Motorsägenschein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Motorsägenschein (auch Kettensägenschein) ist ein inhaltlich in den einzelnen deutschen Bundesländern nicht genau definierter Qualifizierungsnachweis für private Selbstwerber[1] von Brennholz und gewerbliche Nutzer von Motorsägen. Mindestanforderungen an den Lehrgang werden von den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern festgelegt.

Nachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob ein solcher Nachweis gefordert wird, hängt vom Waldeigentümer ab. Im Staatsforst wird er in der Regel gefordert. In nach dem Waldzertifizierungssystem PEFC zertifizierten Forsten wird er ab 2013 von privaten Selbstwerbern generell gefordert. Bei gewerblich Tätigen wird die Sachkunde hingegen vorausgesetzt.[2]

Lehrgangsinhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf handliche Länge gesägtes Polterholz
Brennholz

Der Lehrinhalt ist deutschlandweit nicht einheitlich aufgebaut. So wird unterschieden, ob der Anwender die Motorsäge nur für die Brennholzbeschaffung braucht, oder ob der Anwender als Waldbesitzer Arbeiten in größerem Umfang ausführt und entsprechend mehr Kenntnisse benötigt. Der Lehrgang kann acht oder sechzehn Unterrichtsstunden umfassen. Vier Stunden Theorie und acht Stunden Praxis im Wald. Die Lehrinhalte im Einzelnen sind:

Bei Feuerwehren und gewerblichen Anwendern wie Garten- und Landschaftsbauern ist der Schulungsumfang größer, da hier auch Holz unter Spannung geschnitten wird. So verlangt die Gartenbau-Berufsgenossenschaft einen 5-tägigen Motorsägenkurs.

Im Kurs werden der sichere Umgang mit der Motorsäge sowie Aufbau und Funktion der Persönlichen Schutzausrüstung (insbesondere Forsthelm und Schnittschutzhose) erläutert.

Staatliche Motorsägekurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bayern führt die staatliche Forstverwaltung pro Jahr 1000 bis 1200 unentgeltliche Motorsägekurse durch. Dies wurde vom Bayerischen Obersten Rechnungshof 2016 beanstandet. Motorsägekurse seien zwar sinnvoll, die Durchführung aber keine staatliche Aufgabe, zumindest müssten kostendeckende Teilnehmerbeiträge erhoben werden.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinweise für die Selbstwerbung von Holz (pdf; 82 kB) Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). 16. Mai 2006. Abgerufen am 16. Oktober 2013.
  2. PEFC-Standards für Deutschland (pdf; 158 kB)
  3. Bayerischer Oberster Rechnungshof: Jahresbericht 2016, TNr. 42