Neuhengstett

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Koordinaten: 48° 44′ 15″ N, 8° 46′ 49″ O

Neuhengstett
Gemeinde Althengstett
Wappen der ehemaligen Gemeinde Neuhengstett
Höhe: 532 m ü. NHN
Fläche: 2,5 km²
Einwohner: 1786 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 714 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1974
Postleitzahl: 75382
Vorwahl: 07051
Die Dorfkirche

Die Dorfkirche

Neuhengstett ist ein Ortsteil der Gemeinde Althengstett im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Neuhengstett von Nordwesten. Im Hintergrund Althengstett

Neuhengstett ist ein Waldenserort. Die aus Piemont und Savoyen stammenden protestantischen Glaubensflüchtlinge konnten sich auf Initiative von Herzog Eberhard Ludwig ab 1699 in Württemberg niederlassen. Am 1. September 1700 gründeten 28 Familien mit insgesamt 134 Personen den Ort Le Bourcet.[2] Die Siedlung wurde auf Land errichtet, das im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs und der nachfolgenden Pestepidemie nicht mehr bewirtschaftet wurde und zu Ödland verkommen war. Der größte Anteil der zugewiesenen Siedlungsfläche gehörte zuvor zu Simmozheim. Den zweitgrößten Anteil musste Möttlingen abtreten. Die restlichen Flächen kamen zu gleich großen Teilen von Hengstett (heute: Althengstett) und aus Hirsauischem Klosterbesitz. Im Jahre 1711 wurde Le Bourcet amtlich in Neu-Hengstett umbenannt. Diese Umbenennung erfolgte, da noch mehrere andere Namen für die Siedlung in Gebrauch waren (Abeldorf, Welsch-Hengstett oder Simmozheimer Colonie) und man Missverständnissen vorbeugen wollte.

Im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Neuhengstett am 1. Oktober 1974 in die Gemeinde Althengstett eingegliedert. Zur Gemeinde Neuhengstett gehörte lediglich das gleichnamige Dorf und die Wüstung Schlehdorn (auch Schleichdorn oder Sledorn genannt)[3], die sich im Osten des Ortes befindet[4]. Schlehdorn ist ein schon vor der Gründung von Neuhengstett aufgegebener Ort, der spätestens im Jahr 1300 bereits existierte.[5]

Die Ortsmitte von Neuhengstett (Waldenserkirche) liegt auf einer Höhe von 532 m ü. NHN.

Neuhengstett besitzt mehrere öffentliche Einrichtungen und Gebäude. Neben einer Grundschule gibt es auch einen Kindergarten, sowie eine Turn- und Festhalle. Im ehemaligen Rathaus des Dorfes ist die Ortsverwaltung untergebracht. Die örtliche evangelische Kirchengemeinde betreibt die im Ortskern befindliche 1769 in der heutigen Form gebaute Kirche.[6] Auch die Neuapostolische Kirche betreibt in Neuhengstett ein Gotteshaus. Am südlichen Rand des Dorfes gibt es einen Friedhof mit einer Aussegnungshalle. An der heutigen Hauptstraße (Waldenserstraße) gelegen, existiert außerdem ein aufgelassener ehemaliger Friedhof. Direkt daneben wurde in einem um 1824 erbauten Haus vom örtlichen Heimat- und Geschichtsverein ein Waldensermuseum eingerichtet.

Durch Neuhengstett wird der Neuhengstetter Bach, ein Zufluss des Tälesbach, verdolt hindurchgeführt. Er wird am südlichen Ortsrand, am Nordrand des Waldes Langenlöchle an die Oberfläche geleitet.

Am 1. Oktober 1974 wurde Neuhengstett nach Althengstett eingemeindet.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1852 1871 1880 1890 1900 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1961 1970 1974
Einwohner 393 502 448 386 396 400 414 409 411 519 561 587 792 862

Jeweils Volkszählungsergebnisse. Die Zahlen beziehen sich auf das Gemeindegebiet mit Gebietsstand vor der Eingemeindung am 1. Oktober 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Gemeinde Althengstett: Offizielle Einwohnerzahlen (Memento vom 21. August 2014 im Internet Archive)
  2. Geschichte der Waldenser, Homepage des Heimatgeschichtsvereins Neuhengstett, abgerufen am 20. Februar 2017.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 474–475
  4. Neuhengstett in der Beschreibung des Oberamts Calw von 1860, Wikisource
  5. Althengstett in der Beschreibung des Oberamts Calw von 1860, Wikisource
  6. Homepage der Gesamtkirchengemeinde Neuhengstett-Ottenbronn, abgerufen am 20. Februar 2017.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 488.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuhengstett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien