Napasoq

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Napasoq (der aufrecht stehende)
Napassoĸ
Napasoq aus Westnordwest gesehen
Napasoq aus Westnordwest gesehen
Kommune Qeqqata Kommunia
Distrikt Maniitsoq
Geographische Lage 65° 1′ 48″ N, 52° 14′ 24″ WKoordinaten: 65° 1′ 48″ N, 52° 14′ 24″ W
Napasoq (Grönland)
Napasoq
Höhe m
Einwohner 71
(1. Januar 2017)
Gründung 1865
Zeitzone UTC-3

Napasoq [ˈnapasɔq] (nach alter Rechtschreibung Napassoĸ) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Maniitsoq in der Qeqqata Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napasoq liegt auf einer kleineren Insel inmitten einer Inselgruppe. Die größte Insel dieser ist Nunarsuaq, das südwestlich liegt. Im Norden verläuft die Meerenge Ammaqqoq und im Süden Ammaqquarsuk. Die nächsten bewohnten Siedlungen sind im Süden Atammik mit 29 km Entfernung und im Norden Maniitsoq mit 67 km Entfernung.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napasoq wurde 1865 gegründet. Zuvor hatte sich eine Siedlung auf der direkt östlich anschließenden Insel Nunaku befunden, aber nach einer Hungersnot, bei der ein großer Teil der Bevölkerung gestorben war, zogen die übrigen Bewohner an die heutige Stelle um.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner Napasoqs leben vom Fang von hauptsächlich Dorschen, Uuaq, Gestreiftem Seewolf und Seehasen und vom Tourismus für Abenteurer, Wanderer und Angler. Hierfür existiert ein Forellenlager, sowie Jagd- und Anglerhütten außerhalb des Dorfes. Zudem ist in der Gegend Mineralabbau geplant.[3]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert ein kleiner Hafen für zweiwöchig ankommende Versorgungsschiffe der Royal Arctic Line und Fischer und eine noch kleinere Anlegestelle für private Boote. Man kann regelmäßig nach Maniitsoq gefahren werden, was ein bis zwei Stunden dauert. Weiterhin verbindet der Heliport Napasoq im Südosten den Ort mit anderen Dörfern und Städten.

Für die Versorgung des Ortes ist Nukissiorfiit zuständig. Das Trinkwasser wird über eine Unterwasserleitung von einem See auf der Nachbarinsel Nunaku durch den Umiatsialivik in ein Wasserwerk geleitet. Strom wird über ein Dieselkraftwerk gewonnen. Die Erbauung eines Windkraftwerks ist möglich, wurde bisher aber noch nicht geplant. Die Abwasserentsorgung findet per Ableitung ins Meer statt. Müll wird im Ort deponiert oder verbrannt, wobei in Erwägung gezogen wurde, dass man den Abfall nach Maniitsoq oder Sisimiut senden könnte, wo er in einer Verbrennungsanlage zur Stromerzeugung beitragen könnte. TELE Greenland versorgt den Ort mit telekommunikativer Anbindung.[3]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Napasoq gibt es einen Kindergarten für etwa vier Kinder und ein Grundschule, wo etwa sieben Schüler unterrichtet werden. Zudem gibt es vier Gebäude für die Altenpflege.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napasoq ist das kleinste Dorf der Kommune. Ende der 1970er Jahre lebten noch 250 Menschen im Dorf, aber allein zwischen 1984 und 2017 sank die Einwohnerzahl um 70 %, wodurch Napasoq zu den Orten mit dem größten Bevölkerungsverlust in Grönland gehört.[4]

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napasoq (2017)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Niels Platou, Jens Heilmann: Napasoq 1865–1990. Hrsg.: Komitéen for Napasoq 125 års Jubilæum. Atuakkiorfik, Nuuk 1991, ISBN 87-558-0852-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Napasoq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Qeqqata Kommunianut tikilluarit – Velkommen til Qeqqata Kommunia (S. 37)
  3. a b c Napasoq bei qeqqata.odeum.com
  4. Einwohnerzahl Napasoq 1977–2018 bei bank.stat.gl