Natriumbenzoat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumbenzoat
Allgemeines
Name Natriumbenzoat
Andere Namen
  • Antimol
  • SODIUM BENZOATE (INCI)
  • E 211
Summenformel C7H5NaO2
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 532-32-1
EG-Nummer 208-534-8
ECHA-InfoCard 100.007.760
Wikidata Q423971
Eigenschaften
Molare Masse 144,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,50 g·cm−3 (bei 20 °C)[2]

Schmelzpunkt

436 °C [2]

Siedepunkt

Zersetzung bei Erhitzen über 450–475 °C [2]

Löslichkeit

gut in Wasser (556 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338 [2]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Natriumbenzoat ist das Natriumsalz der Benzoesäure. Es ist als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 211 zugelassen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbenzoat ist ein weißer, kristalliner Feststoff. Die Verbindung ist geruchlos und schwach hygroskopisch.[4] Sie ist brennbar und gut in Wasser löslich.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbenzoat wirkt bakteriostatisch und fungistatisch und wird daher als Lebensmittelzusatzstoff (E 211) zur Konservierung von Lebensmitteln (Wirkungsoptimum bei pH < 3,6) eingesetzt.

Auch in der Kosmetik wird Natriumbenzoat als Konservierungsmittel verwendet. Weiterhin wird ihm eine maskierende Wirkung zugeschrieben, d. h., der Grundgeruch eines Kosmetikums wird verringert.[5]

Bei der Synthese von Polypropylen dient es als Keimbildner, der verhindert, dass zu große Sphärolithe entstehen.[6]

In der Pyrotechnik wird es als Brennstoff, meist in Verbindung mit brandförderndem Kaliumperchlorat eingesetzt.[7]

In der Medizin wird es in Kombination mit L-Arginin-Hydrochlorid als Notfallmedikament zur Behandlung der Hyperammonämie eingesetzt.[8]

Verträglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Natriumbenzoat als sicher gilt, ist es eines der weltweit meistverwendeten Konservierungsmittel für Lebensmittel und Kosmetika. Bis zu 0,1 Prozent davon darf der Nahrung zugesetzt werden.

Aufgrund der langen industriellen Verwendung der Substanz wurde in den USA noch keine offizielle Neubewertung vorgenommen, obwohl neuerdings in Zellkulturen und Modellorganismen beunruhigende toxische, mutagene, und teratogene Wirkungen entdeckt wurden.[9] Die möglichen Beeinflussungen des menschlichen Stoffwechsels sind sehr komplex. Zuletzt beschrieb eine Arbeitsgruppe in Chicago, dass Natriumbenzoat schon in der zulässigen Dosierung durch Histonmodifikation epigenetische Wirkung auf den Stoffwechsel der Phosphoglyceride, der ovariellen Steroidhormone, und des zellulären Signalproteins Phospholipase D ausübt.[10]

Eine britische Studie an 300 Klein- und Schulkindern nannte 2007 Natriumbenzoat in Colagetränken neben anderen Stoffen als möglichen ADHS-Auslöser.[11] Die FDA hielt dazu eine Anhörung ab, bewertete die Studie allerdings als nicht überzeugend.[12]

Der wissenschaftliche Ausschuss der EFSA erklärte die Substanz zuletzt 2016 für ungefährlich.[13] Bezüglich der Mutagenität/Teratogenität begründete er seine Ansicht mit einer Mehrgenerationen-Nagetierstudie mit negativem Ergebnis. Bezüglich den möglichen Verhaltensstörungen bei Kindern wurde eine negative Studie aus 2013[14] angeführt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenblatt Natriumbenzoat (PDF) bei Merck, abgerufen am 23. September 2018.
  2. a b c d e f g h Eintrag zu Natriumbenzoat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. September 2018 (JavaScript erforderlich).
  3. Eintrag zu Natriumbenzoat in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. Europäisches Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea), 6. Ausgabe, Grundwerk 2008.
  5. Informationen zu Natriumbenzoat auf haut.de, abgerufen am 2. November 2016.
  6. New Clarifiers & Nucleators: They Make Polypropylene Run Clearer and Faster, Juli 2002.
  7. Definition: Pyrotechnik – Meyers Lexikon online. Archiviert vom Original am 23. Mai 2007. Abgerufen am 14. November 2014.
  8. Monatsschrift Kinderheilkunde, Springer-Verlag 2001, 149:1078–1090.
  9. Piper JD, Piper PW: Benzoate and Sorbate Salts: A Systematic Review of the Potential Hazards of These Invaluable Preservatives and the Expanding Spectrum of Clinical Uses for Sodium Benzoate. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety 16 (2017): 868-80. doi:10.1111/1541-4337.12284
  10. Huang H, Zhang D, et al.: Lysine benzoylation is a histone mark regulated by SIRT2. Nature Communications 9 (2018), Article number 3374, doi:10.1038/s41467-018-05567-w
  11. D. McCann, A. Barrett u. a.: Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. In: The Lancet. Band 370, Nummer 9598, November 2007, S. 1560–1567, doi:10.1016/S0140-6736(07)61306-3, PMID 17825405.
  12. B. Weiss: Synthetic food colors and neurobehavioral hazards: the view from environmental health research. In: Environmental health perspectives. Band 120, Nummer 1, Januar 2012, S. 1–5, doi:10.1289/ehp.1103827, PMID 21926033, PMC 3261946 (freier Volltext).
  13. EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources (ANS): Scientific Opinion on the re‐evaluation of benzoic acid (E 210), sodium benzoate (E 211), potassium benzoate (E 212) and calcium benzoate (E 213) as food additives. EFSA Journal 14-3 (März 2016): 4433. doi:10.2903/j.efsa.2016.4433
  14. K. Y. Lok, R. S. Chan u. a.: Food additives and behavior in 8- to 9-year-old children in Hong Kong: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. In: Journal of developmental and behavioral pediatrics : JDBP. Band 34, Nummer 9, 2013 Nov-Dec, S. 642–650, doi:10.1097/DBP.0000000000000005, PMID 24217026.