Mozart (Familie)

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Mozart ist ein deutscher Name, der seit etwa 1321 im jetzigen bayerischen Schwaben, der Gegend zwischen Lech, Donau und Allgäu nachweisbar ist. Die ursprüngliche Schreibweise ist Moſzhart und bedeutet entweder schmutziger Mensch oder sumpfiges Gehölz, je nach Übersetzung des Begriffs Hardt bzw. Hart. Das Wort Hardt kommt bis heute in vielen Dorfnamen nahe Augsburg vor, Hart ist noch weiter verbreitet.

Rechts Leopold Mozart mit der Geige. Links am Klavier Wolfgang Amadeus Mozart und seine Schwester Maria Anna. Im Hintergrund letzterer beiden Mutter. Gemalt von Johann Nepomuk della Croce.
Gedenktafel an Franz Mozart in der Fuggerei, Augsburg

Aus dieser Gegend stammt auch eine Familie von Kunsthandwerkern und Musikern dieses Namens; aus ihr entstammt Wolfgang Amadeus Mozart.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mozarts Vorfahren stammten aus Schwaben. Sein ältester Bekannter Vorfahre, der Zimmermann Hans Motzhart (* vor 1506; † nach 1567) stammt angeblich aus dem heute zu Fischach gehörendem Weiler Heimberg. Dies lässt sich daraus schließen, dass er und seine Nachkommen den Beinamen „der Heimberger“ trugen. Sein Vater soll der 1487 in Heimberg erwähnt Ändris Motzhart sein. 1506 wurde Hans Motzhart in Leitershofen erstmals urkundlich erwähnt. 1515 erwarb er vom Kloster Kaisheim eine zinspflichtige Sölde, die er und seine Nachkommen bewirtschafteten. Daraus ergibt sich folgende Abstammung:

  1. Ändris Motzhart (erwähnt 1487)
    1. Hans Motzhart (vor 1506–nach 1567), Söldner in Leitershofen
      1. Leonhard Motzhart, Söldner in Leitershofen[1]
        1. Peter Motzhart, Söldner in Leitershofen[2]
        2. Jerg Motzhart (vor 1570–nach 1608), Dorfrichter
Gedenktafel mit Hinweis auf die Leitershofener Mozarts.

Aus den Nachkommen des Peter Motzhart entstammt Wolfgang Amadeus Mozart. Peters Sohn David zog um 1608 nach Pfersee.[3]

Stammliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Moſzhardt († 1625/6), Bauer in Pfersee bei Augsburg
    1. David Mozart (auch Motzhart oder Motzhardt), 1620–1685, Maurer und Baumeister in Augsburg, baute den Turm der Pfarrkirche in Dillingen an der Donau, das als Sommerresidenz der Bischöfe von Augsburg diente; verheiratet mit Maria Negele
      1. Daniel Mozart, 1645–1683, Maurer
      2. Hans Georg Mozart, 1647–1719, Maurer und Baumeister, Zunftmeister, baute die Propstei St. Georg in Augsburg, Mitarbeit am Fuggerhaus
      3. Franz Mozart, 1649–1694, Maurer, verheiratet mit Anna Haerrer aus Oberbuch bei Isen
        1. Johann Georg Mozart, 4. Mai 1679 – 19. Februar 1736, Buchbinder in Augsburg,[4] verheiratet in 2. Ehe mit der Augsburgerin Anna Maria Sulzer, 1696–1766
          1. Leopold Mozart, 1719–1787, Komponist, verheiratet mit Anna Maria Pertl aus St. Gilgen, Salzburg
            1. Maria Anna Mozart, genannt „Nannerl“, 1751–1829. verheiratet mit Johann Baptist Reichsfreiherr Berchtold von Sonnenburg (1736–1801) … 3 Kinder
            2. 5 andere Geschwister, die nicht älter als 16 Jahre alt wurden und unbekannt sind
            3. Wolfgang Amadeus Mozart, 1756–1791, Komponist, verheiratet mit Constanze Weber aus dem südlichen Schwarzwald
              1. Raimund Leopold, 1783–1783
              2. Carl Thomas, kk. Beamter, 1784–1858
                1. Constanza, ?–1833
              3. Johann Leopold, 1786–1786
              4. Theresia, 1787–1788
              5. Anna, 1789–1789
              6. Franz Xaver Wolfgang Mozart, Komponist, 1791–1844
          2. Franz Alois Mozart, † 1791, Buchbinder in Augsburg
            1. Maria Anna Thekla Mozart (das „Bäsle“), 1758–1841
          3. 5 weitere Söhne, 2 Töchter
        2. Franz Mozart, 1681–1732, Bildhauer in Straubing
      4. David Mozart 1653–1710, Geistlicher
      5. Johann Michael Mozart, 1655–1718, Bildhauer
      6. 4 weitere Töchter

Überragende Bekanntheit erhielt der Familienname Mozart in seiner Zeit durch den Komponisten Leopold Mozart und insbesondere durch seinen Sohn Wolfgang Amadeus Mozart.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Veronika Beci: Die Familie Mozart. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2005, ISBN 3-538-07211-6.
  • Gabriele Krist-Krug: Hans Georg Mozart (1647–1719). Barockbaumeister einer berühmten Familie aus Augsburg: Leben und Werk, Wißner, Augsburg 2006, ISBN 3-89639-522-X
  • Adolf Layer: Die Augsburger Künstlerfamilie Mozart, Verlag Die Brigg, Augsburg ohne Jahr
  • Heinz Schuler: Wolfgang Amadeus Mozart. Vorfahren und Verwandte, Degner, Neustadt an der Aisch 1980, ISBN 3-7686-6018-4

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Augsburger Allgemeine: Mozarts ältester bekannter Vorfahre ist ein Leitershofer. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 11. November 2017]).
  2. Augsburger Allgemeine: „Ich bin ein Augsburger!“ In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 11. November 2017]).
  3. Kluger, Martin., Kleiner, Wolfgang B.: W.A. Mozart und Augsburg : Vorfahren, Vaterstadt und erste Liebe ; Schauplätze, Geschichte, Sehenswürdigkeiten. 1. Aufl. Context-Verl, Augsburg 2007, ISBN 978-3-939645-05-4.
  4. Archivalien-Schaufenster - 1 -. Archive in Kißlegg, abgerufen am 3. August 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mozart Familie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien