Notes inégales

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Notes inégales [nɔt ineˈɡal] von franz. „ungleiche Noten“ sind eine Art des Vortrages, welche vor allem in der französischen Musik des 16.–18. Jahrhunderts üblich war.

Bei den Notes inégales wird eine Folge von gleichmäßig notierten Achteln oder Sechzehnteln inégale, d. h. ungleichmäßig ausgeführt. Dabei gibt es verschiedene „Grade“ der Punktierung.

Nach Louis Couperin unterscheidet man:

  • détaché: Gleichförmige Achtel
  • louré: Leichte Inégalité – etwa wie der ternäre Rhythmus im Jazz
  • piqué: Scharfe Absetzung der zweiten Achtel, etwa wie punktierte Noten.

Der Charakter des Stückes ist hierbei sowohl für den Grad der Punktierung, also für die Werteverlängerung bzw. Werteverkürzung der Noten, als auch für die Häufigkeit der Anwendung entscheidend.[1]

François Couperin schreibt in seiner Abhandlung L’art de toucher le clavecin:

„Zum Beispiel spielen wir mehrere stufenmäßig verlaufende Achtel, als seien sie punktiert, und doch zeichnen wir sie als gleichwertige auf.“[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schülerduden Musik, 4. Auflage, ISBN 978-3-411-05394-0, Seiten 298/299
  2. L’art de toucher le clavecin, Herausgegeben und ins Deutsche übersetzt von Anna Linde, Englische Übersetzung von Meanwy Roberts. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1933/1961. S. 23.