Pisz

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Dieser Artikel behandelt die polnische Stadt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Zum polnischen Fußballspieler siehe Leszek Pisz.
Pisz
Wappen von Pisz
Pisz (Polen)
Pisz
Pisz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Pisz
Fläche: 10,04 km²
Geographische Lage: 53° 37′ N, 21° 48′ OKoordinaten: 53° 37′ 0″ N, 21° 48′ 0″ O
Einwohner: 19.500
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 12-200
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NPI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 58: OlsztynekSzczytnoRuciane-NidaBiała PiskaSzczuczyn
DK 63: (Russland–) PerłyWęgorzewoGiżyckoOrzyszKolnoŁomżaSławatycze (–Weißrussland)
Schienenweg: Bahnstrecke Olsztyn–Ełk
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 43 Schulzenämter
Fläche: 634,80 km²
Einwohner: 27.911
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2816033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Jan Alicki
Adresse: ul. Gizewiusza 5
12-200 Pisz
Webpräsenz: www.pisz.pl



Pisz [pʲiʃ] (polnisch früher auch Jańsbork, deutsch Johannisburg) ist eine Stadt- und Landgemeinde sowie Kreisstadt des Powiat Piski in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Südosten der Woiwodschaft Ermland-Masuren im historischen Ostpreußen, 110 Kilometer östlich der Woiwodschafts-Hauptstadt Olsztyn (deutsch Allenstein) im ehemals prußischen Stammesgebiet Galinden. Hier entspringt die Pissek (polnisch Pisa) aus dem Roschsee (früher Warschausee, polnisch Jezioro Roś), der zur Masurischen Seenplatte gehört. Über den sechs Kilometer langen Jeglinner Kanal (auch: Wagenauer Kanal, polnisch Kanał Jegliński) ist der größte masurische See zu erreichen, der Spirdingsee (Jezioro Śniardwy). Südlich erstrecken sich die Wälder der Johannisburger Heide (Puszcza Piska).

Die Stadt Pisz (Johannisburg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangspunkt der Entwicklung von Johannisburg war eine Befestigungsanlage des Deutschen Ordens, die dessen Hochmeister Heinrich Dusemer 1345 zum Schutz des Flussübergangs und zur Verteidigung gegen die benachbarten Litauer anlegen ließ. Diese griffen in den Jahren 1361 und 1366 die Feste an und eroberten sie bei ihrem zweiten Ansturm. Die hölzernen Anlagen wurden in Brand gesteckt und die Besatzung vertrieben. Nachdem sich die Litauer aus der Gegend wieder zurückgezogen hatten, wurden die eingeäscherte Feste durch eine steinerne Burg ersetzt, die 1378 fertiggestellt war.

Im Bereich der Burg hatten sich inzwischen Jäger, Beutner und Fischer angesiedelt. Um den Ort weiter zu fördern, verlieh ihm 1367 der Ordenskomtur von Balga, Ulrich Fricke, die Handfeste des Deutschen Ordens. Die weitere Besiedlung des Umlandes erfolgte später in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, 1450 wurden dort 35 Dörfer erwähnt. Damit war für den Orden die Zeit gekommen, Johannisburg das Stadtrecht zu verleihen. Es sollte mit der vom Hochmeister Ludwig von Erlichshausen am 15. Mai 1451 ausgestellten Urkunde manifestiert und durch die Übergabe von 200 Hufen Land finanziell abgesichert werden. Da aber der Orden zu dieser Zeit Krieg mit Polen führte, fand sich niemand, der die Durchsetzung des Stadtrechts veranlassen konnte. Während des Städtekrieges 1455 und des Reiterkrieges 1520 wurde Johannisburg eingeäschert.

Nachdem 1525 der Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum umgewandelt worden war, sorgte Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach für die wirtschaftliche Förderung des Ortes. Die Burg wurde ausgebaut, weiter befestigt und zum Sitz des Amtshauptmannes bestimmt. Wie sehr der Herzog mit Johannisburg verbunden war, wurde mit seinem dortigen Aufenthalt während des Pestjahres 1549 deutlich. Die Verbreitung des evangelischen Glaubens, ebenfalls durch den Herzog gefördert, wurde in Johannisburg durch den aus Polen verbannten Reformator Martin Glossa vorangetrieben. Der einträgliche Grenzhandel mit Polen, dessen Grenze nur wenige Kilometer südlich verlief, ließ die wirtschaftliche Kraft weiter erstarken, was die Einwohner veranlasste, sich erneut um das Stadtrecht zu bemühen. Die 1594 an Markgraf Georg Friedrich herangetragene Bitte blieb jedoch unbeachtet, erst der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm stellte am 6. September 1645 die Stadtrechtsurkunde aus. Die Wehrhaftigkeit der Stadt wurde bei den Angriffen der Tataren in den Jahren 1656 und 1657 bewiesen. Mit Hilfe der kurfürstlichen Truppen unter der Führung von Oberstleutnant Friedrich von Arnheim wurden alle Eroberungsversuche zurückgeschlagen. Bei einem Stadtbrand 1687 wurde Johannisburg teilweise zerstört, auch das Rathaus wurde ein Opfer der Flammen. Viele Opfer forderte die Pest in den Jahren 1709 bis 1711. Angeblich blieben nur 14 Bürger am Leben.[2] Von 1714 bis 1816 war Johannisburg Garnisonstadt der preußischen Armee. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) besetzte der russische Oberst Selebrikow mit seinen Truppen die Stadt, die abermals in den Jahren 1807 und 1812 sowohl unter französischer und russischer Besatzung mit hohen Kontributionsforderungen und Plünderungen zu leiden hatte. Vom 23. bis 26. Januar 1813 hielt sich der russische Zar Alexander I. in Johannisburg auf.

Mit der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde Johannisburg zur Kreisstadt des gleichnamigen Kreises ernannt. Das wirtschaftliche Leben erholte sich von den Schäden der vorangegangenen Kriege, insbesondere die Holzindustrie expandierte. Daneben waren der Getreidehandel und die Leinenwebereien die wichtigsten Erwerbsquellen. Vorteilhaft wirkte sich Neubau der Verkehrswege aus, neben der Chaussee nach Ortelsburg und zum polnischen Grajewo, hatte der 1885 erfolgte Anschluss an die Bahnlinie Allenstein–Lyck erhebliche Bedeutung. So stieg auch die Zahl der Einwohner bis 1900 auf 3481, während 1782 nur 1141 Menschen in der Stadt gelebt hatten.

Der bescheidene Wohlstand wurde mit dem Ersten Weltkrieg wieder zunichtegemacht. Vom September 1914 bis Februar 1915 hielt die russische Armee Johannisburg besetzt, zerstörte die Stadt zu großen Teilen und verschleppte 1586 Männer, Frauen und Kinder nach Sibirien. Noch während des Krieges begann im Rahmen der von der Reichsregierung initiierten Ostpreußenhilfe der Wiederaufbau, bei dem Leipzig als Patenstadt Hilfe leistete. Bei der durch den Versailler Vertrag im Abstimmungsgebiet Allenstein angeordneten Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder Polen am 11 Juli 1920 entfielen in der Stadt Johannisburg 2.940 Stimmen auf Ostpreussen, keine auf Polen.[3] Im Landkreis Johannisburg entfielen 34.036 gegen 14 Stimmen eindeutig für den Verbleib bei Ostpreußen und somit für Deutschland. Der Zuzug von Einwohnern aus dem an Polen verlorenen Westpreußen ließ die Bevölkerungszahl noch einmal auf 5186 im Jahre 1925 anwachsen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Johannisburg am 19. Januar 1945 von sowjetischen Streitkräften bombardiert, was zur Zerstörung von fast zwei Dritteln der Gebäude führte. Am 24. Januar wurde die Stadt von der Roten Armee kampflos erobert. Bald darauf wurde Johannisburg zusammen mit dem südlichen Teil Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Es wanderten anschließend polnische Zivilisten zu. Johannisburg wurde in Pisz umbenannt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

Der Ortsname Pisz bezieht sich auf den kleinen Fluss Pisa, einen Nebenfluss des Narew, der wie zwei weitere Flüsse in Ostpreußen auf Deutsch Pissek genannt wurde. Der größte Teil des Landkreises Johannisburg bildet heute den Powiat Piski.

Die Eisenbahnstrecke von Szczytno (Ortelsburg) nach Pisz (Johannisburg) wurde 2008 wieder eröffnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ein-
wohner
Anmerkungen
1782 1.141 [4]
1831 2.040 teils polnische, teils deutsche Bevölkerung[5]
1875 2.772 [6]
1880 2.973 [6]
1890 3.222 davon 117 Katholiken und 148 Juden[6]
1900 3.481
1910 4.301 [7]
1925 5.186 [8]
1933 5.725 [6]
1939 6.451 [6]
2012 19.600

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die einst evangelische, heute katholische St. Johannes-Kirche in Pisz (Johannisburg)

Vor 1945 galt die Pfarrkirche in Johannisburg als die größte Fachwerkkirche in Masuren. Sie ist 1843 errichtet worden als Nachfolgebau für ein Gotteshaus, das 1838 einem Brand zum Opfer fiel[9]. Von dieser Kirche stammt noch der massive Turm. Die Kirche ist ein schlichter Saalbau, jedoch mit reicher Ausstattung.[10] Das ist an dem barocken Altar erkennbar, an der figurenreichen Kanzel, an dem der Werkstatt des Isaak Riga zugeschriebenen Taufengel.

Bis 1945 war die Kirche ein evangelisches Gotteshaus, heute dient sie als römisch-katholische Pfarrkirche.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in vorreformatiorischer Zeit war Johannspurgk ein Kirchdorf. Die Reformation fasste hier relativ früh Fuß. Gehörte der Ort anfangs zur Inspektion Lyck (polnisch Ełk), so war dann die Stadt selbst bis 1945 Sitz einer Superintendentur und damit Zentrum eines Kirchenkreises in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1925 zählte die Pfarrei 12.105 Gemeindeglieder, die in einem weitflächigen Kirchspiel wohnten.

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließen nach 1945 das Leben der evangelischen Gemeinde einbrechen. Heute gibt es hier nur wenige evangelische Einwohner, die aber in der neu entstandenen Gemeinde in Pisz[11] mit ihren Filialkirchen in Biała Piska (Bialla, 1938 bis 1945 Gehlenburg), Ełk (Lyck) und Wejsuny ((Groß) Weissuhnen) eine neue Heimat gefunden haben. Sie gehört zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchenkreis Johannisburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 waren dem Kirchenkreis Johannisburg 13 Kirchspiele zugeordnet[12]:

Name Polnischer Name Name Polnischer Name
Adlig Kessel Kociołek Szlachecki Groß Weissuhnen Wejsuny
Arys Orzysz Johannisburg Pisz
Bialla
1938–1945 Gehlenburg
Biała Piska Kumilsko
1938–1945 Morgen
Kumielsk
Drygallen
1938–1945 Drigelsdorf
Drygały Kurwien Karwica
Eckersberg Okartowo Skarzinnen
1938–1945 Richtenberg
Skarzyn
Gehsen Jeże Turoscheln
1938–1945 Mittenweide
Turośl
Groß Rosinsko
1938–1945 Großrosen
Rożyńsk Wielki

Katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1945 ist das bisher evangelische Gotteshaus katholische Pfarrkirche[13], die den Namen Kościół św. Jana Chrzciciela (deutsch Kirche St. Johannes der Täufer) trägt. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut bzw. in seiner Innenausstattung den veränderten liturgischen Gebäuchen angepasst. Dabei konnte viel von der ehemaligen Ausstattung übernommen werden.

Pfarrgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Herz-Jesu-Kirche in Pisz

Seit 1869 gibt es in Johannisburg eine eigene katholische Pfarrei. Sie war in das Dekanat Masuren II mit Sitz in Johannisburg einbezogen und gehörte zum damaligen Bistum Ermland. Die Zahl der Gemeindeglieder war gering. Sie stieg nach 1945 in starkem Maße an, als polnische Neusiedler fast ausnahmslos katholischer Konfession sich hier niederließen und nach dem Krieg einen neuen Anfang wagten. Heute gibt es in der Stadt vier katholische Kirchen, von denen die Kirche St. Johannes der Täufer die älteste ist. Die überigen drei sind in den 1990er Jahren entstanden. Es handelt sich um die Kirchen:

  • Św. Jana Chrzciciela
  • Św. Józefa Oblubieńca NMP
  • Matki Miłosierdzia Ostrobramskiej
  • Najświętszego Serca Pana Jezusa.

Die Kirchen sind alle in das Dekanat Pisz eingegliedert, das zum Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen gehört.

Dekanat Masuren II/Johannisburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dekanatsbezirk Masuren II bestand bis 1945 und umfasste die Orte aus mehr als neun ostpreußischen Kreisen, die in zwölf Pfarreien aufgegliedert waren[14], von denen eine heute auf russischem Gebiet liegt:

Name Polnischer Name Name Polnischer Name
Angerburg Węgorzwo Lyck Ełk
Arys Orzysz Marggrabowa, auch: Oletzko
1928–1945 Treuburg
Olecko
Darkehmen
1938–1945 Angerapp
Osjorsk Prawdzisken
1834–1945 Reiffenrode
Prawdziska
Goldap Gołdap Rastenburg Kętrzyn
Johannisburg Pisz Sensburg Mrągowo
Lötzen Giżycko Warpuhnen Warpuny
Dekanat Pisz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Dekanat Pisz im Bistum Ełk gehören elf Pfarreien:

Name Deutscher Name Name Deutscher Name
Jeże Gehsen Ruciane-Nida
MB Miłosierdzia Ostrobramskiej
Rudczanny/Niedersee-Nieden
Kociołek Szlachecki Adlig Kessel Ruciane-Nida
Troicy Świętej
Pisz
Św. Jana Chrzciciela
Johannisburg Szarejki Sareyken/Sareiken
Pisz
Św. Józefa Oblubieńca NMP
Turośl Turoscheln/Mittenheide
Pisz
Matki Miłosierdzia Ostrobramskiej
Wiartel Wiartel
Pisz
Najświętszego Serca Pana Jezusa

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 übernahm der schleswig-holsteinische Kreis Flensburg-Land (heute Kreis Schleswig-Flensburg) die Patenschaft für die Kreisgemeinschaft Johannisburg e.V., eine Vereinigung der vertriebenen Einwohner von Johannisburg. Seit 1998 besteht zwischen dem Landkreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Pisz eine Städtepartnerschaft

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Sonstige mit der Stadt in Verbindung stehende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus
  • Stadtkirche, Neubau 1843 (größte Fachwerkkirche der Region), der 35 m hohe Turm der alten Kirche ist erhalten
  • Taufengel (1704) von Isaak Riga als Kirchenschmuck in den Neubau übernommen
  • Rathaus, relativ schlichter neugotischer Bau des späten 19. Jahrhunderts
  • verschiedene Bürgerhäuser
  • Mauer- und Kellerreste der Burg
  • waldreiche Umgebung der Johannisburger Heide
  • Wasserturm, erbaut 1907, umgenutzt 2013

Die Gmina Pisz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Pisz umschließt eine Fläche von 634,8 km², was 35,74 % der Gesamtfläche des Powiat Piski ausmacht. 28 % der Fläche werden landwirtschaftlich, 45 % foprstwirtschaftlich genutzt.

Mit Datum vom 30. Juni 2015 leben hier 27.911 Einwohner.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden der Gmina Pisz sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Pisz besteht aus 43 Ortschaften mit einem Schulzenamt[16] (polnisch Sołectwo):

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Babrosty Babrosten Pilchy Pilchen
Bogumiły Bogumillen
1938–1945 Brödau
Pogobie Średnie Mittel Pogobien
1938–1945 Mittelpogauen
Borki Adlig Borken Pogobie Tylne Hinter Pogobien
1938–1945 Hirschwalde
Ciesina Erdmannen Rakowo
Hejdyk Heidik
1938–1945 Heidig
Rakowo Piskie Adlig Rakowen
1938–1945 Raken
Imionek Faulbruch Rostki Rostken
Jagodne Jegodnen
1938–1945 Balkfelde
Snopki Snopken
1938–1945 Wartendorf
Jeglin Jeglinnen
1938–1945 Wagenau
Stare Guty Gutten
Jeże Gehsen Szczechy Małe Klein Zechen
Kałęczyn Kallenzinnen
1938–1945 Dreifelde
Szczechy Wielkie Groß Zechen
Karpa Karpa
1938–1945 Karpen
Szeroki Bór Piski Breitenheide
Karwik Karwik Trzonki Trzonken
1938–1945 Mövenau
Kocioł Groß Kessel Turośl Turoscheln
1938–1945 Mittenheide
Kocioł Duży Turowo Turowen
1938–1945 Turau
Kociołek Szlachecki Adlig Kessel Turowo Duże
Kwik Quicka Uściany Stare Alt Uszanny
1905–1945 Grünheide
Liski Lisken Wąglik Wonglik
1938–1945 Balzershausen
Łupki Lupken Wiartel Wiartel
Łysonie Lyssuhnen
1938–1945 Lissuhnen
Zawady Sawadden
1938–1945 Ottenberg
Maldanin Maldaneyen
1938–1945 Maldaneien
Zdory Sdorren
1938–1945 Dorren
Maszty Masten Zdunowo Sdunowen
1938–1945 Sadunen
Pietrzyki Pietrzyken
1904–1945 Wiesenheim

Die übrigen Ortschaften sind: Anuszewo (Annussewen, 1938–1945 Brennerheim), Czarny Róg (Faulbruchswerder), Dziadki, Jabłoń (Jablon, 1938–1945 Wasserborn), Jaśkowo (Jaschkowen, 1938–1945 Reiherswalde), Jaśkowo (Leśniczówka), Kulik, Lipa Prezdnia (Vorder Lippa, 1938–1945 Vorder Oppendorf), Lipa Tylna (Hinter Lippa, 1938–1945 Hinter Oppendorf), Lisie Jamy (Lischijami, 1938–1945 Abbau Dorren), Niedźwiedzie (Niedzwedzen, 1924–1945 Reinersdorf), Piskorzewo, Rybitwy (Rybittwen, 1938–1945 Ribitten), Szparki (Sparken), Uściany Nowe, Wądołek, Wąglik-Kolonia, Wiartel Mały (Klein Wiartel), Wielki Las und Zimna.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pisz liegt im Kreuzungspunkt zweier bedeutender polnischer Landesstraßen:

Die einzelnen Ortschaften der Gemeinde sind über Nebenstraßen und Landwege gut miteinander vernetzt.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt- und Landgemeinde führt die Bahnstrecke Olsztyn–Ełk. Bis 1945 gab es noch zwei weitere Bahnstrecken: die Bahnstrecke Lötzen–Johannisburg und die Bahnstrecke Johannisburg–Fischborn (zwischenzeitlich bis Kolno). Beide wurden 1945 in Kriegsfolge nicht mehr in Betrieb genommen.

Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pisz liegt auch am Masuren Waterway und ist mit dem Hausboot zu erreichen. In den Sommermonaten kann es aber Probleme mit dem Wasserstand geben. Es gibt zahlreiche Marinas und Hotels in der Umgebung. Die Pisa ist nur mit Hausbooten mit geringem Tiefgang zu befahren. Ansonsten ist Johannisburg für Hausboote Endstation.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Luftverkehr hat die Stadt Pisz nur bedingt Anschluss: nur über eine lange und oft unwegsame Anfahrtstrecke ist der Flughafen Danzig zu erreichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen, Königsberg/Leipzig 1785, S. 39, Nr. 3).
  • Max Meyhöfer: Johannisburg. In: Handbuch der historischen Stätten, Ost- und Westpreußen (Erich Weise, Hrsg.), Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 92–93.
  • Ulf H. W. Wöbcke: Johannisburg in Ostpreußen. Straßen, Gebäude, Landschaft und Menschen, mit Geschichte und Einwohnerverzeichnis, um 1900 bis 1945. Entstanden aus den Informationen ehemaliger Johannisburger/-innen … Kreisgemeinschaft Johannisburg, Barmstedt 2008, siehe hierzu: [1] und [2].
  • Max Toeppen: Ueber preussische Lischken, Flecken und Städte. Ein Beitrag zur Geschichte der Gemeindeverfassungen in Preußen. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 4, Königsberg 1867, S. 621–646, insbesondere S. 633–636.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadt Pisz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gmina Pisz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Christopher Clark: Preußen, S. 114.
  3. Herbert Marzian; Csaba Kenez: "Selbstbestimmung für Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920"; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 74
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen, Königsberg/Leipzig 1785, S. 39, Nr. 3).
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 457–458, Nr. 70.
  6. a b c d e Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Ostpreußen, Kreis Johannisburg (2006).
  7. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Johannisburg
  8. Max Meyhöfer: Johannisburg. In: Handbuch der historischen Stätten, Ost- und Westpreußen (Erich Weise, Hrsg.), Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 92–93.
  9. Kirche St. Johannes in Johannisburg bei ostpreussen.net
  10. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 120, Abb. 552–554
  11. Evangelisch-lutherische Pfarrei in Pisz
  12. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490–491
  13. Katholische Pfarrei in Pisz
  14. Dekanat Masuren II bei GenWiki
  15. schleswig-flensburg.de, Johannes Petersen Ehrenbürger von Pisz, 1. Juli 2008
  16. http://bip.pisz.hi.pl/index.php?k=853 Sołtysi w Gminie Pisz