Großer Heuberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Großer Heuberg
Albhochfläche des Großen Heubergs
Albhochfläche des Großen Heubergs
Fläche 917,72 km²dep1
Systematik nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung Mittelgebirgsschwelle
Großregion 2. Ordnung Südwestdeutsches Schichtstufenland
Haupteinheitengruppe 09 →
Schwäbische Alb
Über-Haupteinheit 093 →
Hohe Schwabenalb
Naturraum 093.2
Großer Heuberg
Geographische Lage
Koordinaten 48° 7′ 0″ N, 8° 53′ 35″ OKoordinaten: 48° 7′ 0″ N, 8° 53′ 35″ O
Großer Heuberg (Baden-Württemberg)
Großer Heuberg
Lage Großer Heuberg
Kreis Zollernalbkreis, Landkreis Tuttlingen, Landkreis Sigmaringen
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland

Der Große Heuberg, meist nur Heuberg genannt, ist weitgehend identisch mit dem Naturraum 093.2 der Schwäbischen Alb (Hohe Schwabenalb) im Südwestdeutschen Stufenland. Er liegt in den baden-württembergischen Landkreisen Zollernalb, Tuttlingen und Sigmaringen.

Die relativ dünn besiedelte Hochfläche im Südwesten der Alb hat eine Ausdehnung von etwa 10 × 20 km. Zu ihren Erhebungen zählen der Dreifaltigkeitsberg (987,9 m), das Klippeneck (980 m) sowie der Lemberg (1015,7 m) als höchste Erhebung der gesamten Schwäbischen Alb; etwa im Zentrum des Naturraums liegt der Staufenberg (955,5 m). Etwa im Zentrum des Naturraums liegt Nusplingen.

Ob sich der Name „Heuberg“ von seinen landschaftsprägenden Heuwiesen[1] ableitet oder von der Grafschaft Hohenberg, deren Territorium teilweise auf dem Heuberg lag, ist umstritten.


Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Heuberg breitet sich im Naturpark Obere Donau aus. Im Westen wird er begrenzt durch die Täler von Faulenbach und Prim und die Baarhochebene, im Norden durch den Albtrauf, im Osten durch die Täler der Eyach und der Schmiecha bzw. im engeren Sinne, ohne die „Hardt“, durch die Täler der Schlichem und der Bära. Die südliche Grenze bildet die Donau, jedoch ragt der Badische Heuberg (häufiger Hegaualb genannt) auch über die Donau hinaus.

Die Region des Naturraums deckt sich großteils mit der touristisch definierten Region der 10 Tausender.

Folgende Gemeinden liegen im oder am Großen Heuberg: Bärenthal, Böttingen, Bubsheim, Egesheim, Gosheim, Irndorf, Kolbingen, Königsheim, Leibertingen, Mahlstetten, Meßstetten, Nusplingen, Obernheim, Deilingen, Reichenbach am Heuberg, Renquishausen, Schwenningen, Wehingen und Stetten am kalten Markt. Kleinere Ansiedlungen am Heuberg, am Albrand gehören zu Spaichingen (mit dem Dreifaltigkeitsberg), Denkingen (mit Segelfluggelände am Klippeneck), Rietheim-Weilheim (mit dem Weiler Rußberg) und Dürbheim (mit dem Weiler Risiberg).

Die vollständig auf dem Heuberg liegenden Gemeinden haben zusammen eine Einwohnerzahl von 36.267 (Stand 31. Dezember 2018).[2]

Naturräumliche Zuordnung und Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenzug bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Schwäbische Alb (Nr. 09) und in der Haupteinheit Hohe Schwabenalb (093) die Untereinheit Großer Heuberg (093.2) und gliedert sich in der Alb so auf:[3][4]

  • 09 (=D60) Schwäbische Alb
    • 093 Hohe Schwabenalb
      • 093.2 Großer Heuberg
        • 093.20 Westlicher Heuberg
        • 093.21 Östlicher Heuberg
        • 093.22 Die Hardt
        • 093.23 Südlicher Hardtrand

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiler Michelfeld

Geologisch ist die verkarstete Hochfläche des Großen Heubergs mit der östlich gelegenen Mittleren Flächenalb verwandt. Kalkschuttböden in den Tälern stehen auf der Hochfläche kalkreiche Lehme in Flachlagen, tiefgründige aber stark entkalkte Lehmböden in den Senken und Trockentälern sowie magere Kalkfelsböden auf den Kuppen gegenüber.[5]

Beim Weiler Michelfeld wurde in einem Altarm der Urdonau Sand gewonnen. Christian Kiesinger (1876–1969), der Vater von Kurt Georg Kiesinger,[6] stellte daraus mit Lehm vermischt Ziegel her. In Gruben wurde Bohnerz auf dem Heuberg gefördert. Von rogenförmigen Thoneisensteinen wird berichtet, von welchen sich im Heuberg ein Flöz von 1 – 2 Schuh Mächtigkeit befunden hat.[7] In Rietheim-Weilheim bei der Maria-Hilf-Kapelle wurde bis 1861 für die Hochöfen in Ludwigsthal Doggererz abgebaut. Aus der auf 3,5 km Länge aufgefahrenen Strecke sind restaurierte Hölzer im Tuttlinger Fruchtkasten ausgestellt.[8] Beinschnitzer auf dem Heuberg verarbeiteten im Balinger Raum gebrochenen Gagat zu Schmuck.[9] Der 1496 erwähnte Flurnamen „by der Kalg Ofen“ deutet darauf hin, dass in Meßstetten Kalk gebrannt wurde[10]

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima und Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Heuberg weist die höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb auf, entsprechend der Höhenlage von etwa 850 bis 1015,7 m besonders rau: Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen rund 4 °C in höchsten Lagen des Albtraufs, um die 5 °C auf den Hochflächen und 5,5 °C in den Tälern. Der Niederschlag direkt an der Traufkante beträgt etwa 1000 bis 1100 mm (bedingt durch den Steigungsregen), die östlich gelegenen Hochflächen dagegen weisen nur 850 bis 900 mm Niederschlag aus. Diese Werte sind etwa um die Hälfte geringer im Vergleich zum Hochschwarzwald (über 1800 mm), da sich der Große Heuberg in dessen Regenschatten befindet.[11]

Im Herbst oder Winter können sich Inversionswetterlagen einstellen, wobei die Temperaturen auf den Hochflächen höher sind als in den im Nebel liegenden Tälern und des Albvorlandes. In den Hochmulden bilden sich regelmäßig Kaltluftseen aus, sodass sogar im Sommer Nachtfrost möglich ist.[12] Am benachbarten, nicht mehr zum Heuberg zählenden Flugplatz Albstadt-Degerfeld wurde im Jahr 2014 mit −33,8 °C eine Temperatur verzeichnet, die nahe an den bundesweiten Kälterekord reicht;[13] tiefere Temperaturen wurden beispielsweise in Bayern am Funtensee und in Wolnzach-Hüll erreicht.

Aufgrund der klimatischen Bedingungen herrscht bei der Landwirtschaft Grünland vor. Auf den Ackerstandorten (siehe Geschichte schwäbischer Steinäcker) sind im Bereich der Ackerwildkrautflora die Ackerlichtnelken- und Adonisröschengruppe in guter Ausbildung vorhanden. Zwar ist die Hochfläche aufgrund der manchmal herrschenden Temperaturumkehr im Winter gegenüber den Tälern leicht wärmebegünstigt, doch bleibt die Vegetationsperiode äußerst kurz. Magerrasen, Steppenheide und Hutungen bestimmen die zum Teil unter Naturschutz stehende Altvegetation. Allerdings ist der ursprüngliche Buchen-Tannenwald, der vor allem den Albtrauf bedeckt, auf der Hochfläche, wo ihn inzwischen Fichten-Tannenwälder stark durchmischen, auffallend zurückgedrängt, da es sich hier trotz der einschränkenden Naturfaktoren um ein altbesiedeltes Gebiet handelt. Heute überwiegt Grünland – Sommerweiden und vor allem Schafzucht – das Ackerland bei weitem.[5]

Geschichte, Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von steinzeitlichen Gegenständen in der „Beilsteinhöhle“ (daher auch der Name) bei Egesheim belegen, dass schon Steinzeitmenschen hier gesiedelt haben. Von der späteren Besiedlung des Areals durch Kelten und Alemannen zeugen über 1000 Hügelgräber und die KultstättenGötzenaltar“ und „Heidentor“.

Serpentine am Lochenpass, L440 zwischen Weilstetten und Tieringen

Die Abgeschiedenheit und schwere Erreichbarkeit der Heubergdörfer auf der Albhochfläche, die geringe Fruchtbarkeit der Böden sowie der bis in das 20. Jahrhundert bestehende Wassermangel führten dazu, dass der Große Heuberg über Jahrhunderte zu den ärmsten Gegenden Deutschlands zählte. Mit dem Ausbau des Lochenpasses zwischen 1849 und 1852 wurde im Königreich Württemberg erstmals versucht, die Heubergdörfer an das Albvorland anzubinden. Noch in den 1930er Jahren galt der Große Heuberg als Notstandsgebiet, jahrhundertelang war er eine klassische Auswanderungsregion. Aufgrund der früher prekären Lebensverhältnisse galten die Bewohner einst zwar als rückständig, andererseits aber auch als gerissen und voller Bauernschläue.

Abbau wirtschaftlicher Not[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Private Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meßstetten fand die Bevölkerung einen besonderen Weg, um mit der extremen wirtschaftlichen Not fertig zu werden: Direktvermarktung im Hausierhandel mit der Geheimsprache Pleißne wurden Absprachen getroffen. Das Pleißne ist ein historischer regionaler Soziolekt aus dem Hausierhandel im Zollernalbkreis, der zu den Dialekten des Rotwelschen gehört. In Hartheim gefertigte Mausefallen wurden bis nach Paris verkauft.[14]

Staatliche Förderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung von Industrieschulen für die Kinder ärmerer Leute. Gagatfertigung und die Korsettproduktion auf dem Heuberg fielen Modewechseln zum Opfer.[15][16] Als Hilfe zur Selbsthilfe wurden in Württemberg Obstbäume gepflanzt. Auf dem Heuberg werden vorherrschend nur spät blühende Mostsorten gepflanzt, jedoch mit sehr mäßigem Ertrag. Im Grundbuch war die Nutzung der Seitenstreifen in Württemberg über Dienstbarkeiten geregelt. Neben König Wilhelm verschenkten auch die Brüdergemeinden Obstbäume.[17]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Baumwollverarbeitung erfolgte zwar seit 1760 durch den Hechinger Hoffaktor Maier-Levi in Nusplingen, gefördert durch die Herrschaft. Jüdische Textilkaufleute traten als Verleger auf. Sie lieferten Garne und übernahmen den Vertrieb der Fertigwaren in den Stammhäusern.[18] Nach der Aufnahme von Hugenotten und Waldensern werden verbesserte Maschinen in Württemberg gebaut und betrieben.[19] Eine Vermarktung von leichten Fertigwaren wie Textilien erfolgte direkt durch Hausierer[20] Um 1900 erzielen 700 Hausierer aus dem Killertal noch 300.000 Goldmark Umsatz.[21]

Souterrainfabrikanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Werkstatt befand sich in Hanglage oft im Keller oder Anbau

Oft handelte es sich um sehr bescheidene Seldnerhäuser[22] mit zwei Zimmern und beispielsweise einem Webstuhl im Souterrain.[23] Ausgedehnter Anbau von Hanf und Flachs und umfangreiche Schafzucht lieferten die Rohstoffe. Die Wolle der Merinoschafe war die feinste und begehrteste ihrer Zeit.[24] Die Ebinger Geschäftsherren gaben für den Heuberg Heimarbeit aus. 1790 zählte Ebingen 100 Tuchmacher und 80 Strumpfwebereien.[25] Später wurden die Heimarbeiter zu eigenständigen Kleinstbetrieben.[26] Seit 1854 kam der „Trikot“ dazu. Im Bereich des Heubergs wurden Unternehmer von Kleinbetrieben von Hausgewebetreibenden im Souterrain ihres Wohnhauses scherzhaft als „Souterrain-Fabrikanten“ bezeichnet.[27] mit zwei Zimmern und beispielsweise einem Webstuhl im Souterrain.[28] Bis in die späten 1880er-Jahre waren die Hälfte der Rundwirkstühle im Oberamt Balingen in der Heimindustrie eingesetzt.

Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eigentliche Industrialisierung begann aber in den westlichen Heuberggemeinden zögerlich erst mit dem Bau der Heubergbahn in den 1920er Jahren, etwa durch Filialbetriebe des Trossinger Harmonikaherstellers Hohner. Im scharfen Kontrast dazu begann in der Zeit des Wirtschaftswunders durch viele Neugründungen und stetigem Wachstum kleiner und kleinster Unternehmen handwerklichen Ursprungs eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung. Eine große Rolle hierbei spielte die Uhrenindustrie mit der „Hermle Uhrenmanufaktur“.

Die wirtschaftlichen Zentren des Großen Heubergs bilden Gosheim (Sitz des Maschinenbauers Hermle AG) und Wehingen im Westen sowie Meßstetten im Osten. Von wichtiger wirtschaftlicher Bedeutung für seinen Westteil ist heute die Drehteileindustrie mit etwa 200 Betrieben (zum Beispiel Anton Häring in Bubsheim). Dieser Umstand brachte der Landschaft in der Nachbarschaft den Spitznamen Schraubengebirge ein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitläufige Heubergraum ist durch den ÖPNV mit Ausnahme des Schülerverkehrs wenig erschlossen, die Situation wurde aber in den letzten Jahren durch Busanbindung an den Ringzug Richtung Westen verbessert. Der motorisierte Individualverkehr ist immer noch vorherrschend, Firmen stellen ihren Mitarbeitern vielfach auch Kleinbusse für Fahrgemeinschaften zur Verfügung.

Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte werden insbesondere kleinere Heuberggemeinden von der Deutschen Telekom nur unzureichend mit DSL-Leitungen versorgt, weshalb die betroffenen Gemeinden 2006 mit der Kabel BW den Breitband-Ausbau vereinbarten, womit nun auf dem Großen Heuberg verbreitet eine zum modernen VDSL2-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom in den Ballungszentren ebenbürtige Informationsinfrastruktur zur Verfügung steht.

Noch heute erinnert in Stetten am kalten Markt ein Wegweiser zum Lager Heuberg an die Existenz des ersten Konzentrationslagers in Südwestdeutschland. 1933 wurden dort zeitweise etwa 2000 Menschen gefangengehalten und drangsaliert. Bei seiner Auflösung kamen viele Gefangen in das KZ Oberer Kuhberg bei Ulm.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprungschanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heuberg hat drei Naturschanzen: zwei kleine mit einem Konstruktionspunkt von 20 und 40, sowie einer mittleren mit K 60.[29]

Skiloipen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Heuberg werden zahlreiche Loipen gespurt. In Gosheim gibt es einen Schießstand für Biathlon.[30][31][32][33][34]

Mountainbiketrail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Trail für Mountainbiker neben dem Lochenpass führt vom Heuberg aus nach Weilstetten unterhalb des Albtraufs. Statt wie bei Radwegen üblich direkt neben asphaltierten Kehren von der Passhöhe hinabzufahren, wird die Strecke als Steilabfahrt kreuzungsfrei neben den Kehren geführt.[35][36]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung „Heuberg“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war der Begriff „Heuberg“ lediglich für die Region westlich der Bära geläufig. Das Gebiet östlich der Bära wurde als „Hardt“ bezeichnet, ein Begriff der auch heute noch zur Unterscheidung von westlichem und östlichem Heuberg geläufig ist. Erst mit der Errichtung des Truppenübungsplatz Heuberg und des Lager Heuberg bei Stetten am kalten Markt bürgerte sich die Bezeichnung „Heuberg“ auch für das Hardt ein.

Sprachraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenzug liegt an der Grenze des niederalemannischen Sprachraums zum Schwäbischen (vgl. hierzu: Heuberg-Schwäbisch). Von Osten nach Westen hin nehmen die niederalemannischen Merkmale des Dialekts ab, während die Schwäbischen zunehmen.

Neue Wanderwege auf alten Ausbildungspfaden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Meßstetten, Hossingen und Oberdigisheim war die Enziandivision privat einquartiert.[37] Täglich war ein 1,7 Kilometer langer Zug aus Mannschaften und mit den auf Tragtieren verlasteten Geschützen unterwegs. Die Gebirgsjäger errichteten 1940/41 schmale Pfade am Trauf, um die Tragtiere an die Höhe zu gewöhnen.[38]

Damit man Halbtagstouristen ein attraktives Ziel bieten kann, wurden ausgehend von diesen Pfaden Wanderwege beschildert und beworben.[39] Im Zollernalbkreis und dem Naturpark Obere Donau wird an Wochenenden ein vertaktetes Angebot im Schienenverkehr auf allen Strecken gefahren. Triebwagen welche von der Hohenzollerischen Landesbahn betrieben werden, verkehren hier sonn- und feiertags, um über den Lautlinger Bahnhof den Heuberg für den Tourismus attraktiver zu machen.[40]

Flugzeugabsturz 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1945 war am Heuberg eine ohrenbetäubende Explosion zu hören, als gegen Kriegsende eine sogenannte Wunderwaffe getestet wurde.[41][42] Das Raketenflugzeug vom Typ Bachem Ba 349 (Natter) stürzte hinter einem Pferdehof bei Nusplingen ab, der Pilot Lothar Sieber starb.[43][44]

Jugendtreffen auf dem Heuberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allenspacher Hof

Der Allenspacher Hof auf dem Heuberg ist das Bundeszentrum der Evangelischen Jungenschaft Horte (EJH). 1977[45] und 2017 wurde zu überbündischen Treffen auf den Heuberg eingeladen.[46]

Feriendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tieringen betreibt die Evangelische Kirche ein Familienferiendorf mit Sauna und Schwimmbad.[47] 40 Ferienhäuser werden von Familien, Firmen, Chören, für Seminare, Gemeindefreizeiten und Klassenfahrten genutzt. Gruppen nutzen die Grillplätze, die Verpflegung im Speisesaal die Gruppen- und Seminarräume. Erlebnispädagogisches Programm mit Bogenschießen und Klettern wird angeboten.

Tagungsstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus Bittenhalde in Tieringen ist eine 1957 gebaute Tagungsstätte der evangelischen Kirche mit zahlreichen Hotelbetten und Seminarräumen.[48] Heute zählt die Tagungsstätte 96 Betten mit rund 10.000 Übernachtungen in Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmern. Etwa 250 verschiedenen Gruppen kommen jährlich auf den Heuberg.[49]

Jugendbegegnungsstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendbegegnungsstätte St. Franziskus in Königsheim ist ein Selbstversorgerhaus der Katholischen Kirche.[50] 44 Betten, fünf Aufenthaltsräume und eine Turnhalle können belegt werden.[51]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Waibel: Auswanderung vom Heuberg 1750–1900. Untersuchungen zur Wanderungsstruktur und Wanderungsmotivation. Hrsg. vom Geschichtsverein für den Landkreis Tuttlingen, Bd. 2. Tuttlingen, etwa 1992.
  • Jörg Nädelin: Blickpunkt Zollernalb Großer Heuberg 2020[52]
  • Susanne Goebel: Menschen, Maschen und Maschinen. Die Geschichte der Maschenindustrie im Raum Albstadt. Albstadt 1996

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1980 erschien eine vom Südwestfunk gedrehte Dokumentation über die Region Heuberg „Der Heuberg Film – Wo die Not das Drehen lehrte“,[53] die damals von der Bevölkerung überwiegend als verzerrend und negativ empfunden wurde. Dies wirkt sich bis heute aus.[54]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großer Heuberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturparkplan obere Donau 2030, auf naturpark-obere-donau.de, abgerufen am 2. August 2020
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu). Abgerufen am 31. Juli 2020.
  3. Friedrich Huttenlocher: Geographische Landesaufnahme. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, Blatt 178, Sigmaringen. Bad Godesberg 1959 (Online-Karte [PDF; 4,3 MB]).
  4. Alfred G. Benzing: Geographische Landesaufnahme. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, Blatt 186, Konstanz. Bad Godesberg 1964 (Online-Karte [PDF; 4,1 MB]).
  5. a b Hohe Schwabenalb. Landeskunde entdecken online (LeoBW), abgerufen am 16. Dezember 2016.
  6. Klek: Hossinger..:. In: Heimatkundliche Blätter Balingen, 2002, Nr. l0, S. 1325 f., hier S. 1327.
  7. Friedrich von Alberti: Die Gebirge des Königreichs Würtemberg, in besonderer Beziehung auf Halurgie. J. G. Cotta’sche Buchhandlung 1826, Stuttgart und Tübingen, S. 124.
  8. Fruchtkasten: Abteilung Ludwigsthal. In: Pressemitteilungen. 21. November 2016.
  9. Sigrid Hirbodian, Andreas Schmauder und Manfred Waßner (Hrsg.): Gemeinde im Wandel. Band 19 Eine Stadt im Wandel Die Geschichte von Meßstetten. Nr. 19. Tübingen 2019, S. 198.
  10. Sigrid Hirbodian, Andreas Schmauder und Manfred Waßner (Hrsg.): Gemeinde im Wandel. Band 19 Eine Stadt im Wandel Die Geschichte von Meßstetten. Nr. 19. Tübingen 2019, S. 96.
  11. Naturräume Baden-Württembergs: Schwäbische Alb. Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, abgerufen am 15. Dezember 2016.
  12. Wetterarchiv Mittlere Schwäbische Alb (650–850 m NN). Abgerufen am 15. Dezember 2016.
  13. Minus 33,8 Grad: Kälterekord auf der Schwäbischen Alb. In: Augsburger Allgemeine. 29. Dezember 2014, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  14. Mausefallen
  15. Korsett
  16. Sigrid Hirbodian, Andreas Schmauder, Manfred Waßner (Hrsg.): Die Geschichte von Meßstetten. Eine Stadt im Wandel (= Gemeinde im Wandel. Band 19). 2019, S. 198.
  17. apfelgut.de: Eine Württemberger Apfelgeschichte
  18. Leo Barek Institut (Hrsg.): Jüdische Textilunternehmer. Nr. 42. Tübingen 1984, S. 51.
  19. Strümpfe
  20. Hausierer
  21. Stettner: Killertal. Heimatkundliche Blätter 1980. Hrsg.: Heimatkundliche Vereinigung. Balingen 1980.
  22. Seldnerhaus der Gabelfürsten
  23. Souterrain-Fabrikanten
  24. Merinoschafzucht
  25. Gottlob Hummel: Die Geschicht der Stadt Ebingen 1923. Hrsg.: Genossenschaftsdruckerei. S. 42.
  26. Strumpfweber
  27. Seldnerhaus der Gabelfürsten
  28. Souterrain-Fabrikanten
  29. Skiverein Meßstetten Historie
  30. Biathlon
  31. Heuberg
  32. Meßstetten
  33. Schwenningen
  34. Deilingen
  35. Trail
  36. Trail_mybike
  37. Schwäbischer Albverein Hossingen: Amtsblatt der Stadt Meßstetten 58. Jahrgang/Nr. 8. Hossingen. Hrsg.: Stadt Meßstetten. Meßstetten 22. Februar 2019, S. 20.
  38. Muliweg
  39. Traufweg zum Gräblesberg 1940/41 ausgebaut
  40. Jens Ebert: Vor 60 Jahren: Aufstellung der 4. Gebirgsdivision Enzian im Raum Balingenl Albstadt. Heimatkundliche Blätter 30. November 2001. Hrsg.: Heimatkundliche Vereinigung. Balingen.
  41. Achim Schnorrer: Höllenritt auf der Holzrakete. In: Spiegel Online. Abgerufen am 17. Januar 2019.
  42. Ernst Sauter, Helmut Sieber: Meßstetter Kurzgeschichten von Ernst Sauter. 1. Auflage 2012. Hrsg.: Visual Design Meßstetten. S. 73.
  43. Denkwürdiger Tag für den Raketenflug. In: Schwarzwälder Bote. 17. Februar 2015, abgerufen am 17. Januar 2019.
  44. Natterfilm
  45. ÜT Treffen 1977 Böttingen
  46. ÜT Treffen 2017 Böttingen
  47. Freiendorf
  48. Tagungsstätte
  49. Probe
  50. Gruppenhaus
  51. Jugendleiter
  52. Blickpunkt
  53. Der Heuberg Film - Wo die Not das Drehen lehrte
  54. Sportler joggen am Lupfen. In: Schwäbische Zeitung. 19. Juli 2006, abgerufen am 17. Januar 2019.