Notruf (Fernsehserie)

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Seriendaten
OriginaltitelNotruf
Logonotruf.gif
ProduktionslandDeutschland
Jahr(e)1992–2006
Produktions-
unternehmen
Endemol
Länge50 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich (sonntags 19:10 Uhr)
GenreDoku-Soap
ModerationHans Meiser
Erstausstrahlung6. Februar 1992 auf RTL

Notruf war eine über 14,5 Jahre ausgestrahlte deutsche Reality-Show-Serie des privaten Fernsehsenders RTL, die sich mit Hilfsorganisationen in der Rettungsaktion beschäftigte.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Woche wurden vier neue Geschichten präsentiert, die sich tatsächlich ereignet hatten. Die Unfälle wurden mit den Beteiligten an den Originalschauplätzen nachgespielt. Notruf enthielt auch Kommentare der in der Rettungsaktion Beteiligten, außerdem schauten der Moderator und sein Kamerateam oft der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW), der Deutschen Rettungsflugwacht (heute DRF Luftrettung) und anderen Rettern auf die Finger.

„Nicht wegschauen, sondern helfen“ oder „Jeder kann helfen“ war das Motto der Sendung, die von Hans Meiser moderiert und von der Endemol produziert wurde. Die Moderation erfolgte von den verschiedensten Orten aus, wie Rettungsleitstellen und Lagerhallen, aber auch an der Autobahn, aus den Bergen und unter Tage. Notruf wurde vom 6. Februar 1992 bis 27. August 2006 in regelmäßigen Abständen ausgestrahlt, danach wurde die Produktion komplett eingestellt.

Meisers Unternehmen creatv produzierte im Jahre 1998 den Ableger Notruf täglich.

Unter dem Titel Helfen Sie mir! wurde das Sendungsformat mit zehn Folgen auf RTL im August 2009 kurzzeitig wiederbelebt.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielfach geriet die Sendung wie ähnliche Formate in Kritik, zum einen weil Rettungsdienste und Polizei beansprucht wurden, um kommerziellen Zwecken zu dienen,[2] zum anderen weil die Darstellung der Verletzungen oft drastisch ausfiel und als geeignet erschien, junge Fernsehzuschauer zu ängstigen.[3]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorbild für Notruf war die US-amerikanische Sendung Rescue 911 (1989–1996). Am Anfang wurden neben den eigenproduzierten Beiträgen auch auf Deutsch synchronisierte Beiträge aus der US-Serie ausgestrahlt. In Großbritannien hieß das Sendungsformat 999 und wurde von 1992 bis 2003 auf BBC One ausgestrahlt.
  • 1992 versuchte der Fernsehsender Sat.1 mit Retter ebenfalls eine Reality-Show-Serie, die sich mit Hilfsorganisationen in der Rettungsaktion beschäftigte. Anders als bei Notruf wurden die Fälle nicht für das Fernsehen nachgestellt, sondern man filmte direkt vom Unfall bzw. Unglücksort aus. Die Sendung, die von Sat.1-Chefreporter Christoph Scheule moderiert wurde, konnte nicht an den Erfolg von Notruf anknüpfen und wurde 1994 wieder aus dem Programm genommen.[4]

Franchise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Sendung wurden diverse Fanartikel vermarktet, wie ein Erste-Hilfe-Buch, Modellfahrzeuge von Herpa, eine CD mit der Musik zur TV-Serie und eine Videokassette mit den „spektakulärsten und unglaublichsten Fällen“.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helfen Sie mir! – RTL gräbt Notruf aus
  2. Günther Bähr: „Perverses Rahmenprogramm“. In: Focus Online. 15. Februar 1993, abgerufen am 17. April 2020.
  3. Helga Theunert, Bernd Schorb: Mordsbilder: Kinder und Fernsehinformation. (Auszug) (Memento vom 10. September 2014 im Internet Archive) (PDF-Datei; 553 kB), abgerufen am 17. April 2020
  4. Christian Richter: Der Fernsehfriedhof: «Notruf» in echt und ohne Hans Meiser. In: quotenmeter.de. 14. März 2013, abgerufen am 17. April 2020.