Mytilinii

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Stadtbezirk Mytilinii
Δημοτική Κοινότητα Μυτιληνιών (Μυτιληνιοί)
Mytilinii (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Nördliche Ägäis
Regionalbezirk Samos
Gemeinde Samos
Gemeindebezirk Pythagorio
Status Stadtbezirk
Geographische Koordinaten 37° 44′ N, 26° 55′ OKoordinaten: 37° 44′ N, 26° 55′ O
Höhe ü. d. M. 126 m
(Durchschnitt)
Fläche 34,932 km²[1]
Einwohner 2107 (2011[2])
LAU-1-Code-Nr. 56010406
Ortsgliederung 5
Postleitzahl 83101
Telefonvorwahl 22730-5

Mytilinii (griechisch Μυτιληνιοί (m. pl.)) ist mit 1982 Einwohnern (2011) nach Samos und Karlovasi die drittgrößte Stadt auf der griechischen Insel Samos. Zusammen mit den umliegenden Siedlungen Kamara, Agia Triada, Potami und Rizovrachos bildet die Kleinstadt einen Stadtbezirk (Dimotiki Kinotita Δημοτική Κοινότητα) im Gemeindebezirk Pythagorio.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mytilinii liegt in etwa 150 m Höhe auf Hügeln im nordwestlichen Chisios-Tal an der Landstraße Vathy-Chora (Επαρχιακή Οδός Βαθιού-Χώρας). Die Siedlung Rizovrachos liegt unmittelbar südlich, Potami Mesokambou mehr als 6 Kilometer südwestlich in Küstennähe. Nächstgelegener Ort ist Chora etwa 2,7 Kilometer südlich. Pythagorio liegt 7 km südlich, die Stadt Samos weniger als 7 Kilometer nordöstlich.

Angrenzende Ortschaften und Stadtbezirke sind Vathy im Osten, Kokkari und Vourliotes im Norden, sowie Mavratzei im Westen und Chora und Pythagorio im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste von Befestigungsanlagen in der Umgebung lassen eine Besiedelung der Gegend in antiker Zeit vermuten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Ort von Menschen aus Lesbos wiederbesiedelt und aufgrund ihrer Herkunft Mytilinii genannt.

Im 19. Jahrhundert war hier eines der Hauptanbaugebiete für Tabak auf Samos. Auf dem Höhepunkt der Tabakerzeugung lag die Jahresproduktion bei über 1.280 Tonnen. Heute ist Mytilinii landwirtschaftlich geprägt. Es werden hauptsächlich Oliven angebaut.

Mit der Umsetzung der Gemeindereform nach dem Kapodistrias-Programm im Jahr 1997 erfolgte die Eingliederung von Mytilinii in die Gemeinde Pythagorio. Zum 1. Januar 2011 führte die Verwaltungsreform 2010 die ehemaligen Gemeinden der Insel zur neu geschaffenen Gemeinde Samos (Dimos Samou Δήμος Σάμου) zusammen.

Einwohnerentwicklung von Mytilinii [3]
Name griechischer Name 1913 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011[2]
Mytilinii Μυτιληνιοί 5040 5042 5519 5275 4162 3346 2430 2326 2602 2340 1982
Kamara Καμάρα 0002 0004 0003
Moni Agia Triadas Μονή Αγίας Τριάδος * * * 0011 0012 0002 0004 0002 0002 0004 0019
Potami Mesokambou Ποτάμι Μεσοκάμπου 0018 0079 0040
Rizovrachos Ριζοβράχος 0008 0010 0063
Gesamt 5042 5519 5286 4174 3348 2434 2328 2602 2437 2107

*das Kloster Agia Triada zählte bis 1928 administrativ zu Tigani

Am südlichen Ortsrand befindet sich seit 1994 das Museum der Naturgeschichte der Ägäis, das das frühere Paläontologische Museum ersetzt und dessen bedeutende Sammlung an Fossilien übernommen hat. Neben der Präsentation der in der Umgebung Mytiliniis ausgegrabenen versteinerten Reste von Säugetieren aus dem Miozän (Alter: 8 bis 10 Millionen Jahre) bietet das Museum einen Überblick über die heutige Tier- und Pflanzenwelt der Ägäis, einschließlich des maritimen Lebensraums. Darüber hinaus werden Mineralien aus aller Welt ausgestellt. Das Museum, das jährlich mehr als 30.000 Gäste anzieht, beherbergt auch eine volkskundliche Sammlung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ) nach Volkszählung 2001, S. 117 (PDF, 793 kb)
  2. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  3. Einwohnerzahlen von Mytilinii 1913–2001, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]