Nereiden (Zoologie)

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Nereididae
Nereis succinea

Nereis succinea

Systematik
Stamm: Ringelwürmer (Annelida)
Klasse: Vielborster (Polychaeta)
Unterklasse: Palpata
Ordnung: Aciculata
Unterordnung: Phyllodocida
Familie: Nereididae
Wissenschaftlicher Name
Nereididae
Blainville, 1818
Die Art Alitta virens wird über einen Meter lang

Nereiden (Nereididae) sind in der Zoologie eine Familie in der Klasse der Vielborster (Polychaeta).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Länge von Nereiden variiert von wenigen Millimeter (Gattung Micronereis) bis zum über einen Meter langen Alitta virens. Der segmentierte Körper besteht bei adulten Exemplaren aus 15 bis mehreren Hundert Segmenten. Bei lebenden Tieren reicht die Farbe von transparent bis braun oder rot mit einer Vielzahl an weiteren Farb- und Pigmentmustern. Die Augen, sofern vorhanden, sind als zwei Paare ausgebildet.[1]

Am Prostomium (abgerundet bei Micronereis, dreieckig oder rechteckig bei Namanereidinae oder umgekehrt T-förmig), das hinten am breitesten ist, befinden sich zwei anteriore Antennen (selten einzeln oder fehlend) und ventral zwei Palpi. Am mit dem ersten Segment verschmolzenen Peristomium finden sich zwei bis vier Paare von Tentakular-Cirren. Die Tiere haben Nuchalorgane in Form kurzer Wimperrinnen ebenso wie Notopodien und Neuropodien mit jeweils mindestens einem abgeflachten Lappen.[1][2]

Kennzeichnend für die Nereiden ist ein ausstülpbarer, zweiteiliger Schlund (Pharynx), der mit einem Paar Kiefer und in der Regel mit, oft konischen, Zähnen ausgestattet ist.[1][2]

Wie die meisten großen Polychaeten besitzen die Nereiden in ihrem geschlossenen Blutgefäßsystem, das aus einem Rückengefäß, einem Bauchgefäß und diese verbindenden, teilweise zu Kapillaren verzweigten Ringgefäßen besteht, zur Bindung des Sauerstoffs als Blutfarbstoff Hämoglobine, die frei im Blut gelöst und nicht an Blutkörperchen gebunden sind. Auf Grund ihrer sehr starken Affinität zu Sauerstoff ermöglichen die Hämoglobine den Nereiden ein Überleben in sauerstoffarmer Umgebung.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nereiden besiedeln alle Substrate der Ozeane. Sie kommen Litoral bis Abyssal, hauptsächlich aber in flachem Wasser vor. Manche Arten, zum Beispiel in der Gattung Hediste, finden sich auch im Brackwasser, die Art Tylorrhynchus heterochaetus ist ein Beispiel für Nereiden die im Süßwasser leben.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nereididae enthält in den drei Unterfamilien Gymnonereinae, Namanereidinae und Nereidinae mehr als 39 Gattungen mit etwa 535 Arten.[2][1]

Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Arten:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nereide (Mythologie)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stanley J. Edmonds: Fauna of Australia, Volume 4A. Polychaetes & Allies. The Southern Synthesis 4. Commonwealth of Australia, 2000. Class Polychaeta. S. 184–189, Family Nereididae.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Greg W. Rouse, Fredrik Pleijel: Polychaetes., Oxford University Press, 2001, ISBN 978-0198506089, S. 96–98.
  2. a b c G.J.B. Ross, C.J. Glasby, P.L. Beesley: Polychaetes & Allies: The Southern Synthesis. Fauna of Australia Volume 4A. CSIRO, 2000, ISBN 978-0643065710, S. 139.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nereididae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien