Noah-Haium-Hirsch Berlin

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Noah-Haium-Hirsch Berlin, auch Heymann Hirsch Meyer, (geboren im Februar 1734 in Fürth; gestorben am 5. März 1802 in Altona) war ein deutscher Rabbiner und Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noah-Haium-Hirsch Berlin war der älteste Sohn des Landparnes (Vorsteher) Abraham Meyer Berlin und dessen Ehefrau Röschen, die eine Enkelin des bekannten Rabbiners Samuel Sanvel Halberstadt war. Sein Vater war ein reicher Bankier und Hofmünzlieferant, seine Mutter eine Tochter von Feibelmann Emmerich aus Frankfurt am Main.

Gemeinsam mit seinem Bruder Löb Berlin (1737–1814) erhielt Noah-Haium-Hirsch Privatunterricht bei seinem Vater.

Er heiratete Ela, die Tochter von Elias Bär Nathan aus Schwabach, Witwe des Karlsruher Oberrats Levi.

1764 übernahm er in seiner Geburtsstadt eine Lehrstelle und wurde Unterrabbiner und Dajan. Zu seinen Schülern gehörte Wolf Heidenheim. 1772 wurde er Landesrabbiner des Fürstentum Bayreuths in Baiersdorf sowie 1783 Landesrabbiner von Kurmainz. Nach einer mündlichen Befragung durch zwei Beamte der Landesregierung bestätigte ihn im Februar 1784 der Kurfürst Friedrich Karl im Amt.

Nachdem Rafael ben Jekutiel Süsskind Kohen als Oberrabbiner der Gemeinden Altona, Hamburg und Wandsbek zurückgetreten war, übernahm Berlin dessen Amt und verstarb zwei Jahre später.

Berlin galt als intelligenter Dialektiker und Interpret des Talmud (Pilpulist). Er verfasste zahlreiche Bücher und Manuskripte, auf die im oberen Drittel seines Grabsteins auf dem Jüdischen Friedhof Altona hingewiesen wird. Jochanan Wittkower publizierte in Altona 1880 in seinem Buch Agudath Perdachim eine Inschrift Berlins, die aber vermutlich dem Amtsvorgänger Kohen zuzuordnen ist. Auch als Mäzen tat er sich hervor.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ‘Asē ’Almuggīm. Sulzbach 1779.
  • ‘Asē ’Arāzīm. Fürth 1790.
  • Ma‘yan ha-Håchmāh. Herausgegeben von Löb Berlin und Wolf Heidenheim, Rödelheim 1804, Neuausgabe 1860.
  • Weiterhin: Talmudauslegungen und Approbationen.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aron Walden: Šem ha-Gedōlīm hä-hādāš. Zwei Bände, Warschau 1865; erweiterte Neuausgabe Warschau 1879, S. 106.
  • Samuel Joseph Fuenn: Kenäsäth Yiśrā’el. Zichrōnōth lethōledōth gedōle Yiśrā’el ha-nōda ‘īm lešem bethōrathām, behåchmathām, bema‘aśēhäm mīmōth ha-ge’ōnīm ‘ad ha-dōr ha-zäh [nur Aleph bis Yod]. Warschau 1886–1890, S. 346.
  • Max Grunwald: Hamburgs deutsche Juden bis zur Auflösung der Dreigemeinde. Hamburg 1904, S. 85.
  • Adolf Eckstein: Nachträge zur Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1899, S. 5.
  • Leopold Löwenstein: Zur Geschichte der Rabbiner in Mainz. In: Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft in Frankfurt am Main. Jahrgang 3, Frankfurt am Main 1905, S. 233–235.
  • Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie. Chernivtsi (Czernowitz) 1925–1931, Band IV, S. 537.
  • Encyclopaedia Judaica. Das Judentum in Geschichte und Gegenwart. Zehn Bände, Eschkol, Berlin 1929–1934, Band IV, S. 268f. (deutsch).
  • Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang, Untergang, Neubeginn. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1971, ISBN 3-7973-0213-4, Band II, S. 19.
  • Encyclopaedia Judaica. 16 Bände, Verlag Keter, Jerusalem 1972, Band IV, S. 662f. (englisch).
  • Isaak Dov Markon: Rabbi N. Ch. Zebi Berlin. Zu seinem 200jährigen Geburtstage. In: Hamburger Familienblatt. 30. Oktober 1937.
  • Raphael Halperin: ’Atlās ‘Es Hayyīm: Sedär ha-dōrōth lehachmē Yiśrā’el. Bd. IX: (’Aharōnīm IIIb) Ha-dōrōth ha-ri ’šōnīm šäl t e qūfath ha-h asīdūth, 5520-5610 (1760–1850). Jerusalem 1982, S. 118.
  • Johann Maier: Geschichte der jüdischen Religion. Berlin 1971; neubearbeitete Auflage Freiburg 1992, S. 481.
  • Michael Studemund-Halévy: Berlin, Noah-Haium-Hirsch. In: Hamburgische Biografie. Band 6, Wallstein, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8353-1025-4, S. 27–28.
  • Eintrag BERLIN, Noah-Haium-Hirsch. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Herausgeber), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871. K·G·Saur, München 2004, S. 184 f.