Nickendes Leimkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nickendes Leimkraut
Nickendes Leimkraut (Silene nutans)

Nickendes Leimkraut (Silene nutans)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Sileneae
Gattung: Leimkräuter (Silene)
Art: Nickendes Leimkraut
Wissenschaftlicher Name
Silene nutans
L.

Das Nickende Leimkraut (Silene nutans), auch Gemeines Nickendes Leimkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Leimkräuter (Silene) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die nach unten geneigten Blüten entfalten sich erst abends um die Nachtfalter anzulocken.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Blüte im Detail
Blüte von der Seite
Illustration aus Flora Batava, Volume 15

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickendes Leimkraut wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 60 Zentimetern. Der unverzweigte aufrechte Stängel ist im oberen Teil klebrig behaart. Die Grundblätter bilden eine nicht blühende Rosette. Die Grundblätter sind spatel- bis eiförmig. Die gegenständig angeordneten Stängelblätter sind lanzettlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die nickenden Blüten befinden sich vor dem Aufblühen in einem einseitswendigen Blütenstand. Die Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Der zylindrische zehnnervige Kelch ist 6 bis 16 Millimeter lang und drüsig behaart. Die innen weißen und außen eher hellrosafarbenen Kronblätter sind bei einer Länge von 1,5 bis 2,5 Zentimetern schmal und tief zweispaltig. Es ist eine deutliche Nebenkrone vorhanden. Die in zwei Kreisen mit je fünf angeordneten Staubblätter überragen die Blütenkrone deutlich. Die drei Griffel ragen deutlich aus der Blütenkrone.

Es wird eine Kapselfrucht gebildet.

Es liegt Diploidie vor und doe Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Nickenden Leimkraut handelt es sich um einen skleromorphen, mesomorphen Hemikryptophyten.

Blütenökologisch handelt es sich um eine typische Nachtfalterblume, deren Blüten sich abends oder bei trübem Wetter öffnen und einen intensiven Hyazinthenduft verbreiten. Der kleine Eulenfalter nützt die Blüten als Brutstätte. Diese Situation ist etwa von Palmlilien (Yucca) bekannt, in der mitteleuropäischen Flora ist dies aber selten.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nickende Leimkraut ist in den warm gemäßigten Gebieten Europas und Westsibiriens weitverbreitet. In den Alpen kann man es bis in Höhenlagen von 2500 Meter. antreffen. In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil am Ostgrat der Rothornspitze bis in eine Höhenlage von 2220 Meter auf.[3] In Deutschland ist sie im Süden häufiger als im Norden.

Als Standort werden trockene Magerrasen, Felsfluren, lichte Wälder und Waldränder bevorzugt. Die Pflanze ist etwas kalkmeidend und findet sich besonders auf basenreichen Silikatgesteinen. Sie ist in Mitteleuropa eine Trifolio-Geranietea-Klassencharakterart.[2] Als ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg wird das Nickende Leimkraut als Halbschattenpflanze für trockenes See- bis Steppenübergangsklima angegeben. Die angezeigte Bodenbeschaffenheit ist danach gleichmäßig trocken, niemals stark sauer und stickstoffarm.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 417. Synonyme für Silene nutans L. sind: Silene nutans subsp. smithiana (Moss) Jeanm. & Bocquet, Silene nutans var. smithiana Moss, Silene nutans var. brachypoda (Rouy) Molero, Silene brachypoda Rouy, Silene nutans subsp. glabra (DC.) Rothm., Silene nutans var. infracta (Kit.) Wahlenb., Silene nutans L. subsp. nutans.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:

  • Bruno P. Kremer: Wildblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur - Wildpflanzen Mitteleuropas, ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5, Seite 72.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2001. ISBN 3-8001-3131-5. Seite 363
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1 IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, Seite 472.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nickendes Leimkraut (Silene nutans) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien