Namaro

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Landgemeinde Namaro
Landgemeinde Namaro (Niger)
Landgemeinde Namaro
Landgemeinde Namaro
Koordinaten 13° 41′ N, 1° 43′ O13.6858333333331.71Koordinaten: 13° 41′ N, 1° 43′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Kollo
Einwohner 46.809 (2010)

Namaro ist eine Landgemeinde im Departement Kollo in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Namaro liegt in der südlichen Sahelzone am Fluss Niger nordwestlich der Hauptstadt Niamey. Die Nachbargemeinden sind Kourteye im Norden, Karma im Nordosten, Bitinkodji im Südosten, Torodi im Südwesten, Dargol im Westen und Gothèye im Nordwesten. Das Gemeindegebiet ist in 22 administrative Dörfer, 36 Weiler und ein Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Namaro.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dörfer Bangou Kouarey, Sikiay und Yonkoto im Gemeindegebiet von Namaro gehörten zu jenen Orten im heutigen Niger, an denen sich nach dem Untergang des Songhaireichs 1591 Songhai-Flüchtlinge unter einem Nachkommen der ehemaligen Herrscherdynastie Askiya niederließen.[3] Das Dorf Namaro ist eine Songhai-Gründung des 17. Jahrhunderts.[4]

Die französische Kolonialverwaltung richtete Anfang des 20. Jahrhunderts einen Kanton in Namaro ein und anerkannte den lokalen Songhai-Herrscher Sidi als Kantonschef.[5] Die Landgemeinde Namaro ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Namaro hervor. Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden 19.284 Einwohner von Namaro als Katastrophenopfer eingestuft, so viele wie in sonst keiner Gemeinde Nigers.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Namaro 33.527 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 46.809 Einwohner berechnet.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Entlang des Flusses wird Nassreisanbau praktiziert. Das westliche Gemeindegebiet liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird.[8] Durch Namaro verläuft die Nationalstraße 4, die den Ort mit der Staatsgrenze zu Burkina Faso bei Téra verbindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Seyni Zoumari Issa: Le Soney (Songhay) après la conquête marocaine, 1592–1900, formation des provinces historiques (Tera, Gooro (Goruol), Namaro, Kokoru, Gothey). Contribution à l’histoire du Soney post-impérial et précolonial (République du Niger). Dissertation, Universität Paris 1 1982.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 74–75.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 77.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 240.
  6. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  8. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.