Natriumbenzoat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumbenzoat
Allgemeines
Name Natriumbenzoat
Andere Namen
  • Antimol
  • E 211
Summenformel C7H5NaO2
CAS-Nummer 532-32-1
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 144,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,44 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

410–430 °C [2]

Löslichkeit

660 g·l−1 in Wasser bei 20 °C [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

1600 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumbenzoat ist das Natriumsalz der Benzoesäure. Es ist als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 211 zugelassen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbenzoat ist ein weißer, kristalliner Feststoff. Die Verbindung ist geruchlos und schwach hygroskopisch.[4] Sie ist brennbar und gut in Wasser löslich.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbenzoat wirkt bakteriostatisch und fungistatisch und wird daher als Lebensmittelzusatzstoff (E 211) zur Konservierung von Lebensmitteln (Wirkungsoptimum bei pH < 3,6) eingesetzt.

Bei der Synthese von Polypropylen dient es als Keimbildner, der verhindert, dass zu große Sphärolithe entstehen.[5]

In der Pyrotechnik wird es als Brennstoff, meist in Verbindung mit brandförderndem Kaliumperchlorat eingesetzt.[6]

In der Medizin wird es in Kombination mit L-Arginin-Hydrochlorid als Notfallmedikament zur Behandlung der Hyperammonämie eingesetzt.[7]

Verträglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbenzoat kann Allergien wie Asthma und Nesselsucht auslösen und belastet den Leberstoffwechsel. Eine britische Studie nannte Natriumbenzoat, das als Konservierungsstoff in Colagetränken verwendet wird, neben anderen Zusatzstoffen als möglichen Auslöser für ADHS. Wörtlich heißt es in der Studie, die im britischen Medizinjournal The Lancet erschien:[8]Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten“.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenblatt Natriumbenzoat (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. a b c d e Eintrag zu Natriumbenzoat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. Dezember 2012 (JavaScript erforderlich).
  3. Eintrag zu Natriumbenzoat in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. Europäisches Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea), 6. Ausgabe, Grundwerk 2008.
  5. New Clarifiers & Nucleators: They Make Polypropylene Run Clearer and Faster, Juli 2002.
  6. Definition: Pyrotechnik – Meyers Lexikon online. web.archive.org. Archiviert vom Original am 23. Mai 2007. Abgerufen am 14. November 2014.
  7. Monatsschrift Kinderheilkunde, Springer-Verlag 2001, 149:1078–1090.
  8. Donna McCann, Angelina Barrett, Alison Cooper, Debbie Crumpler, Lindy Dalen, Kate Grimshaw, Elizabeth Kitchin, Kris Lok, Lucy Porteous, Emily Prince, Edmund Sonuga-Barke, John O Warner, Jim Stevenson: Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: a randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. In: The Lancet. Band 370, Nr. 9598, November 2007, S. 1560, doi:10.1016/S0140-6736(07)61306-3.
  9. Netzeitung: Lebensmittelfarbe fördert Hyperaktivität. (Memento vom 8. September 2007 im Internet Archive).