Mopti

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Mopti. Es gibt ebenfalls eine Region Mopti
Mopti
Mopti (Mali)
Mopti
Mopti
Koordinaten 14° 30′ N, 4° 12′ WKoordinaten: 14° 30′ N, 4° 12′ W
Basisdaten
Staat Mali

Region

Mopti
Höhe 268 m
Einwohner 114.296 (2009[1])
Das Zentrum von Mopti vom Niger aus gesehen. Im Hintergrund die Einbuchtung des "Hafens".
Das Zentrum von Mopti vom Niger aus gesehen. Im Hintergrund die Einbuchtung des "Hafens".

Mopti ist eine Stadt in Mali mit 114.296 Einwohnern und Verwaltungssitz der gleichnamigen Region. Sie liegt etwa 650 Kilometer von Bamako entfernt.

Die Regionalhauptstadt Mopti befindet sich am Zusammenfluss des Bani mit dem Niger, zwischen Timbuktu und Ségou. Der Kern Moptis liegt auf drei Inseln, weshalb man ihr den Namen „Venedig Malis“ gab. Gegründet wurde der Ort im 19. Jahrhundert als kleine Bozo-Siedlung.[2] 1905 wurde am Ort eine Kolonial-Administration errichtet. Heute ist hier neben dem zweitgrößten kommerziellen Zentrum der wichtigste Hafen des Landes. Fähren verbinden Mopti mit Timbuktu, Gao, Koulikoro und Djenné.

Einzelne Stadtviertel befinden sich in Insellage und sind durch Dammbauten verbunden. Charlotville ist der älteste Stadtteil, in der Kolonialzeit bekannt als Europäerviertel.[2] Die einheimische Bevölkerung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das neu errichtete Wohnviertel Komoguel umgesiedelt. Aus diesem Grund entstand dort die große Moschee von Mopti (Mosquée de Komoguel). Sie wurde von 1933 bis 1935 auf dem Areal einer 1908 erbauten Moschee errichtet und von 2004 bis 2006 restauriert. Die heutige Altstadt ist mit ihren Märkten und der Moschee von Mopti ein beliebtes Touristenziel.[2]

Mopti ist Sitz des Bistums Mopti.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mopti sind die Bewohner ethnisch heterogen. Die Siedlungsgebiete greifen ineinander über, sodass die Grenzen verwischt werden, melting pot-Effekt. Für Mopti ist das typisch, da es sich in seiner kurzen Geschichte um einen favorisierten Siedlungsraum handelt. Anzutreffen sind zu einem hohen Prozentsatz, Fulbe. Daneben gibt es Marka, Bambara, Bozo, Bobo und in Splittergruppen, Mossi.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mopti ist insbesondere durch Handel und Handwerk geprägt. Die Stadt ist Handelsmetropole für Fisch, Rinder und Getreide. Fisch wird als Räucher- und Trockenfisch exportiert. Wichtige Handwerkszweige sind Weberei, Eisen- und Lederverarbeitung, Töpferei und Bootsbau (Pinassen bis 50 Tonnen).[3]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mopti
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mopti
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31,7 35,1 37,8 40,0 40,6 38,0 34,8 32,9 33,6 35,6 35,2 31,7 Ø 35,6
Min. Temperatur (°C) 15,0 17,8 21,3 25,0 26,8 25,8 24,0 23,4 23,7 23,6 19,5 16,0 Ø 21,8
Niederschlag (mm) 0 0 0 4 24 56 127 156 80 19 0 1 Σ 467
Sonnenstunden (h/d) 8,8 9,6 8,8 8,5 8,7 8,1 7,9 7,9 8,3 9,0 9,4 8,5 Ø 8,6
Regentage (d) 0 0 0 0 2 6 10 11 7 2 0 0 Σ 38
Luftfeuchtigkeit (%) 24 20 19 21 33 47 62 70 66 49 31 27 Ø 39,2
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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, Dokumentation eines traditionellen Bautyps, Franz Steiner Verlag Stuttgart, 1990, ISBN 3-515-05357-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mopti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die Situation 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Militärputsch in Bamako im März 2012, der Unabhängigkeitserklärung Azawads durch Tuareg-Rebellen am 6. April 2012 und der kurz darauf erfolgten Machtübernahme der islamistischen Gruppe Ansar Dine im Norden Malis herrscht Chaos. Eine 20minütige Powerpoint-Präsentation zeigt Momentaufnahmen aus Mali vom Aug./Sept 2012.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. INSTAT: Ergebnisse des Zensus 2009 (PDF; 957 kB)
  2. a b c Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, S. 200 (s. Lit.)
  3. a b Dorothee Gruner, Die Lehmmoschee am Niger, S. 127 (s. Lit.)
  4. Momentaufnahmen aus Mali, Aug./Sept. 2012 (20minütige Powerpoint-Präsentation, englisch)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]