Nabor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kölner Dom – Fenster der hll. Nabor und Felix (um 1330)

Nabor († um 304) ist ein christlicher Märtyrer und katholischer Heiliger. Seine Lebensdaten sind weitgehend unbekannt. Er wird meist zusammen mit dem hl. Felix von Afrika verehrt.

Vita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nabor war ein römischer Soldat in Afrika. Er wurde um das Jahr 304 während der Christenverfolgungen des Kaisers Diokletian zusammen mit seinem Kameraden Felix in Lodi bei Mailand enthauptet.

Verehrung von Nabor und Felix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 313 überführte Bischof Maternus die Gebeine der beiden Märtyrer nach Mailand, wo ihnen zu Ehren eine eigene Basilika erbaut wurde. In dieser Kirche entdeckte Ambrosius auch die Gebeine von Gervasius und Protasius.

Am 24. August 765 brachte Chrodegang, Minister von Karl Martell und Pippin dem Kurzen, Reliquien der Heiligen Nabor und Felix nach Saint-Avold in Lothringen. Im Jahr 1164 kamen einige Reliquien der beiden zusammen mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige nach Köln; sie befinden sich heute im Dreikönigenschrein im Kölner Dom.

Im Jahr 1959 wurden in Namur zwei Reliquiare mit den Häuptern der Heiligen Nabor und Felix aufgefunden. Die silbernen Büsten sind 1709 in Mailand für die schon damals gesondert aufbewahrten Häupter neu angefertigt worden. Im Verlauf der Französischen Revolution (1798) kamen die Reliquien nach Sant’ Ambrogio, die Büstenreliquiare verschwanden aber. Da sie mit den Siegeln des Mailänder Franziskanerkonvents des 18. Jahrhunderts versehen waren, wurden sie von Namur nach Mailand zu den anderen dort verbliebenen Reliquien[1] zurückgebracht.[2]

Gedenktage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Gedenktag ist der 12. Juli. Als Gedenktag der Überführung der Gebeine nach Köln gilt regional der 23. Juli.

Schutz und Anrufung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nabor und Felix gelten als Schutzpatrone gegen Kinderkrankheiten und werden bei Ohrenleiden angerufen.

Kirchenpatrozinien und Darstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barocke Felix und Nabor-Kapelle im badischen Ort Schmidhofen ist ihnen geweiht. Darstellungen der beiden Heiligen sind äußerst selten, doch ist ihnen im Kölner Dom ein spätgotisches Fenster gewidmet; darüber hinaus sind sie im Giebelfeld auf der Rückseite des Dreikönigenschreins zu sehen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hl. Felix wird auch in Katalonien verehrt, wo die Stadt Sant Feliu de Guíxols nach ihm benannt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Jahre 1960 zählte Prof. Carlo Piana 129 Gebeinteile von Nabor und Felix: 4 Oberschenkel, 4 Schienbeine, 4 Wadenbeine, 4 Sprungbeine, 3 Fersenbeine, 2 Kahnbeine der Füße, 3 Würfelbeine, 6 Mittelfußknochen, 2 Kreuzbeine, 4 Beckenknochen, 4 Oberarmknochen, 3 Speichen, 4 Ellen, 3 Schlüsselbeine, 9 Lendenwirbel, 8 Rückenwirbel, 3 Halswirbel, 23 Rippen, 36 Gebeinteile, die nicht sicher zuzuordnen sind.(2 Oberschenkelknochen, 3 Schienbeine und ein Oberarmknochen müssen gefälscht sein, da schon in Köln vorhanden), aus: Piana, Verbale di ri ecognizione medica delle ossadei Santi Nabore et Felice esistenti nella Basilica di S. Ambrogio in Milano, in: Ambrosius XXXVI, Suppl. zu Nr.6, 1960, S.144 ff.; entnommen aus: Ornamenta ecclesiae, Kunst und Künstler der Romanik in Köln, Katalog zur Ausstellung des Schnütgen-Museums in der Josef-Haubrich-Kunsthalle, Bd.2, Seiten 70, 71 und 78, Köln 1985, Herausgeber Anton Legner
  2. A. Calderini: La basilica milanese dei Ss. Nabore e Felice. In: Ambrosius, Rivista Liturgico-Pastorale XXXVI, Suppl. zu Nr. 6, 1960, S.144 ff.; Nabore e Felice. In: Bibliotheca Sanctorum 1ff., Rom 1961 ff., Sp. 689-693; Time Magazine 31. Okt. 1960 (mit Abbildung der Reliquienbüsten)