) ist ein Berg in den Vizentiner Alpen. Er bildet ein Kalkmassiv an der Grenze der italienischen Provinzen Vicenza und Trient, unweit des Gardasees. In der Umgebung des Pasubio befinden sich die Täler Val Leogra, Vallarsa, Val Terragnolo und Val Posina, die Gebirgspässe Pian delle Fugazze, Borcola und Xomo, sowie die Hochebene von Folgaria.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beinhaus des Pasubio beim Pass Pian delle Fugazze

Im Ersten Weltkrieg war der Pasubio zweieinhalb Jahre lang, vom Juni 1916 bis November 1918, Schauplatz blutiger Schlachten zwischen italienischen und österreich-ungarischen Truppen. Von diesen Kämpfen, insbesondere vom Minenkrieg, zeugen noch heute zahlreiche Stollen, Kavernen und Kriegssteige, die die Soldaten beider Seiten in den Berg sprengten. Das von Norden nach Süden laufende Gipfelmassiv ist immer noch vom ehemaligen Kriegsgeschehen entstellt, insbesondere die beiden plateauartigen Vorgipfel, von denen der nördliche von den Österreichern gehalten wurde („österreichische Platte“, dente austriaco), der südliche von den Italienern („italienische Platte“, dente italiano). Dazwischen lag der von den Österreichern so genannte „Eselsrücken“, von den Italienern als Selletta dei Denti bezeichnet, das Niemandsland in dem tausende Soldaten starben. Deswegen wird der Berg bis heute „Schlachtbank“, „Menschenmühle“ oder „Berg der 10.000 Toten“ bezeichnet.

Ab 1917 begannen beide Seiten auf systematische Weise, Stollen unter den Eselsrücken zu treiben. Am 13. März 1918 zündeten die Österreicher eine Ladung aus 55 Tonnen Dynamit (die größte im Ersten Weltkrieg eingesetzte Mine) unter der italienischen Platte, konnten die Stellungen der Italiener aber trotzdem nicht einnehmen. Die Kämpfe auf dem Pasubio brachten bis zum Ende des Krieges keiner Seite einen Erfolg ein.

Italienische Platte (Dente Italiano) mit dem durch die österreichische Mine vom 13. März 1918 verursachten Trümmerfeld. Aufnahme vom Juli 2012

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Korkenzieher“ im Fels: Tunnel Nr. 20 der Strada delle Gallerie

Der Pasubio ist von zahlreichen Touristenzielen umgeben, weswegen ein Abstecher vom Gardasee, von Verona oder Venedig ohne größeren Aufwand möglich ist. Neben Kriegsgeschichtlichem bietet der Berg auch für Outdoorsportler und botanisch oder geologisch Interessierte einiges.

Einer der Wege auf den Pasubio, die Strada delle 52 Gallerie, führt vom Passo Xomo über die Bocchetta di Campiglia nach Porte del Pasubio (1928 m). Dort befindet sich die Hütte Rifugio „Gen. Achille Papa“ des italienischen Alpenvereins (Juni-September täglich; Mai, Oktober, November nur am Wochenende). Diesen 6,3 km langen Weg mit seinen insgesamt 52 Tunneln mussten die Italiener 1917 bauen, weil ihr bis dahin wichtigster Nachschubweg, die Strada degli Scarubbi, von der österreichischen Artillerie beschossen werden konnte.

Besonders interessant ist das Stollensystem auf der österreichischen Platte, mit dem nach dem Kommandeur der Pasubiotruppen benannten Ellison-Stollen und den in Richtung italienischer Platte führenden Minenstollen. Auf dem Gipfelmassiv selbst sind noch alte Schützengräben, Kavernen, Stellungen und Granattrichter zu besichtigen. Auch werden noch immer verrostete Relikte des Krieges, beispielsweise Granatsplitter, und Knochen oder Knochenfragmente von Menschen gefunden. In der Nähe des Gipfels befindet sich die Kapelle Santa Maria, unweit des Pian delle Fugazze liegt das Pasubio-Ossarium. Seit 2008 wurden viele ehemalige Stellungen auf dem Pasubio restauriert, um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen. Auch wurden zahlreiche illustrierte Tafeln mit Informationen zu den Kriegsereignissen aufgestellt.[1]

Über den Pasubio führt der europäische Weitwanderweg E5 (Konstanz-Venedig), der in diesem Abschnitt mit dem Friedensweg (sentiero della pace) zusammenfällt. Der Friedensweg, auf dem die Gebirgsfront zwischen Stilfser Joch und den Karnischen Alpen besichtigt werden kann, entstand in den 1990er-Jahren durch eine Initiative der Provinzen Trient, Vicenza und Belluno.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gianni Pieropan: Guida dei Monti d'Italia. Piccole Dolomiti - Pasubio, TCI, San Donato Milanese 1978.
  • Viktor Schemfil: Pasubio-Kämpfe 1916/1918. Genaue Geschichte des Ringens um einen der wichtigsten Stützpfeiler der Tiroler Verteidigungsfront, verfaßt auf Grund österreichischer Feldakten und italienischer kriegsgeschichlicher Werke, Verlag E. Kienesberger, Nürnberg, 1984.
  • Schwertner, A. - Erős, B.: Az 1/6. komáromi árkászszázad története - A Passubio felrobbantása. In: De Sgardelli, C. 1941 (szerk.): A Felvidék és Kárpátalja hadtörténete 1914-1918. Budapest, 117-122.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pasubio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ecomuseograndeguerra.it/veneto/prealpi_vicentine/de/pasubio.htm

Koordinaten: 45° 48′ N, 11° 11′ O