Mutter Gottes Rosenkranz (Bajtkowo)

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Kirche Mutter Gottes Rosenkranz in Bajtkowo
(Kościół Matki Bożej Różańcowej w Bajtkowie)
Kirche Baitkowen (Baitenberg)
Die Pfarrkirche in Bajtkowo

Die Pfarrkirche in Bajtkowo

Baujahr: 1895
Stilelemente: Ziegelbau, neugotisch
Bauherr: Evangelische Kirchengemeinde Baitkowen
(Kirchenprovinz Ostpreußen/Kirche der Altpreußischen Union)
Lage: 53° 44′ 20,5″ N, 22° 14′ 49,9″ OKoordinaten: 53° 44′ 20,5″ N, 22° 14′ 49,9″ O
Standort: Bajtkowo
Ermland-Masuren, Polen
Zweck: Römisch-katholische, bis 1945 evangelisch-lutherische Pfarrkirche
Pfarrei: Bajtkowo 11,
19-300 Ełk
Bistum: Ełk
Webseite: bajtkowo.pl

Bei der Kirche in Bajtkowo handelt es sich um ein Bauwerk aus dem zu Ende gehenden 19. Jahrhundert. Bis 1945 war sie evangelisches Gotteshaus für das ostpreußische Kirchspiel Baitkowen (1938 bis 1945: Baitenberg). Heute ist sie gottesdienstliches Zentrum der römisch-katholischen Pfarrei Bajtkowo in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bajtkowo liegt im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, elf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Ełk (deutsch Lyck). Durch den Ort verläuft die Woiwodschaftsstraße 667, und Bajtkowo ist Bahnstation an der PKP-Bahnlinie 219 Olsztyn–Ełk (deutsch Allenstein–Lyck). Der Standort der Kirche befindet sich im westlichen Dorfteil nördlich der DW 667.

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahre 1890 liefen Planungen und Bauarbeiten für die Errichtung einer evangelischen Kirche in Baitkowen, die dann 1895 eingeweiht werden konnte.[1] Es entstand ein im neugotischen Stil erstelltes Bauwerk mit gelben Ziegeln, abgesetzt durch rote Backsteine an den Fenstern und Eingangsportalen. Der untere Teil des vorgesetzten Kirchturms sowie die Fundamente unter den Fenstern bestehen aus Feldsteinen. Diese finden sich auch an der Ostapsis, an deren Südseite ein Sakristeigebäude angebaut ist.

Seit 1946 wird die Kirche von der römisch-katholischen Kirche genutzt, die sie im Innern den veränderten liturgischen Zwecken entsprechend umgestaltet hat. Sie trägt heute den Namen Kościół Matki Bożej Różańcowej (Kirche Mutter Gottes Rosenkranz).[2]

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrhaus in Bajtkowo

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1891 war Baitkowen ein Kirchdorf,[3] auch wenn es zunächst noch keine Kirche hatte. Das dazugehörige Kirchspiel entstand durch Umpfarrung von Orten aus den Pfarreien Lyck (polnisch Ełk), Ostrokollen (1938 bis 1945 Scharfenrade, polnisch Ostrokół) und Drygallen (1938 bis 1945 Drigelsdorf, polnisch Drygały).[1]

Bis 1945 gehörte das Kirchspiel Baitkowen zum Kirchenkreis Lyck in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Es war patronatslos und zählte im Jahre 1925 insgesamt 2.770 Gemeindeglieder, die in mehr als zwanzig Dörfern, Ortschaften und Wohnplätzen aus den Kreisen Lyck und Johannisburg lebten.[4]

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung brachten das Leben der evangelischen Gemeinde in dem jetzt Bajtkowo genannten Dorf zum Erliegen. Die heute hier lebenden wenigen evangelischen Kirchenglieder halten sich zur Kirchengemeinde in Ełk (Lyck), einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz (deutsch Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspielorte (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In das Kirchspiel Baitkowen (ab 1938: Kirchspiel Baitenberg) waren zwischen 1891 und 1945 eingepfarrt:[4][5]

Name Änderungsname
1938 bis 1945
Polnischer
Name
Name Änderungsname
1938 bis 1945
Polnischer
Name
Andreaswalde Kosinowo Pistken Kröstenwerder Pistki
*Baitkowen Baitenberg Bajtkowo Köllmisch Rakowen Köllmisch Rakau Rakowo Małe
Biallojahnen (ab 1935:)
Weißhagen
Białojany Romanken Maihof (Ostpr.) Romanki
Cziernien (ab 1929:)
Dorntal
Ciernie Rostken
(Kirchspiel Baitkowen)
Waiblingen (Ostpr.) Rostki Bajtkowskie
Karbowsken Siegersfeld Karbowskie Rymken Riemken Rymki
*Kotten Koty Schnepien Schnippen Śniepie
*Monethen Monety *Sdeden Stettenbach Zdedy
*Mostolten Mostołty *Sutzken Morgengrund Suczki
*Niekrassen Krassau Niekrasy Talken Talki
*Osranken (ab 1926:)
Steinfelde
Osranki Tratzen Trabenau Tracze

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als evangelische Geistliche amtierten an der Kirche Baitkowen die Pfarrer:[6]

  • Paul Otto Adolf Erwin, 1891–1910
  • Eduard Bachor, 1911–1919
  • Richard Fischer, 1920–1945

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 waren die wenigen in Baitkowen bzw. Baitenberg lebenden Katholiken in die römisch-katholische Kirche St. Adalbert Lyck im Dekanat Masuren II (Sitz: Johannisburg) im Bistum Ermland eingegliedert. Aufgrund der Neuansiedlung polnischer Bürger besonders aus Ostpolen bildete sich in Bajtkowo eine katholische Gemeinde, die ab 1946 die bisher evangelische Kirche für ihre eigenen Gottesdienste nutzte. Seit 1970 besteht hier eine eigene Pfarrei,[2] die Parafia pw. Matki Bożej Różańcowej. Sie gehört zum Dekanat Ełk – Matki Bożej Fatimskiej im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Pfarreiorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Pfarrei Bajtkowo gehören die Orte:[2]

Name Deutscher Name Name Deutscher Name
Bajtkowo Baitkowen
1938–1945 Baitenberg
Niekrasy Niekrassen
1938–1945 Krassau
Białojany Biallojahnen
1935–1945 Weißhagen
Rakowo Małe Köllmisch Rakowen
1938–1945 Köllmisch Rakau
Borki
auch: Borki PGR
Borken Rostki Bajtkowskie Rostken (Ksp. Baitkowen)
1938–1945 Waiblingen
Ciernie Cziernien
1929–1945 Dorntal
Rymki Rymken
1938–1945 Riemken
Karbowskie Karbowsken
1938–1945 Siegersfeld
Śniepie Schnepien
1938–1945 Schnippen
Kosinowo Andreaswalde Suczki Sutzken
1934–1945 Morgengrund
Mąki Monken Tracze Tratzen
1938–1945 Trabenau
Mostołty Mostolten Zdedy Sdeden
1938–1945 Stettenbach

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als katholische Pfarrer amtierten an der Kirche Mutter Gottes Rosenkranz in Bajtkowo:[2]

  • Jan Nowak, 1970–1988
  • Leszek Andrzejczak, 1988–1990
  • Kazimierz Błoński, 1990–1993
  • Witold Górski, 1993–1998
  • Andrzej Amielawski, 1998–2002
  • Jarosław Mierzejewski, 2002–2007
  • Adam Łosiewskim seit 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirche Mutter Gottes Rosenkranz, Bajtkowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968, S. 123
  2. a b c d Parafia Bajtkowo
  3. Ruska Wieś – Reuschendorf, Bajtkowo – Baitkowen/Baitenberg
  4. a b Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 493
  5. Der * kennzeichnet einen Schulort
  6. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 19