Nancy Holt

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Nancy Holt at the Up and Under in Nokia Finland

Nancy Holt (5. April 1938 in Worchester, Massachusetts8. Februar 2014 in New York City) war eine US-amerikanische Landart-, Konzept- und Videokünstlerin.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nancy Holt wurde 1938 als einziges Kind eines Ingenieurs und einer Hausfrau in Worchester geboren und wuchs in New Jersey auf. An der Tufts University studierte sie Biologie und erlangte 1960 den Bachelor. Holts Karriere begann als Autorin von konkreter Poesie, sie fotografierte, machte Videofilme und war schon immer fasziniert davon, wie Wahrnehmung funktioniert.

Sie zog nach New York und machte dort die Bekanntschaft der Minimalisten Carl Andre, Sol LeWitt, Eva Hesse, Joan Jonas und Richard Serra. 1963 heirateten Nancy Holt und Robert Smithson (1938–1973). Holt gehörte zur ersten Generation von Landart-Künstlern, wie auch James Turrell, Walter De Maria, Michael Heizer, Dennis Oppenheim und Peter Hutchinson.[2]

Nancy Holt realisierte ihre Landart-Skulpturen oft weit entfernt von Menschenansiedlungen, statt in Museen und Galerien. Nur ein kleiner Kreis von Personen hat bisher den Weg über menschenleere Straßen auf sich genommen, um Nancy Holts wichtigste ortsbezogenen Werke im Original zu sehen. Die Werkstücke sind exakt auf den Einfall des Sonnenlichts ausgerichtet, wodurch die Betrachter ihre Wahrnehmung von Zeit, Raum und der Positionierung im Universum schärfen können.

Das Projekt „Solar Rotary“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Archäoastronom Jack Robinson. Andere Projekte wurden zusammen mit Architekten, Ingenieuren, Astrophysikern, Vermessungstechnikern und Metallarbeitern geplant und realisiert.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: „Sun Tunnels“ in der Großes Becken-Wüste in Utah[3]
  • 1979–1984: „Dark Star Park“, Rosslyn, Arlington, Virginia
  • 1988: „Sky Mound“, eine Halde in den New Jersey Meadowlands[4]
  • 1998: „Up and Under“, eine gewundene Tunnel- und Berme Konstruktion nahe der Stadt Nokia in Finnland
  • 2012: „Avingnon Locators“

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holt hat seit den späten 1960ern mehrere Filme und Videos gedreht. Zu nennen sind Mono Lake (1968, mit Michael Heizer), East Coast, West Coast (1969), Swamp (1971, mit Robert Smithson) und Boomerang (1974, mit Richard Serra). Points of View: Clocktower (1974) zeigt Aufnahmen von Gesprächen zwischen Lucy Lippard und Richard Serra, Liza Béar und Klaus Kertess, Carl Andre und Ruth Kligman und Bruce Brice und Tina Girouard. 1978 produzierte sie einen 16mm Farbfilm, der das Werk „Sun Tunnels“ dokumentiert.[5]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nancy Holts Arbeiten wurden national und international ausgestellt. Unter anderem fanden Ausstellungen statt im New Museum of Contemporary Art, Whitney Museum of American Art, Museum of Modern Art, Dia Art Foundation und dem MoMA PS1 in New York City. Des Weiteren im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C., im Musée d’art moderne de la Ville de Paris und in der Tate Modern in London. „Sightlines“ hieß die Einzelausstellung im Badischen Kunstverein in Karlsruhe, 2011, Kuratorin war Alena J. Williams.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alena Williams: Nancy Holt: Sightlines. University of California Press, Berkeley, California 2011, ISBN 978-0-520-26856-2 (Ausstellungskatalog).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Electronic arts intermix Nancy Holt abgerufen am 9. Juni 2015 (englisch)
  2. Nancy Holt, Outdoor Artist, Dies at 75. The New York Times, abgerufen am 9. Juni 2015 (englisch).
  3. David Colker: Nancy Holt dies at 75; her art interacts with the land and sky. Los Angeles Times, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch).
  4. Greenmuseum Nancy Holt Skymound, abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch)
  5. Robert Smithson and Nancy Holt papers, 1905-1987, bulk 1952-1987. Bei Archives of American Art abgerufen am 10. Juni 2015 (englisch)
  6. Nancy Holt: „Sightlines“ Beim Badischen Kunstverein abgerufen am 10. Juni 2015