Odéon (Métro Paris)

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Metro-M.svg Odéon
Die Station der Linie 10
Tarifzone 1
Linie(n) 04Paris m 4 jms.svg 10Paris m 10 jms.svg
Ort Paris VI
Eröffnung 9. Januar 1910

Koordinaten: 48° 51′ 9″ N, 2° 20′ 20″ O

Station der Linie 4 mit gummibereiften Zügen der Baureihen MP 59 und MP 89
Station der Linie 10 mit Zügen der Baureihe MF 67, der linke wurde zum innerbetrieblichen Transportzug umgebaut und trägt als „Convoi d'Auteuil“ eine Sonderlackierung

Odéon ist ein unterirdischer Umsteigebahnhof der Pariser Métro. Er wird von den Linien 4 und 10 bedient.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof befindet sich im Quartier de l'Odéon des 6. Arrondissements von Paris. Seine beiden Stationen liegen längs unterhalb des Boulevard Saint-Germain, im zum Quartier Latin[Anm. 1] gehörenden Abschnitt dieses mehr als drei Kilometer langen Straßenzugs.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namengebend sind der Platz Carrefour de l’Odéon und die Rue de l‘Odéon, eine von dort nach Süden abgehende Straße. Sie endet nach etwa 200 Metern an der Place de l‘Odéon, wo seit 1782 das heutige französische Staatstheater Théâtre National de l’Odéon steht. Das griechische Wort ᾠδεῖον (Odeon oder Odeion) bezeichnete in der Antike einen Saal für Gesangsaufführungen.[1] Den Namen Théâtre de l'Odéon erhielt das Gebäude im Jahr 1796.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station der Linie 4 wurde am 9. Januar 1910 in Betrieb genommen, als deren letzter Abschnitt von Raspail bis Châtelet eröffnet wurde. Am 14. Februar 1926 wurde mit der Verlängerung der Linie 10 von Mabillon her deren Station Odéon als vorläufiger Endpunkt eröffnet. Mit der Verlängerung der Strecke nach Place d’Italie[Anm. 2] wurde die Station der Linie 10 am 15. Februar 1930 zum Durchgangsbahnhof.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurve der Linie 4, darüber der kreuzende Gleistrog der Linie 10, von rechts mündet das Betriebsgleis

Beide Stationen weisen zwei Seitenbahnsteige an zwei Streckengleisen auf. Sie haben einen ellipsenförmigen Querschnitt, Decke und Wände sind gefliest. Es existieren drei Zugänge.

Die Station der Linie 4 liegt unterhalb der gemeinsamen Platzanlage Place Henri-Mondor und Carrefour de l’Odéon. Mitte der 1960er Jahre wurde sie von 75 auf 90 Meter verlängert,[3] vor 2010 umfassend renoviert. Nach einer östlich unmittelbar anschließenden Kurve in Richtung Norden zur Rue Danton unterquert die Strecke die Gleise der Linie 10, es folgt ein einfacher Gleiswechsel. Die Streckengleise der Linie 10 befinden sich nördlich dieser Station, die Station der Linie 10 liegt erst östlich des Kreuzungspunkts. Sie beschreibt einen leichten Bogen und wird von einem Betriebsgleis, das die beiden Strecken verbindet, unterfahren. Dieses Gleis kommt von der folgenden Station Cluny – La Sorbonne, es endet stumpf auf der Südseite der Station der Linie 4. Züge, die auf diesem Stumpfgleis kehren, erreichen unmittelbar danach über eine Weichenverbindung das nach Norden führende Richtungsgleis der Linie 4.[2]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Linie 4 verkehrten bis 1967 Fünf-Wagen-Züge der Bauart Sprague-Thomson. Nach dem entsprechenden Umbau der Strecke und der Verlängerung der Stationen kamen ab Oktober 1966 gummibereifte Sechs-Wagen-Züge der Baureihe MP 59 zum Einsatz, während der ersten Monate im Mischverkehr mit den konventionellen Fahrzeugen. Seit 2011 verkehrt auf der Linie die Baureihe MP 89 CC.[Anm. 3]

Auf der Linie 10 verkehren konventionelle Züge der Baureihe MF 67. Zwischen 1975 und 1994 liefen Züge der Baureihe MA,[4] davor solche der Bauart Sprague-Thomson.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anders als das Quartier de l'Odéon ist das Quartier Latin kein Viertel gemäß der Pariser Verwaltungsstruktur
  2. Die vorläufige Linienführung zur Place d’Italie wurde am 26. April 1931 wieder aufgegeben
  3. CC bedeutet „Conduite Conducteur“ (fahrergesteuert), im Gegensatz zum fahrerlosen Typ MP 89 CA

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 154.
  2. a b Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Aufl. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 270.
  3. Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Aufl. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.
  4. Jean Tricoire, op. cit., S. 273
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