Moritz Kerz

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Moritz Kerz (* 1. Mai 1983 in Frankfurt am Main)[1] ist ein deutscher Mathematiker, der sich mit arithmetischer Geometrie und algebraischer K-Theorie beschäftigt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerz studierte nach dem Abitur in Frankfurt am Main ab 2002 Mathematik und theoretische Physik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und ab 2004 der Universität Mainz mit dem Diplomabschluss in Mathematik 2005 bei Stefan Müller-Stach (Der Gerstenkomplex der Milnor K-Theorie). 2005/06 war er Gastwissenschaftler an der Universität Cambridge bei Burt Totaro und 2008 wurde er bei Uwe Jannsen (und Stefan Müller-Stach) an der Universität Regensburg mit einem Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes promoviert (Milnor K-Theory of local rings). Als Post-Doktorand war er in der Forschungsgruppe Algebraische Zykeln und L-Funktionen in Regensburg. Ab 2009 war er Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe Arithmetik endlich erzeugter Körper an der Universität Duisburg-Essen (bei Hélène Esnault) und der Universität Regensburg. Seit 2011 ist er Professor für Mathematik und Lehrstuhlinhaber in Regensburg. Aufgrund seiner außerordentlichen Leistungen wurde auf ein Habilitationsverfahren verzichtet.

In seiner Dissertation bewies er eine Vermutung von Alexander Beilinson, die Milnor-K-Theorie mit motivischer Kohomologie verbindet sowie die Gersten-Vermutung in der Milnor-K-Theorie.[2] Es folgten Arbeiten über höherdimensionale Klassenkörpertheorie[3], aufbauend auf einer neuen Formulierung von Götz Wiesend[4][5], und der Teilbeweis von Vermutungen von Kazuya Kato über von Kato 1985 entwickelte kohomologische Hasse-Prinzipien.[6]

Er veröffentlichte unter anderem mit Hélène Esnault, Alexander Schmidt, Shūji Saitō und Spencer Bloch.

2009 erhielt er den Kulturpreis Bayern für seine Dissertation. 2011 wurde er mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis[7] und 2012 mit dem Carus-Preis der Leopoldina[8] ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf bei der DFG, 2011, PDF
  2. Moritz Kerz: The Gersten conjecture in Milnor K-Theory. In: Inventiones Mathematicae. Band 175, 2009, S. 1–33.
  3. Dargestellt zum Beispiel in Moritz Kerz: Deligne´s kompatible l-adische Darstellungen. In: Mitteilungen DMV. 2012.
  4. Moritz Kerz: Higher class field theory and the connected component. In: Manuscripta Mathematica. Band 135, 2011, S. 63–89, arxiv:0711.4485.
  5. Moritz Kerz, Alexander Schmidt: Covering data and higher dimensional global class field theory. In: J. Number Theory. Band 129, 2009, S. 2569–2599, arxiv:0804.3419.
  6. Kerz, Saito: Cohomological Hasse principle and motivic cohomology for arithmetic schemes. In: Pub. Math. IHES. Band 115, 2012, S. 123–183, arxiv:1010.5930.
  7. Maier-Leibnitz Preis für Kerz 2011
  8. Carus Preis der Leopoldina