Nasran

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Stadt
Nasran
Назрань (russisch)
Наьсара (inguschisch)
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordkaukasus
Republik Inguschetien
Stadtkreis Nasran
Erste Erwähnung 18. Jahrhundert
Frühere Namen Kosta-Chetagurowo (1944-57)
Stadt seit 1967
Fläche 241 km²
Bevölkerung 93.335 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 387 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 520 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7)87322
Postleitzahl 38610x
Kfz-Kennzeichen 06
OKATO 26 406
Geographische Lage
Koordinaten 43° 13′ N, 44° 46′ OKoordinaten: 43° 13′ 0″ N, 44° 46′ 0″ O
Nasran (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Nasran (Republik Inguschetien)
Red pog.svg
Lage in Inguschetien
Liste der Städte in Russland

Nasran (russisch Назрань, inguschisch Наьсара/Năsara) ist die größte Stadt in der russischen Teilrepublik Inguschetien im Nordkaukasus. Nasran liegt etwa 1900 km südlich von Moskau und hat 93.335 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010)[1], neben Inguschen und Russen auch viele tschetschenische Flüchtlinge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahnmal für Opfer politischer Repressionen in Nasran

Der Ort besteht spätestens seit dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich war er ein kaukasustypisches Bergdorf (Aul); der Name geht zurück auf eine Volkslegende vom Erstsiedler namens Njassar.

Von 1944 bis 1957 war die Siedlung Teil der autonomen Sowjetrepublik Nordossetien und hieß in dieser Zeit Kosta-Chetagurowo zu Ehren des volkstümlichen ossetischen Dichters Kosta Chetagurow. 1967 erhielt Nasran, das mittlerweile wieder zur Tschetscheno-Inguschischen ASSR gehörte, den Stadtstatus.

Mit der Abtrennung Inguschetiens von Tschetschenien 1992 wurde Nasran zur Hauptstadt der Republik, seit Dezember 2002 ist allerdings die neugebaute Stadt Magas sechs Kilometer von Nasran offizieller Regierungssitz. Im Juni 2004 kam es zu einem schweren Rebellenangriff in ganz Inguschetien. Soldaten sowie Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes FSB wurden erschossen.

Das Innenministerium und die Zentrale der Grenzpolizei in Nasran wurden gestürmt und der Innenminister der Kaukasusrepublik, Abukar Kostojew, sowie sein Stellvertreter, der Gesundheitsminister Dschabrail Kostojew und ein UN-Mitarbeiter wurden getötet. Nach etwa 7-stündigen Gefechten konnten Sicherheitskräfte die vermutlich tschetschenischen Terroristen zurückschlagen. Mehrere tausend Soldaten der russischen Streitkräfte wurden nach Nasran in Marsch gesetzt. Durch den Angriff starben 90 Menschen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1959 5.703
1970 12.894
1979 14.945
1989 18.246
2002 125.066
2010 93.335

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Nasran unter anderem eine Beton- und eine Legierungsfabrik, insgesamt spielt die Industrie in dieser Gegend im Vergleich zur Landwirtschaft aber eine eher untergeordnete Rolle.

Die Stadt liegt an der Fernstraße M29, die von der Region Krasnodar bis nach Dagestan führt, und hat auch einen Eisenbahnanschluss.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nasran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)