Niedersächsisches Internatsgymnasium Bad Bederkesa

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Niedersächsisches Internatsgymnasium Bad Bederkesa
Luftbild des NIG Bad Bederkesa.JPG
Schulform Gymnasium
Gründung 1874–1876
Adresse

Seminarstraße 8, 27624 Bad Bederkesa

Ort Bad Bederkesa
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 37′ 34,6″ N, 8° 50′ 1,3″ OKoordinaten: 53° 37′ 34,6″ N, 8° 50′ 1,3″ O
Träger Land Niedersachsen
Schüler ca. 768 (2017)
Lehrkräfte ca. 70 (2017)
Leitung Matthias Krapp
Website www.nig-bederkesa.net

Das Niedersächsische Internatsgymnasium Bad Bederkesa (kurz NIG) ist ein Gymnasium in Trägerschaft des Landes Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung des Landkreises Cuxhaven.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude beherbergte ursprünglich das Königlich-Preußische Lehrerbildungsseminar, eine Ausbildungsanstalt für angehende Volksschullehrer. Als die Seminare in Preußen Anfang der 1920er Jahre aufgelöst wurde die Lehrerbildungsanstalt zwischen 1923 und 1925 in eine Oberschule gebaut. Bis 1942 war die Schule dann Staatliche Deutsche Oberschule und führte ab der 8. Klasse in sechs Jahren zum Abitur. Das Schulgeld betrug 240 RM im Jahr, die auswärtigen Schüler wohnten in Privatquartieren, für die zusätzlich bezahlt werden musste. 1928 bestanden die ersten zehn Prüflinge das erste Abitur an der Schule.

1931 wurde wegen der geringen Schülerzahlen zusätzlich ein Internat für 50 Jungen eröffnet, 1933 wurde auch ein Mädcheninternat eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs hatte die Schule immer weniger Schüler, da die Jungen zunehmend in den Krieg zogen. 1942 wurde die Oberschule deshalb geschlossen und das Gebäude wurde bis 1945 wieder als Lehrerbildungsanstalt Bederkesa genutzt.

1945 wurde das Gebäude als Reservelazarett genutzt, von 1945 bis 1947 dann als Sammelstelle für ausländische Zwangsarbeiter, die auf ihre Rückkehr in die Heimat warteten. 1947/48 war in dem Gebäude dann kurz eine Pädagogische Hochschule zur Kurzausbildung von Volksschullehrern untergebracht, bis 1948 die Gründung der Niedersächsischen Heimschule Bederkesa erfolgte − als staatliche Heimschule für kriegsgeschädigte Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien, für Halbwaisen und Waisen, Kinder von Flüchtlingen und Verfolgten. Erster Schulleiter war bis 1956 Alfred Franz, der Direktor der bisherigen Pädagogischen Hochschule. In den Jahren 1963 bis 1967 erfolgte der Ausbau als Internat: Man baute separate Internatsgebäude für Jungen und Mädchen. Das Hauptgebäude wurde fortan nur noch für den Unterricht genutzt.

1971 erweiterte man die Oberstufe um einen naturwissenschaftlich-mathematischen Zweig, 1977 führte man die reformierte Oberstufe ein. Als die Landesregierung 1994 im Zuge ihrer Sparbeschlüsse das Internat aufgeben wollte, kam es zu zahlreichen Protestaktionen, die zu einem Fortbestand des NIG führten. Die Finanzierung wurde zwischen dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Cuxhaven und der Samtgemeinde Bederkesa aufgeteilt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Backsteinbau wurde zwischen 1874 und 1876 errichtet und besteht aus einem dreigeschossigen Mitteltrakt mit zweigeschossigen Seitenflügeln. Der Baustil ist preußisch geprägt.[2]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule nahm von 2011 bis 2013 am europäischen Comenius-Programm teil. Zudem wurde die Schule 2013 als „Sportfreundliche Schule“, 2015 als „Europa Schule“ und „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. Das NIG nimmt erfolgreich an Jugend forscht und seit 2015 an Jugend debattiert teil.

Jährlich finden Schüleraustausche mit den englischen Partnerschulen Wymondham College und St. Mary’s School statt.

Prominente Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NIG: Schulprofil
  2. Doris Böker – Baudenkmale in Niedersachsen