Nexter Systems

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Nexter Systems
Logo
Rechtsform Société Anonyme[1]
Sitz Roanne, Département Loire, FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Philippe Burtin (seit 2009)
Mitarbeiter 3323 (2014)
Umsatz 1048 Mio. Euro (2014)[2]
Branche Rüstungsindustrie
Website nexter-group.fr
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014
Kampfpanzer Leclerc

Nexter Systems SA ist ein französischer Rüstungsbetrieb, der 2006 aus der staatlichen Giat Industries hervorgegangen ist. Klassischer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit sind vor allem Rad- und Kettenfahrzeuge sowie Handfeuerwaffen und Munition. Daneben ist Nexter auch Zulieferer für Werften und die Luftfahrtindustrie.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der französischen Rüstungsindustrie finden sich bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als unter der Herrschaft Ludwig XIV. ein magasin royal des armes de la Bastille in Paris gegründet wird. Diesem Beispiel folgend wurden nach und nach auch in der Provinz eigene Rüstungsbetriebe aufgebaut. Beispielsweise die Manufacture d’armes de Saint-Étienne (1764), Übernahme der Manufacture nationale d’armes de Tulle (1777), in Bourges (1865), Tarbes (1870) und Roanne (1918). Dank dieser industriellen Basis gelangen einige bedeutende Erfindungen auf dem Gebiet der Waffenentwicklung. So entwickelte der Ingenieur Jean-Baptiste Vaquette Mitte des 18. Jahrhunderts neuartige Geschütze und reformierte die Artillerie. Die war einer der Gründe für die Überlegenheit der französischen Truppen während der Koalitionskriege. Auch das Mitte der 1850er Jahre entwickelte Chassepotgewehr oder der erste französische Panzer FT-17 entstammten diesen Waffenfabriken.

Nach der französischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Befreiung durch die Alliierten entschloss sich die neugewählte Regierung, die Rüstungsbetriebe in der DEFA (Direction des Études et Fabrications d’Armes) zusammenzufassen. Aus diesem Zusammenschluss gingen internationale Exportschlager wie der Panzer AMX-13 hervor. Die Neuordnung war 1971 mit der Gründung von GIAT (Groupement Industriel de l’Armement Terrestre) vorerst beendet.

Umstrukturierungen 1990 und 2006[Bearbeiten]

Logo von Giat Industries

Im Juli 1990 wurde das Unternehmen Giat Industries gegründet. Doch mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich auch für Giat das Marktumfeld. Wie in anderen westlichen Staaten sank auch in Frankreich der Bedarf an Kampfpanzern und Artilleriesystemen. Für Giat kam erschwerend hinzu, dass Anfang der Neunzigerjahre bei den französischen Streitkräften mit dem Leclerc ein neuer Kampfpanzer eingeführt werden sollte. Dieser kam nun „zu spät“ und wurde daher in weit geringerer Stückzahl gefertigt als vergleichbare Modelle, wie der M1A1 oder der Leopard 2. Das Unternehmen war stark defizitär und litt an Überkapazitäten, bürokratischen Strukturen und einem nicht auf die neuen, asymmetrischem Bedrohungen ausgerichteten Produktportfolio. Eine schmerzhafte Umstrukturierung war die Folge. Giat Industries blieb formal bestehen, ein Großteil des operativen Geschäfts wurde aber 2006 in das neue Tochterunternehmen Nexter überführt.[3]

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

Von den ehemals ca. 15.000 Arbeitsplätzen waren 2009 nur noch knapp 3.000 vorhanden. Die Anzahl der Standorte wurde von 14 auf 7 reduziert. Gleichzeitig wurde aber auch ein bedeutender Teil der Produktion ausgelagert. So ist der Anteil der Zulieferer an den Kosten von 58 % (1998) auf über 80 % (2008) gestiegen. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008 den dritten Jahresüberschuss in Folge. Es bleibt dennoch stark von den Bestellungen der französischen Armee abhängig; nur 17 % des Umsatzes wurde im Ausland gemacht.[4]

Am 1. Juli 2014 wurde zwischen dem deutschen Rüstungsunternehmen KMW und Nexter beschlossen, bis Frühjahr 2015 unter einer gemeinsamen 50:50-Holding namens KANT (Synonym für KMW And Nexter Together)[5] zusammenzugehen.[6][7] Der Vertragsabschluss erfolgte am 29. Juli 2015.[8]

Produkte[Bearbeiten]

Der Betrieb produziert eine Vielzahl von militärischen Gerätschaften für die französische Armee und für ausländische Armeen:

Siehe auch: Projekt KANT

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nexter – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NEXTER Group – Mentions légales. In: nexter-group.fr. Nexter Group, abgerufen am 29. Juli 2015 (französisch): „[…] de la société Nexter Systems, société anonyme […]“
  2. Thomas Hanke, Markus Fasse, Martin Murphy: Krauss-Maffei Wegmann und Nexter fusionieren. In: handelsblatt.com. 27. Juli 2015, abgerufen am 29. Juli 2015.
  3. GIAT Industries / Nexter Systems. In: GlobalSecurity.org. 22. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2015 (englisch).
  4. Rapport annuel 2014. In: cimaya.fr. Nexter Group, 2014, abgerufen am 29. Juli 2015 (Flipbook (benötigt Flash Player), französisch).
  5. Alexis Peigné: Le projet KANT ou l’idée d’un Airbus de l’armement terrestre. In: portail-ie.fr. Portail de l'IE, 1. April 2015, abgerufen am 29. Juli 2015 (französisch).
  6. Deutsch-französischer Rüstungskonzern beschlossen. In: orf.at. ORF, 1. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2015.
  7. Stefan Simons: Kraus-Maffei und Nexter wollen fusionieren. In: spiegel.de. Der Spiegel, 1. Juli 2014, abgerufen am 29. Juli 2015.
  8. Johannes C. Bockenheimer: Rüstungskooperation KMW und Nexter werden zu Kant. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 29. Juli 2015, abgerufen am 29. Juli 2015.